In Sachen Wasserversorgung muss die Gemeinde Nusplingen jetzt handeln. Foto: jozsitoeroe - stock.adobe.com

Seit einigen Wochen lassen sich die Schieber von Nusplingens gemeindeeigener Ultrafiltrationsanlage nicht mehr regeln – jetzt wird die Gemeinde von der Hohenberggruppe mit Wasser versorgt. Doch das könnte im Sommer schwierig werden.

Seit dem 19. Februar ist es nicht mehr möglich, die Schieber der gemeindeeigenen Ultrafiltrationsanlage im Dietsteinweg zu regeln. In großen Lettern steht es auf der Internetseite der Gemeinde: „Die Wasserversorgung musste auf Notwasserversorgung umgestellt werden.“ Für diese Notwasserversorgung ist die Hohenberggruppe zuständig.

 

Vorläufig. Sollte aus irgendeinem Grund das Wasser knapp werden, dann könnte es Probleme geben – dann könnte die Hohenberggruppe eine sichere Wasserversorgung Nusplingens eventuell nicht mehr gewährleisten. Deshalb, so Bürgermeister Jörg Alisch in der jüngsten Gemeinderatssitzung, müsse zügig gehandelt werden, auch wenn es derzeit keine Versorgungsprobleme gebe.

Die Störungen mehren sich

Woran liegt es? Die Nusplinger Ultrafiltrationsanlage wurde Ende 2007 in Betrieb genommen, ist also in die Jahre gekommen – seit Ende des vergangenen Jahres mehren sich die Störungen. Die größten Probleme bereitet laut Wassermeister Emil Keßler die Steuerung der Anlage: Immer wieder liefen Störmeldungen ein, und es komme zu Abschaltungen. Mit Updates sei es da nicht mehr getan – die Anlage müsse ausgetauscht werden.

Die Hoffnung war da – aber wie wird nicht erfüllt

Überraschend kommt diese Erkenntnis nicht; Alisch verwies auf den entsprechenden Haushaltsposten: 233 000 Euro betrage der Ansatz. Allerdings habe man gehofft, die Anlage noch einige Zeit betreiben zu können.

Doch nun komme man um eine zeitnahe Erneuerung nicht mehr herum – das hätten die Fachleute der Hohenbergwasserversorgung bestätigt. Mit einer neuen Anlage und elektrotechnischen Komponenten, so hieß es in der Ratssitzung, ließe sich das Wasseraufkommen beträchtlich vermehren.

Derzeit läuft alles über ein einziges Rohr

Und das täte Not, denn momentan erfolgt die Notversorgung über ein einziges Rohr. Sollte als Folge eines Brandes oder eines Rohrbruchs der Wasserverbrauch stark steigen, dann könnte ein Wassermangel eintreten, der sich nicht mehr ausgleichen ließe, warnen die Experten.

Die Nusplinger sind also im Zugzwang, haben schon reagiert und die Tuttlinger Firma Strecker, die bereits die aktuelle Anlage installiert hatte, um ein Angebot gebeten. Wenn man ihr rasch den Auftrag erteilte, könnte die neue Anlage bereits im Mai oder Juni in Betrieb genommen werden. Das würde allerdings voraussetzen, dass die Gemeinde den Auftrag freihändig vergibt – da eine Ausnahmesituation vorliegt und Strecker ohnehin konkurrenzlos in Deutschland und der Schweiz zu sein scheint, so weit es dieses konkrete Projekt angeht, hält Bürgermeister Alisch dies auch für angemessen und vertretbar: Das Einholen weiterer Angebote würde im Sand verlaufen und nur Zeit kosten.

Die Lage ist dringlich

Die Gemeinderäte waren sich der Dringlichkeit der Lage durchaus bewusst. Peter Reiser wies darauf hin, welch hohes Gut die eigene Wasserversorgung im Ort darstelle, und forderte, „in die Pötte zu kommen“. Hans Hager sah es genauso: „Es geht um unsere Wasserversorgung – da muss sofort reagiert werden.“

Am Ende votierte das Gremium einstimmig dafür aus, den Auftrag, die Ultrafiltrationsanlage zu ersetzen, auf der Grundlage des vorliegenden Angebots freihändig an die Firma Strecker zu vergeben. Einschließlich einer künftigen Fernwartung.