Das Filmteam um Produzent Ansgar Wörner (links) und Regisseur Lorenzo Oschwald (Zweiter von rechts) begleitetet Islam Alijaj (Zweiter von links) bei seinem Wahlkampf. Foto: Filmteam

Nach dem mehrfach preisgekrönten Film „Dear Future Children“ ist Ansgar Wörner aus Dietersweiler bei einem weiteren erfolgversprechenden Filmprojekt als Produzent im Boot.

Vor knapp drei Jahren ist der Dokumentarfilm „Dear Future Children“ in den Kinos gestartet und hat seither einige wichtige Preise gewonnen. Ansgar Wörner hat an diesem erfolgreichen Filmprojekt als Produzent mitgewirkt. Jetzt ist mit dem Film „Voice of my people“ von Regisseur Lorenzo Oschwald ein weiteres großes Filmprojekt am Start, das Wörner mit Nico Gerspacher und dessen Firma „Übergrafisch“ produziert.

 

Erzählt wird die Geschichte des 37-jährigen Politikers Islam Alijaj aus Zürich, dem trotz körperlicher Einschränkung und Sprachbehinderung 2019 zunächst der Einzug in den Gemeinderat und schließlich sogar in den Nationalrat der Schweiz gelungen ist.

Das Filmteam hat ihn während des Wahlkampfs bis zum Einzug in den Nationalrat begleitet und in verschiedenen, teilweise auch sehr persönlichen Momenten gefilmt – ohne sicher sein zu können, dass Alijaj den Sprung in das Gremium überhaupt schafft.

Chancen standen schlecht

Trotz seiner Intelligenz hatte Alijaj aufgrund der Behinderung über Jahre eine Schule für geistig Behinderte besuchen müssen, erzählt Wörner. Heute wird er von einer Sprechassistenz unterstützt, weil man ihn sonst nur schwer verstehen kann. Als Inklusionsaktivist hat er sich längst einen Namen gemacht. Schon früh sei ihm klar geworden, dass man Dinge nur ändern kann, wenn man sich selbst politisch engagiert.

Alijaj landete bei der Aufstellung der Kandidatenliste für die Nationalratswahl auf dem wenig aussichtsreichen Listenplatz 11. Die Aussichten für den Einzug in das Gremium standen deshalb schlecht. Unterstützt durch die von ihm für den Wahlkampf beauftragte Agentur und seinen Berater David Wember ist es Alijaj dennoch gelungen, in den Nationalrat einzuziehen.

Der Film zeige, was alles möglich ist, wenn man an sich glaubt, sagt Wörner. Er mache deshalb auch Mut. Mut habe auch Alijaj bewiesen, als er sich für die Kandidatur entschieden habe. Der Kontakt zu Ansgar Wörner kam über Alijajs Wahlkampfberater David Wember zustande. Wörner und er kannten sich bereits aus einer früheren Kampagne. Wörner hatte daraufhin auch Kameramann und Regisseur Lorenzo Oschwald und Nico Gerspacher informiert.

Begleitet wurde Alijaj bei den Besprechungen mit der Agentur und dem Wahlkampfteam und bei seinen Wahlkampfveranstaltungen. „Wir haben mitgefilmt, was wir mitfilmen konnten“, sagt Wörner.

Kinostart im Frühjahr

Dabei habe das Team nicht nur sehr gute Einblicke in die Kampagne bekommen, sondern auch in die Lebenswelt Alijajs und in seine ganz persönliche Motivation. Das Risiko, dass er am Ende gar nicht gewählt wird, stand dabei dauerhaft im Raum, auch wenn Alijaj selbst immer an den Erfolg geglaubt habe, sagt Wörner.

Im April oder Mai ist der Kinostart geplant. Bis dahin läuft die Postproduktion mit Schnitt und Musik. Um den Film auf das technische Niveau eines Kinofilms zu bringen, wurden Profis engagiert und für deren Finanzierung erfolgreich eine Crowdfunding-Kampagne auf die Beine gestellt.

Neben der geplanten Filmpremiere in Zürich ist auch eine Premiere in Deutschland geplant. Gezeigt wird der 90-minütige Streifen auch in Wörners Heimatlandkreis Freudenstadt.