Während es sich RB Leipzig beim SC Freiburg leisten kann, David Raum zu schonen, brauchen die Breisgauer einen Sieg für die sichere Europapokal-Quali
Erstmals in der Vereinsgeschichte Königsklasse, Conference League – oder doch eine Saison ohne internationalen Wettbewerb? Für den SC Freiburg geht es in den kommenden Tagen um viel: Geld, einen Titel und mindestens acht weitere europäische Nächte. Und über allem steht das größte Spiel der Vereinsgeschichte am Mittwoch, wenn es in Istanbul um den Gewinn der Europa League geht.
In den Köpfen der Fans steht dieses Spiel seit dem historischen Finaleinzug vor gut einer Woche an oberster Stelle, die letzte Bundesligapartie am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen RB Leipzig ist nur ein Aufwärmprogramm für das Spiel der Spiele. Und bei den Spielern?
„Natürlich steht das Finale, wenn man mal ganz ehrlich ist, schon über dem Spiel am Samstag“, sagte Abwehrchef Matthias Ginter am Donnerstag beim Media Day der Uefa. Gleichzeitig wisse man jedoch auch, dass auch die Begegnung in der Liga „logischerweise“ eine Bedeutung habe.
Die Champions League ist für Günter noch kein Thema
Denn mit einem Sieg hätten die Freiburger zumindest Rang sieben und die damit verbundene Qualifikation für die Conference League sicher. „Das nächste Jahr international zu spielen – nach einer Saison, in der wir schon international gespielt haben. Das ist eine Leistung für uns“, sagte Kapitän Christian Günter zu dem schwierigen Spagat zwischen Bundesliga-Finale und Europapokal-Endspiel. Darüber, dass ein Sieg gegen Aston Villa im Besiktas-Stadion am Bosporus gleichbedeutend mit der Teilnahme an der Champions League wäre, wollte der Tennenbronner vor dem Spiel gegen Leipzig nicht sprechen.
„Wir wollen den siebten Platz und dafür werden wir eben auch alles tun. Natürlich ist die besondere Herausforderung diese Woche, dass eben auch das nächste Spiel schon einen größeren Einfluss hat“, war auch Trainer Julian Schuster auf der Pressekonferenz darum bemüht, den Fokus auf das nächste Spiel zu legen. Schon die Tatsache, die erneute Europapokal-Quali in der eigenen Hand zu haben, sei „sehr, sehr beachtlich“.
Was den Freiburger in die Karten spielen könnte
Die Leipziger Situation könnte den heimstarken Breisgauern dabei in die Karten spielen. Denn Platz drei und damit die anvisierte Teilnahme an der Champions League haben die Sachsen bereits vor dem letzten Spieltag sicher, tabellarisch geht es um nichts mehr.
So kann es sich RB-Trainer Ole Werner sogar leisten, seinen Kapitän und Leistungsträger David Raum zu schonen. „Er hätte sicher auf dem Platz gestanden, wenn es für uns noch um die vorrangigen Saisonziele gegangen wäre. Aber so profitiert er sicher von der Pause und damit auch wir und sicherlich auch die deutsche Nationalmannschaft“, erklärte der Leipziger Coach die Gründe für die Schonung des Linksverteidigers.
Julian Schuster lobt die medizinische Abteilung
Ob Werners Gegenüber Schuster den ein oder anderen Stammspieler mit Blick auf das Finale in Istanbul schonen wird, ist dagegen offen. Klar ist aber: Außer Yuito Suzuki, der jedoch zumindest im WM-Kader Japans steht, sind alle SC-Spieler für das Saisonfinale fit. Auch Patrick Osterhage mischte am Donnerstag nach Knie-OP wieder im Training mit und stellt so wieder eine Option dar. „Das ist keine Selbstverständlichkeit bei der Anzahl an Spielen mit den vielen englischen Wochen“, sagte Schuster und lobte dabei die gesamte medizinische Abteilung.
Drei Spieler des SC Freiburg in der neuen Saison nicht mehr dabei
Für drei SC-Spieler wird die Partie am Samstag derweil das letzte Bundesliga-Spiel im Breisgau. Nicolas Höfler beendet seine aktive Karriere, zudem werden Daniel-Kofi Kyereh und Maximilian Philipp den Verein verlassen. Verabschiedet werden soll das Trio jedoch nicht am Samstag, sondern erst nach dem Europa-League-Finale.