Für Schwanaus Bürgermeister Marco Gutmann ist der Ringschluss in der Wasserversorgung eins der wichtigsten Projekte des Jahres. Foto: Köhler

Welche Themen beschäftigen die Gemeinden 2026? Unsere Redaktion hakt bei Bürgermeistern nach. In Schwanau legt Marco Gutmann den Fokus auf Wasser und Bildung.

Nach einem turbulenten Herbst ist in der Gemeinde Schwanau wieder Ruhe eingekehrt. Das mögliche Krematorium und die von Herrenknecht in Allmannsweier entfernten Blumenkübel hatten im Oktober die Emotionen hochkochen lassen. Unbeeindruckt davon zeigt sich Schwanaus Bürgermeister Marco Gutmann. „Der Katalog ist groß“, richtet er den Blick lieber auf das laufende Jahr.

 

Zentrales Thema sind die Bauarbeiten für den Ringschluss bei der Wasserversorgung. Als „ganz elementar“ bezeichnet Gutmann die zuverlässige Versorgung der Schwanauer Bürger. Die ersten beiden Bauabschnitte, so der Rathauschef, sollen idealerweise schon bis zu den Sommerferien erledigt sein. Der dritte soll sich nahtlos anschließen. Sechs Kilometer wird das Netz einmal lang sein, das sich die Gemeinde einiges kosten lässt: 2,7 Millionen Euro, wovon 1,55 Millionen Euro vom Land zugeschossen werden.

Planung für neue Schule soll voranschreiten

Gutmann ist zuversichtlich, dass die Arbeiten gut vorankommen werden, weist aber auch auf Schwierigkeiten hin: Die Grundwasserstände seien stets im Auge zu behalten. „Mehr Wasser in der Rheinebene – etwa durch die Schneeschmelze – machen das Leben nicht einfacher“, sagt er. Die Belohnung soll eine Versorgungssicherheit sein – im Notfall auch „in anderer Richtung“, wie Gutmann ausführt. Nach dem Ringschluss könne auch Meißenheim, Partner im Wasserversorgungsverband Ried, bei Bedarf mit Wasser aus dem Ottenheimer oder Nonnenweierer Tiefbrunnen versorgt werden.

„Ein ganz großes Thema, das schon länger behandelt wird“, so Gutmann, sei das Thema Bildung. Die Gemeinde Schwanau will eine neue Grundschule für Kinder aus allen Ortsteilen errichten. Im Juli 2022, kurz vor Gutmanns Wahl zum Bürgermeister, fiel nach einigen Diskussionen in den Monaten zuvor im Gemeinderat die Entscheidung für den Standort bei der Burkhardt-Michael-Halle. „Für die Kinder ist das am wenigsten ein Problem, wohin sie zur Schule gehen“, blickt der Rathauschef auf das einst mitunter hitzig diskutierte Thema. Auch mit Blick auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gelte es nun, das Thema voranzutreiben. Weitere Abstimmungen mit dem Regierungspräsidium sollen dieses Jahr folgen.

Zumindest angestoßen werden sollen 2026 auch innerörtliche Maßnahmen in Nonnenweier im Rahmen des Landessanierungsprogramms. Neben privaten Maßnahmen nennt Gutmann hier „Parkraum, Radwege, Verkehrssicherheit“ als Stichworte.

Mit Freude blickt Gutmann darauf, dass sich das Baugebiet Ziegelgarten in Nonnenweier auf der Zielgeraden befindet. Hier sollte bald die endgültige Abrechnung für die Erschließung eintrudeln, dann kann die Gemeinde die Preise für die mehr als 30 Grundstücke festlegen und mit der Vermarktung beginnen. Auf den Weg bringen will der Rathauschef in diesem Jahr auch das Baugebiet Trauerau-West in Ottenheim. Hier geht es um 4,7 Hektar Baufläche mit 84 Bauplätzen. „Gemeinderat und Ortschaftsrat werden über die Erschließung beraten“, so Gutmann.

Gemeinde stellt Weichen für Herrenknecht

Ein großer Kostenpunkt wird 2026 auch die energetische Sanierung der Glasfassade an der Rheinauenhalle in Ottenheim sein. „Hier bringen wir die Ausschreibung auf den Weg“, sagt Gutmann. 350 000 Euro stehen im Plan. Der Glasfaserausbau komme in Schwanau gut voran. In Nonnenweier sei man schon zu 70 Prozent durch, im Anschluss sei Wittenweier dran. In Allmannsweier steht die Gewerbeentwicklung auf dem Plan. Hier will die Gemeinde der Firma Herrenknecht ihre Erweiterungen ermöglichen. Spatenstich für das neue Forschungszentrum war bereits, weshalb der Fokus nun auf dem neuen Logistikzentrum liege, das vom Lahrer Flugplatz nach Allmannsweier umziehe. „Da steckt viel Verwaltungsarbeit dahinter“, betont Gutmann.

Zwei Dauerbrenner

Die Gesundheitsversorgung und die Nahversorgung mit Lebensmitteln sind Themen, die Schwanau stetig beschäftigen, führt Gutmann an. Gerade in Ottenheim gebe es den Wunsch vor allem unter den Älteren, fußläufig Lebensmittel einkaufen zu können. Die Supermärkte der Gemeinde stehen in Nonnenweier und Allmannsweier. Beim Ansiedeln von Hausärzten sei man in einem stetigen Austausch, so der Bürgermeister.