Die Malteser wollen in ihrem Gebäude in der Hauptstraße in Blumberg ein Mehrgenerationenhaus einrichten. Foto: Gernot Suttheimer

Zum ersten Mal wollen die Malteser in Deutschland ein Mehrgenerationenhaus (MGH) eröffnen. Geplant ist das Projekt in Blumberg. Angedacht sei ein Ort der Begegnung und des Engagements, erklärte die Referentin für Soziales Ehrenamt beim Malteser Hilfsdienst, Marija Galjer, bei der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag in der Stadthalle.

Blumberg - Als Zentrum der gesellschaftlichen Teilhabe fördere das MGH generationenübergreifend den Zusammenhalt im Sozialraum. Es sei offen für alle Menschen. In enger Abstimmung mit der Kommune richte es sein Angebot an dem Bedarf der Bürger in Blumberg aus. Dazu zählen Stärkung und Möglichkeit zum freiwilligen Engagement, digitale Bildung und Förderung des demokratischen Miteinanders.

 

Lebensqualität wird gesteigert

Das MGH trage somit zur Gestaltung des demografischen Wandels im Wirkungsgebiet Blumberg positiv bei, so die Referentin. Es steigere die Lebensqualität und vernetze und integriere Menschen in die Gesellschaft, um Teilhabe zu ermöglichen.

Im Hauptraum in der Hauptstraße 71-73 befindet sich eine offene Küche. Zudem gibt es ein Bad und eine zusätzliche separate Toilette, sowie drei weitere Zimmer. Eine Terrasse kann in der wärmeren Jahreszeit genutzt werden. Die Räumlichkeiten sind barrierefrei und behindertengerecht. Unter Regie des AWO-Kreisverbands wurde das Gebäude vor vier Jahren errichtet. Doch bedingt durch die Corona-Pandemie und Personalmangel scheiterte der Verband mit diesem Projekt und musste Insolvenz anmelden. Die im Haus etablierte Tagespflege wurde von den Maltesern übernommen, vor einem Jahr aber eingestellt.

Bürgerbeteiligung wird angestoßen

Um Bürger sowie Träger und Akteure im sozialen Bereich mit einzubeziehen und die Angebots- beziehungsweise Ausgestaltungsflexibilität nutzen zu können, soll für die Schaffung des Mehrgenerationenhauses als erster Schritt ein Bürgerbeteiligungsprozess angestoßen werden. Damit sollen die unterschiedlichen Bedürfnisse, sowie Ideen der Bürger abgefragt und in den Prozess mit einbezogen werden. Alt und Jung haben die Möglichkeit, sich im neuen MGH miteinander auszutauschen.

Digitalcafé möglich

Im ersten Quartal sollen Konzept, Fördermöglichkeiten und Kostenkalkulation mit der Kommune besprochen sein. Im zweiten Quartal sollen der Bürgerbeteiligungsprozess, sowie die Anstellung der hauptamtlichen Leitung und die Einarbeitung stattfinden können, damit sich zeitnah erste Angebote formieren und gestartet werden können. Im Juli ist ein erster Betreuungsnachmittag für Demente geplant. Möglich sei auch eine Art Digitalcafé, um Senioren die Welt des Internets zu erschließen.

FSJ-Stelle denkbar

Denkbar sei auch eine Stelle für das Freiwillige Soziale Jahr einzurichten, meinte Galjer. Für die Finanzierung könnten Zuschüsse beantragt werden.

SPD-Stadträtin Ursula Pfeiffer gab einen kurzen Erfahrungsbericht über ihren zehn Jahre langen leitenden Einsatz für die AWO-Seniorenstube. Sie stellte die Frage, wie man jüngere Menschen für das MGH gewinnen könne. "Wir werden viel ausprobieren müssen und die Kooperation mit den Schulen suchen", antwortete Galjer. Zusammen mit Kindern und Jugendlichen könnten verschiedene Sozialprojekte ins Leben gerufen werden.

Busdienst für Ortsteilbewohner

SPD-Rat Luis Miguel Rocha Dos Santos wollte wissen, wie die Bürger aus den Ortsteilen von dem MGH profitieren. Er erfuhr, dass ein Bus vorhanden sei, mit dem man Ortsteilbewohner abholen und zurückbringen könnte. CDU-Stadtrat Horst Fürderer fragte nach der Kostenbeteiligung der Kommune. Das müsse noch mit Bürgermeister Markus Keller besprochen werden, war die Antwort. Dieser erklärte, die finanzielle Unterstützung des MGH gehöre zu den freiwilligen Leistungen der Kommune. Es sei jetzt wichtig, Ehrenamtliche für das Projekt zu gewinnen.

Info: Das Mehrgenerationenhaus

Das erste Mehrgerationenhaus in der Hauptstraße 71 – 73 in Blumberg soll ein Ort der Begegnung und des Engagements für Jung und Alt werden. Viele soziale Projekte sollen mit der Bürgerschaft, den Vereinen und der Kommune hier verwirklich werden. Geplant sind ein digitales Café, Gesprächsnachmittage, kreative Treffen und vieles mehr. Verwendet werden sollen die Räume der ehemaligen Tagespflege. Diese wurde vor einem Jahr nach der Übernahme durch die Malteser eingestellt. Alle Angebote sollen weitgehend kostenfrei sein. Jetzt werden ehrenamtliche Helfer gesucht.