Wie wird das Stadtklima besser? Durch viel Grün, aber auch durch energetische Sanierungen an Gebäuden. Foto: Gabriele Hauger

Im Klimaschutzbericht 2022 und 2023 der Stadt Lörrach wurde erkennbar: Es gibt deutliche Fortschritte, aber es besteht weiter Handlungsbedarf.

Die Stadt Lörrach legt ihren aktuellen Klimaschutzbericht für die Jahre 2022 und 2023 vor. Der Bericht zeigt: Lörrach hat in den vergangenen Jahren weitere Fortschritte beim Klimaschutz erzielt, bleibt jedoch hinter den eigenen ambitionierten Zielvorgaben zurück.

 

Reduktion von Emissionen und Energieverbrauch

Die Treibhausgasemissionen konnten im Zeitraum von 2021 bis 2023 um rund 8 Prozent gesenkt werden. Insgesamt entspricht dies einer Einsparung von etwa 23.300 Tonnen CO₂-Äquivalenten. Parallel dazu ging der Energieverbrauch deutlich zurück, so die präsentierten Zahlen.

Besonders starke Rückgänge beim Energieverbrauch wurden laut Stadt in folgenden Bereichen verzeichnet: Haushalte (-18,75 %), Kommunale Fahrzeugflotte (-27,5 %), Industrie (-3,8 %) und Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (-4,65 %).

Die Emissionen

Die Emissionen pro Einwohner lagen 2023 bei etwa 5,22 Tonnen CO₂-Äquivalenten. Damit liegt Lörrach unter dem vorläufig geschätzten bundesweiten Durchschnitt von 8,1 Tonnen sowie unter dem geschätzten Landeswert von Baden-Württemberg (5,6 Tonnen).

Seit 1990 konnten die Treibhausgasemissionen in Lörrach insgesamt um rund 59 Prozent reduziert werden – trotz wachsender Bevölkerungszahlen.

Klimaziele bleiben weiterhin ambitioniert

Gleichzeitig zeigt sich eine strukturelle Veränderung im Energiemix: Der Anteil erneuerbarer Energien nimmt kontinuierlich zu.

Schottergärten sind klimafeindlich Foto: Pixabay

Trotz der positiven Entwicklung liegt Lörrach derzeit nicht vollständig auf dem angestrebten Zielpfad. Für das Jahr 2023 überschreiten die THG-Emissionen den Zielwert um etwa 11 Prozent. Die Stadt verfolgt das Ziel, die Treibhausgasemissionen jährlich um 7,5 Prozent zu reduzieren und bis spätestens 2040 klimaneutral zu werden. Dieses Ziel orientiert sich an den Vorgaben des Landes Baden-Württemberg.

Der Bericht zeigt deutlich, dass insbesondere in zwei Bereichen weiterer Handlungsbedarf besteht:

Wo Potenziale liegen

Beim Privaten Gebäudebestand: Hier bestehen große Potenziale durch energetische Sanierungen.

Beim Verkehr: Die Emissionen sind in diesem Bereich bislang kaum zurückgegangen.

Zusammen verursachen Haushalte und Verkehr rund 72 Prozent der gesamten Emissionen in Lörrach.

Handlungsbedarf im Gebäudebereich und Verkehr

Die Bilanzierung erfolgt nach dem bundesweit einheitlichen BISKO-Standard. Ab der CO2-Bilanz 2022 wird die Treibhausgasbilanz durch den Fachbereich Umwelt und Mobilität der Stadt selbst erstellt. Verbesserte Datengrundlagen ermöglichen eine genauere Darstellung und Vergleichbarkeit.

Das Fazit von städtischer Seite: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass wir beim Klimaschutz in Lörrach Fortschritte machen. Gleichzeitig wird deutlich, dass wir unsere Anstrengungen weiter verstärken müssen – insbesondere im Gebäudebestand und im Verkehrsbereich. Klimaschutz bleibt eine zentrale Zukunftsaufgabe für unsere Stadt“, erläutert Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić.