Die Pflege rund um den Angelsee wird für den Angelverein immer schwerer. Foto: Masson (Archiv)

Nach langer Corona-Zwangspause hielt der Angelverein Mahlberg-Orschweier (AV) seine Jahreshauptversammlung am eigenen Angelsee ab. Thema war unter anderem die Algenplage am See.

Orschweier - Das kam bei den Mitgliedern gut an. "Das könnten wir gerne künftig so beibehalten", freute sich der AV-Vorsitzende Heinz Obergföll. Schriftführer Lukas Schwendemann berichtete über den Ausfall einiger Veranstaltungen – immerhin konnte im April das traditionelle "Anangeln" wieder stattfinden.

Angelsee war einst eine verwilderte Kiesgrube

Aktuelles Problem ist jedoch ein deutliches Sinken des Wasserspiegels im Orschweierer See und das klimabedingte Blühen ungeliebte Algen. Sie nehmen den Fischen den Sauerstoff. Bisherige Bemühungen des AV hatten wenig gefruchtet. Da hatte sich das Bekämpfen der Algenplage per Handrechen vom Ufer aus noch am besten bewährt, jedoch ist dies sehr mühsam.

Die Freiwillige Feuerwehr unterstützte mit ihren Motorpumpen, um per Sprühstrahl wieder mehr Sauerstoff in den Teich zu bekommen und dabei auch Algen zu zerstören.

Großes Thema des AV bleibt nicht nur die kritische Gewässerqualität, sondern auch die Pflege und Instandhaltung der Umgebung des Sees. Trotz Aufsitz-Rasenmäher sind die Freizeit-Angler damit personell stark ausgelastet, auch wenn Obergföll sowie Gründungs-, Ehren- und noch immer Vorstandsmitglied Rolf Wieber, selbst mit anpacken.

Der verhinderte Rechner Andreas Lichtenstein ließ von einem kleinen Kassenplus im Vorjahr berichten, samt unangetasteter beruhigender Rücklagen. Die Folge war eine einstimmige Vorstandsentlastung.

Der heutigen Angelsee war einst eine Kiesgrube. Schon vor dem ersten Weltkrieg wurde kleinen See Kies gefördert und dann mit Zugtieren ins Dorf geschafft – für Orschweierer Straßen und sonstige Bauvorhaben. Nach 1945 wurde die Förderung mit einer Kipp-Lore auf Schienen modernisiert. So entstand dort eine immer größere Baggergrube, die zum Bau des nahen Autobahnabschnittes "Lahr-Riegel" ab 1961 genutzt wurde.

Schließlich nahm sich der 1979 gegründete Angelsportverein des völlig verwilderten Teichgeländes an. Männer der ersten Stunde waren, neben vielen anderen, der damalige Ortsvorsteher Ingolf Santo und der heute noch aktive Rolf Wieber. Auch Mahlbergs damaliger Bürgermeister Ulrich Hehr hatte schon damals das Projekt tatkräftig unterstützt, das Gelände zu entwildern und zum Angeln nutzbar zu machen.