Bei der Feier in Freudenstadt gab es ein Novum: Neben 21 goldenen überreichte die Kreishandwerkerschaft erstmals auch vier diamantene Meisterbriefe.
Im Kurhaus und Kongresszentrum in Freudenstadt wurden 21 Mitglieder der Kreishandwerkerschaft Freudenstadt mit dem goldenen Meisterbrief ausgezeichnet und somit jeweils mindestens 50 Jahre als Meister gewürdigt. Erstmals wurden vier diamantene Meisterbriefe für 60 Meisterjahre übergeben.
Lennart Nöller, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Freudenstadt, begrüßte die Gäste. Die zu ehrenden Meister hätten vor fünf beziehungsweise sechs Jahrzehnten mit Mut, Entschlossenheit und tiefem Vertrauen in ihre Fähigkeiten den Meisterbrief in ihrem Handwerk und damit einen Meilenstein ihrer Karriere erreicht, würdigte Nöller die Jubilare.
„Wenn die Jubilare auf ihre 50 Jahre ab dem Meistertitel zurückblicken, blicken sie auf ein halbes Jahrhundert voller Arbeit, Engagement, Verantwortung, aber auch voller Geschichten, Erinnerungen und gewachsener Werte zurück“, sagte Kreishandwerksmeister Friedrich Barth in seiner Rede.
Als es in Werkstätten noch nach ehrlicher Arbeit roch
1975 sei die Welt noch eine andere gewesen. Werkstätten hätten damals noch nach Öl, Holz, Metall oder Farbe und ehrlicher Arbeit gerochen. Computer seien kaum ein Thema gewesen, digitale Steuergeräte, 3D-Druck oder künstliche Intelligenz hätten nur in Zukunftsversionen existiert.
Mit der Entscheidung, die Meisterprüfung abzulegen, hätten die jetzt zu Ehrenden damals nicht nur eine zusätzliche Herausforderung angenommen, sondern den Grundstein für ein ganzes Lebenswerk gelegt. „Die Jubilare haben Werte gelebt, die heute aktueller sind denn je“, so Barth: Liebe zum Beruf, unermüdlicher Einsatz und Schaffenskraft drückten Fleiß, Ehrlichkeit, Können, Verantwortung und Menschlichkeit aus.
In seinem Rückblick erinnerte der Kreishandwerksmeister an eine Zeit, als die Arbeit nicht nur Mittel zum Zweck, sondern Ausdruck von Stolz und Selbstverständnis gewesen sei. Damals habe man gewusst: „Das, was man mit den eigenen Händen schafft, bleibt.“ Und noch immer sei Arbeit mehr als Erwerbstätigkeit – sie sei Teil der eigenen Identität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts, betonte Barth. Ohne das Handwerk laufe nichts. „Sie haben angepackt, durchgehalten, sich neu orientiert – so, wie es echte Handwerkerinnen und Handwerker eben tun“, wandte sich Barth an die Jubilare.
Wälde: Jubilare haben den Kreis mit geprägt
Auch Alexander Wälde, Präsident der Handwerkskammer Reutlingen, blickte ins Jahr 1975 zurück, das ein Jahr zwischen Krisen und Aufbrüchen gewesen sei. Das Handwerk sei von Handarbeit, Erfahrung und persönlicher Verantwortung geprägt gewesen. „Man kannte seine Kundschaft beim Namen, ein Handschlag zählte mehr als jedes Formular.“ Als Unternehmer, Ausbilder und Vorbilder hätten die zu Ehrenden Generationen geprägt.
„Ohne Sie“, so Wälde zu den Jubilaren, „wäre der Landkreis Freudenstadt nicht das, was er heute ist: eine starke, bodenständige Region, in der das Handwerk das Rückgrat der Wirtschaft bildet. Auch heute steht der Meistertitel für Qualität, Verantwortung und Vertrauen“, hob Wälde hervor.
Das Harmonikaorchester Salzstetten-Tumlingen unter der Leitung von Birgitt Schittenhelm begleitete die Feierstunde musikalisch.
Die geehrten Jubilare im Überblick
Goldener Meisterbrief
Ulrich Adrion, Freudenstadt, Elektroinstallateur; Friedrich Barth senior Schopfloch, Kraftfahrzeugmechaniker; Karl-Heinz Braun, Baiersbronn, Zentralheizungs- und Lüftungsbauer; Horst Bürkle, Waldachtal, Maurer; Erich Günter, Baiersbronn, Zimmerer; Karl Hayer, Baiersbronn, Stuckateur; Manfred Johner, Eutingen, Mechaniker; Friedrich Kohler, Schopfloch, Gas- und Wasserinstallateur; Michael Kroemer, Freudenstadt, Friseur; Josef Maurer, Dornstetten, Bäcker; Harald Merkt, Horb, Mechaniker; Fritz Morath, Baiersbronn, Kraftfahrzeugmechaniker; Klaus Müller, Pfalzgrafenweiler, Mechaniker; Sophie-Charlotte Müller, Eutingen, Friseur; Werner Nofz, Waldachtal, Schlosser; Peter Prenosil, Horb, Radio- und Fernsehtechniker; Fritz Surgalla, Empfingen, Maurer; Hans Georg Walter, Empfingen, Kraftfahrzeugmechaniker; Anton Wetzel, Eutingen, Glaser; Herbert Widmaier, Glatten, Glaser; Willy Wurster, Pfalzgrafenweiler, Raumausstatter.
Diamantener Meisterbrief
Friedrich Barth senior, Schopfloch, Landmaschinenmechaniker; Erwin Burkhardt, Freudenstadt, Maurer; Isolde Mühl, Baiersbronn, Friseurin; Werner Stein, Loßburg, Schlosser.