Eigentlich sollte sie Ende Oktober fertig sein, doch die Sanierung der Gewerbehallestraße muss ausgeweitet werden – und dauert dadurch länger. Nach dem Motto „Wenn schon, denn schon“ hat sich der Gemeinderat für die große Ausbaulösung entschieden.
Kein Durchkommen ist seit Anfang August im oberen Teil der Gewerbehallestraße in St. Georgen. Im Zuge der Innenstadtsanierung wird hier gewerkelt. Eigentlich sollten die Arbeiten in diesem Bereich bereits Ende Oktober abgeschlossen, die Sperrung zu diesem Zeitpunkt aufgehoben werden. Doch die Gewerbehallestraße ist nach wie vor gesperrt – und das wird auch noch einige Zeit so bleiben.
Warum? Das erläuterte Alexander Tröndle, Leiter des städtischen Bauamts, jüngst in einer Sitzung des Gemeinderats. Im Prinzip seien die Bauarbeiten in diesem Bereich auch schon längere Zeit abgeschlossen.
Doch dann ergab sich ein größeres Problem auf der Baustelle, das die Planer im Vorfeld nicht erkannt hatten, wie Tröndle sagte. Im Bereich hin zu den Parkplätzen entlang der Post-Tiefgarage ergebe sich durch die Erneuerung der Gerwerbehallestraße ein Höhenunterschied von 40 bis 50 Zentimetern zwischen dem neuen und alten Straßenabschnitt – ein erhebliches Problem.
Nun war guter Rat teuer. Die Stadtverwaltung hatte drei mögliche Szenarien entwickelt. Option eins war dabei eher theoretischer Natur: Um die Straße schnell wieder in Betrieb nehmen zu können, wäre der Sitzungsvorlage zufolge ein Provisorium auf einer Länge von zehn bis 15 Metern notwendig – und zwar ein teures. Diese Möglichkeit schied für Stadtverwaltung und Gemeinderat schnell aus.
Große und kleine Lösung stehen zur Debatte
Stattdessen soll die Sperrung bestehen bleiben – und der Ausbau der Gewerbehallestraße ausgeweitet werden. Einzig die Frage, wie weit die Sanierung der Straße in Richtung Süden ausgedehnt werden sollte, stellte sich.
Auf jeden Fall ausgebaut werden sollte der Streckenabschnitt zwischen dem aktuellen Baustellenbereich und der Einfahrt zur Post-Tiefgarage – das war der Vorschlag der Stadtverwaltung. Der Gemeinderat sprach sich jedoch dafür aus, die Gewerbehallestraße zusätzlich in einem zweiten Bauabschnitt noch bis zur Kreuzung mit der Gerwigstraße zu sanieren.
Kostenpunkt der Maßnahme: knapp 600 000 Euro, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass das Vorhaben mit etwa 285 000 Euro gefördert wird. Die kleinere Ausbaulösung – von der Baustelle bis zur Einfahrt in die Post-Tiefgarage – hätte gut 190 000 Euro gekostet.
Baukosten werden wohl weiter steigen
Doch der teurere Komplettausbau hat einige Vorteile, wie aus den Reihen des Gemeinderats betont wurde. Die Möglichkeit, dasselbe Material für den gesamten Ausbau zu nutzen, keine unschönen Übergänge und der Umstand, dass der Rest der Straße ohnehin in absehbarer Zeit saniert werden soll – diese Aspekte überzeugten die Räte schließlich von der großen Ausbaulösung. Perspektivisch werde der Ausbau „auch nicht billiger“, bekräftigte Stadtbaumeister Tröndle die Entscheidung des Gremiums, gleich die Gesamtmaßnahme zu vergeben.
„Chaos in der Mühlstraße“
Starke Verkehrseinschränkungen durch die weitere Sperrung der Gewerbehallestraße befürchtet der Gemeinderat nicht – auch wenn es natürlich im Sinne der Anwohner und Einzelhändler sei, dass die Straße so schnell wie möglich wieder befahrbar sei, merkte Jochen Bäsch (FDP) an. Viel schlimmer als die Sperrung der Gewerbehallestraße sei aber das „Chaos in der Mühlstraße“, wo es wegen parkender Autos und stärkerer Nutzung der Straße infolge der Einbahnstraßenregelung in der Gerwigstraße immer wieder zu gefährlichen Situationen im Begegnungsverkehr kommt.