Der Kirchgarten lädt mit Sitzbänken zum Verweilen ein. Die Aufenthaltsgelegenheit wird jedoch häufig missbraucht. Foto: Benjamin Roth

Müllprobleme im Garten der Martinskirche sowie im KaufWaschCafé beschäftigen weiter die evangelische Kirchengemeinde Ebingen.

Mit dem Ebinger Beitrag bittet die Evangelische Kirchengemeinde Ebingen in diesem Jahr erneut um Spenden für drei Projekte in der Gemeinde. Der Ebinger Beitrag habe eine „gute Tradition“, wie Katrin Hödl, Verwaltungsleiterin der Kirchengemeinde betont.

 

Jährlich gibt es drei Projekte, wie es bereits vor der Fusion der Martins-, Thomas- und Friedens-/Emmauskirche der Fall war. „Wir versuchen die Projekte immer thematisch zu streuen. Die Anliegen der Menschen sind verschieden“, sagt Katrin Hödl. Wichtig ist ihr zu betonen, dass die Spenden – wenn vom Geldgeber auf dem Überweisungsschein so angegeben – auch strikt nach den Projekten getrennt werden. Spenden für den Ebinger Beitrag ohne Projektbezug kommen allen Projekten in gleichen Teilen zugute.

Projekt eins hat zum Ziel, den Kirchgarten der Martinskirche zu schützen. Das Ärgernis, dass insbesondere an Samstagabenden dort regelmäßig Müll hinterlassen wird, bestehe schon seit Jahren, erläutert der geschäftsführende Pfarrer Thomas Soffner. „Gebrauchte Spritzen, Hundekot, Glasscherben“, nennt Soffner nur einige Gegenstände, die von der Mesnerin oder Ehrenamtlichen mühselig beseitigt werden müssen. Und dies eben häufig vor dem sonntäglichen Gottesdienst. Zudem sei es auch schon zu Schmierereien am Putz der Kirchenfassade gekommen.

Versuche zur Verbesserung der Situation erfolglos

„Grundsätzlich finden wir es schön, wenn die Bürger den Kirchgarten beleben und als Aufenthaltsort nutzen“, erläutert Thomas Soffner. Müll und unappetitliche Hinterlassenschaften dürften aber nicht die Folge sein. Bisher blieben die Versuche zur Verbesserung der Situation erfolglos. Sei es das Aufstellen von Mülleimern, in denen dann teils säckeweise Hausmüll gelandet sei, oder das direkte Ansprechen von Personen. Auch die Polizei habe ein verschärftes Auge auf den Kirchgarten. Nur können auch die Beamten nicht rund um die Uhr die Örtlichkeit bewachen.

Das Ziel mit den Spenden aus dem Ebinger Beitrag: den nächtlichen Betrieb um die Martinskirche einstellen. Im Gespräch sind Kameras, Gittertüren unter anderem für das Südportal oder Kontrollen durch einen Wachdienst. „Aktuell prüfen wir, was finanziell darstellbar und rechtlich möglich ist“, informiert Pfarrer Soffner. Wenn Angebote eingeholt und Kosten und Nutzen abgewogen seien, entscheide der Kirchengemeinderat final. „Bis zum Sommer sollten wir wissen, was wir wollen.“

Von Müllsäcken überrascht

Mit einem Müllproblem kämpft auch das KaufWaschCafé in der Ebinger Bahnhofsstraße. Trägerin des sozialen Treffpunkts für Personen mit kleinem Geldbeutel ist die Kirchengemeinde. Geschäftsführerin Patricia Seibert-Klöck von der Diakonischen Bezirksstelle Balingen sagt: „Wir vermüllen langsam.“ Immer häufiger komme es vor, dass sie morgens von abgestellten Müllsäcken mit nicht mehr brauchbarer Kleidung vor der Tür überrascht werde. Manchmal sei auch Sperrmüll mit dabei, Porzellan oder kaputtes Spielzeug. Seit bald zwei Jahren seien solche Vorfälle immer häufiger.

Eigentlich ist das KaufWaschCafé eine Einrichtung, in der Besucher preisgünstig Second-Hand-Kleidung kaufen, dort waschen und dabei einen Kaffee trinken können. Seibert-Klöck befürchtet, dass sich das Problem durch den Abbau der Altkleidercontainer und deren Verlagerung in die Wertstoffzentren, verschärft. „Menschen ohne Auto haben keine praktikable Möglichkeit mehr, ihre Altkleider zu entsorgen.“ Das innerstädtische KaufWaschCafé werde daher ungewollt zur Anlaufstelle.

Der gespendete Müll sei auch eine finanzielle Belastung; für Entsorgungsaktionen habe man bereits in der Vergangenheit Container bestellt. Daher werde nun auch das Geld aus dem Ebinger Beitrag für die Müllentsorgung benötigt. „Langfristig müssen wir aber eine dauerhafte Lösung finden. Sonst fressen uns die Müllgebühren auf und das KaufWaschCafé kann nicht weiterbetrieben werden“, warnt Patricia Seibert-Klöck, die auch die Stadt in der Verantwortung sieht. Gespräche gebe es weiter.

Barrierefreier Kita-Zugang

Das dritte Projekt aus dem Ebinger Beitrag betrifft die Kindertagesstätte „Regenbogen“ in der Weststadt, deren Trägerin die Kirchengemeinde ist. Das Gebäude liegt auf halber Höhe zwischen Gottfried-Keller- und Danneker-Straße.

Ein barrierefreier Zugang ist derzeit nicht gegeben, was sich in diesem Jahr ändern soll. Die Spenden aus dem Ebinger Beitrag sollen diese Projekt finanziell unterstützen. Mitte April soll die Baustelle eingerichtet werden.

Gespendet werden kann per Überweisungsformular, dass dem jüngsten Gemeindebrief beilag, mit einem eigenen Überweisungsträger sowie über die Homepage der Kirchengemeinde. Das Kennwort „Ebinger Beitrag“ sowie die Projektnummer sind anzugeben.