An der Steigung zwischen Kreissparkasse und Amtsgericht in Freudenstadt fuhren viele Lastwagen Schritt. Der im Vordergrund wartete bis der Lastwagen vor ihm sich auf das Niveau des Marktplatzes gequält hatte. Foto: Müller

Reihenweise liegen gebliebene Lastwagen und auch Unfälle brachten die Schneefälle am Dienstag mit sich.

Kreis Freudenstadt - ­Auf den Bundesstraßen 28 und 500 galt um den Kniebis herum für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen Schneekettenpflicht.

Unfälle mit Verletzten gab es laut Pressestelle des Polizeipräsidiums Pforzheim im Bereich Horb. Bereits am Montag gegen 20 Uhr ereignete sich wegen der Schneeverhältnisse ein Unfall bei Grünmettstetten, bei dem drei Personen schwer verletzt wurden. Am Dienstagmorgen geschah ein Unfall mit drei Autos in der Kellerstraße, dabei wurde eine Person leicht verletzt.

Keine Schneeketten

Ansonsten kam es immer wieder zu Behinderungen, weil Lastwagen und Autos nicht mehr weiter oder gleich ganz von der Straße abkamen. Betroffen war die B 28 zwischen Freudenstadt und Kniebis, wo einige Lastwagenfahrer wohl keine Schneeketten auf ihre Zugmaschinen montiert hatten.

Auf der Landesstraße 408 zwischen Loßburg und Peterzell kamen einige Fahrzeuge wegen Schneeverwehungen nicht weiter. Von der Straße ab kamen Lastwagen am Dienstagmorgen auch auf der B 296 zwischen Freudenstadt und Loßburg. Schneeverwehungen behinderten auch den Verkehr auf der B 28 bei Schopfloch. Quer standen Autos und Lastwagen ebenfalls auf der K 4718 zwischen Eutingen und Talheim sowie auf der L 356 bei Hochdorf.

Seit 2 Uhr im Einsatz

Der Winterdienst hatte alle Hände voll zu tun. "Es sind alle unterwegs", berichtete Gabriele Zürn, Leiterin des Baubetriebsamts der Stadt Freudenstadt, am Dienstagmittag. Für die Einsatzleitung startete der Tag bereits gegen 2 Uhr morgens. Bis 15 Uhr waren rund 50 Fahrzeuge und 60 Mitarbeiter im Einsatz; die Spätschicht kümmerte sich anschließend um Haupt- und Bergstrecken. Zürn selbst saß "den ganzen Morgen am Telefon", wie sie erzählt. Insbesondere aus Wohngebieten, "wo wir nicht priorisiert räumen", habe sie viele wütende Anrufe erhalten. "Da fehlt es wohl an Verständnis", vermutet sie. Aber es gebe auch viele nette Rückmeldungen.

Nach Priorität sortiert

Die Straßen seien nach Priorität sortiert. An Tagen mit dauerhaftem Schneefall müsse man "schauen, was man hinkriegt", so Zürn. In Wohngebieten würden die parkenden Autos den Winterdienst behindern.

Und auch sonst warten auf den Straßen vielseitige Herausforderungen: Fahrzeuge, die liegen bleiben, Lastwagen ohne Schneeketten, Feldwege, die eigentlich geräumt werden sollten, aber ebenfalls nicht priorisiert sind. Auch auf kaputte Räumfahrzeuge müsse man sich einstellen. "Wir improvisieren oft", so Zürn. Allerdings ist sie guter Dinge: "Der Einsatz kam nicht überraschend, wir waren gerüstet", berichtet sie. Viele Menschen hätten sich vom Wintereinbruch allerdings überrumpeln lassen, so Zürns Eindruck. Man müsse im Winter mehr Zeit für die Wege einplanen als im Sommer, empfiehlt sie.

Wesentlich mehr Unfälle hat es derweil jenseits der Kreisgrenze Richtung Rottweil gegeben. Zwischen Peterzell und Fluorn geriet eine 23-Jährige mit ihrem Wagen am Montagabend auf den Gegenfahrstreifen und prallte mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Die 23-Jährige zog sich mehrere Prellungen zu und erlitt einen Schock. Die beiden anderen Beteiligten blieben unverletzt.

Verletzte und Sachschaden

Zudem kamen bei Winzeln, Fluorn und Rötenberg Autos von der Straße ab, es gab Verletzungen und Sachschäden. Kurz vor Alpirsbach kam am Montag gegen 23.30 Uhr ein Sattelzug von der Straße ab und fuhr sich im Bankett fest.