Die Premiere des neuen RGG-Musical „Shrek“ hat das Publikum am Freitagabend restlos begeistert. Am Ende hielt es keinen auf den Stühlen, minutenlanger und lautstarker Beifall war verdienter Lohn für alle Akteure.
Eine Stimme aus dem Hintergrund grummelte zunächst mürrisch: „Was machen Sie hier in meinem Sumpf?“ und verpackte die Theater-Regeln „Handy aus“ und „keine Getränke“ in weitere Fragen. Und dann begann die gut dreistündige Vorstellung mit ausgezeichneter Musik, tollen Liedern, aufwendigen Kostümen und der Geschichte um den grünen Oger Shrek.
Wie vielschichtig diese Geschichte war, wurde durch die Erzähler Martin Schwendemann und Tanja Santo behutsam entwickelt. Die Rollen-Besetzungen waren im Vorfeld sehr gut gewählt worden, die Figuren Shrek und Fiona waren gleich mehrfach besetzt. Und so wurde zunächst der junge Shrek (Sami Nübel) von seinen Eltern in die weite Welt geschickt, wo er nach schrecklichen Erfahrungen mit den Menschen schließlich im stinkenden, ekligen Sumpf ein Zuhause findet.
Die junge Prinzessin Fiona (Madeline Waidele) wurde von ihren Eltern in den Turm gesperrt, weil ein Fluch auf ihr lastete. Tagsüber war sie eine bildhübsche Prinzessin und wurde nachts zur Ogerin. Erst ein wahrer Kuss aus Liebe würde ihre eigentliche Gestalt zum Vorschein bringen. Das endlos lange Warten auf „Prinz Charming“ begann.
Dann kamen die einfallsreich kostümierten Märchengestalten tumultartig in Szene. Der kleinwüchsige Lord Farquaad hatte sie als „Freaks“ in den Sumpf verbannt, um das gleichförmige Bewohnerbild in Duloc zu manifestieren. Dort trafen sie Shrek und baten um Hilfe.
Mit viel Spiel-Witz, besonderen Effekten und mitreißendem Gesang der RGG-Chöre und Solisten wurde das Publikum bestens unterhalten und es brandete immer wieder Applaus auf. Besondere Flexibilität bewiesen „Esel“ (Luis Spannagel) und die junge Fiona, als sie die Tücken der Technik überspielten. Die Darstellung des überdrehten Esels war sehr gelungen, immer wieder gab es viel zu lachen. Denn der Esel wollte so unbedingt Shreks Freund sein (mittlerweile von Noha Imhof in Szene gesetzt) und bewegte sich auf dem schmalen Grat zwischen „Durchdrehen“ und seriöser Loyalität. Er trieb Shrek an und voran auf dem Weg zu Prinzessin Fiona, die er aus dem Drachen-Turm befreien sollte.
Mit beeindruckender technischer Originalität wurde die Begegnung mit der Drachen-Lady, Prinzessin Fiona - die zeitweise als Kind, als Teenie (Leonie Bäder) und als Prinzessin (Leonie Bäder) auf dem Turm-Balkon stand – sowie deren Verwandlung in eine Ogerin (Illayda Zahal) gespielt. Eine tragende Rolle kam der Live-Band beim Erzählen der Geschichte zu. Mit viel Tempo- und Tonart-Wechseln wurden die Stimmungen einzelner Szenen erzeugt und intensiviert. Wenn sich beispielsweise Shrek und Fiona beim Rülpsen und Pupsen näher kommen, oder sich Lord Farquaad in der Badewanne seines Schlosses räkelt und anschließend singend darüber fantasiert, wie er den eigenen Vater vernichtet.
Schließlich kamen auch die Märchenfiguren zurück und sangen traurig: „Es war einmal – wird nie wieder so sein. Wir ziehen los, als Trauerschar – dabei sind wir nur sonderbar.“ Und so sonderbar und wunderbar war dann auch das Ende der Geschichte, in der Fiona – nach dem Kuss von Shrek – als Ogerin seine Frau wird und die Märchenfiguren gerettet sind. Einzig für Lord Farquaad ist das Ende wenig schön, er wird leider von der Drachen-Dame heimgesucht.
Weitere Aufführungen
Das Musical des Robert-Gerwig-Gymnasiums wird am Mittwoch, dem 26. Juni und am Freitag, dem 28. Juni noch einmal aufgeführt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.