21 Bauprojekte im Landkreis Rottweil wurden beim Wettbewerb Beispielhaftes Bauen ausgezeichnet. Von Kitas bis Gewerbebau zeigt sich beeindruckende Architekturvielfalt.
Sie beeindrucken allesamt. Und jedes auf seine Weise ganz individuell: die Objekte, die bei der jüngsten Auflage des Auszeichnungsverfahrens „Beispielhaftes Bauen im Landkreis Rottweil“ einen Preis eingeheimst haben.
Am Donnerstagabend bei der Preisverleihung wurde einmal mehr deutlich, welche Fülle architektonischer Schätze der Landkreis zu bieten hat. Und gezeigt wurden gerade mal die 21 prämierten Objekte. Darüber hinaus dürfte es noch viele weitere geben, die sich nicht an dem Wettbewerb beteiligt hatten, vermutet Carmen Mundorff, die Geschäftsführerin der Architektenkammer, die den Festabend moderierte.
Die Vielfalt reicht vom Ferienhaus über Wohnen, öffentliche Bauten, Industrie- und Gewerbebau, städtebauliche und stadtgestalterische Projekte und Innenraumgestaltungen, bis hin zum Bauen im Bestand. Das kulturelle Erbe zu bewahren und dennoch modern zu nutzen, damit haben gleich sechs Bauherrschaften samt Planern überzeugt.
Unter der Schirmherrschaft von Landrat Wolf-Rüdiger Michel hatte die Architektenkammer Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Landratsamt Rottweil das Auszeichnungsverfahren durchgeführt. Objekte, die von 2016 bis 2025 gebaut oder saniert wurden, konnten eingereicht werden. Der Wettbewerb wird ausgelobt, um das Bewusstsein für die Baukultur im Alltag zu fördern. Eingegangen sind 45 Objekte.
Zwei öffentliche Projekte wurden prämiert
Die siebenköpfige, interdisziplinäre Jury hat nach umfassender Besichtigung und Prüfung 21 Objekte prämiert. Bei der Preisverleihung wurden die Plaketten und Urkunden an Bauherrschaft und Architekten verliehen.
Landrat Wolf Rüdiger Michel eröffnete die Feierstunde und lobte die „gut gestaltete Architektur in allen Lebensbereichen“. „Der Wettbewerb ist ein Impuls für alle, die mit Bauen und Planen zu tun haben“, betonte er.
Prämiert wurden mit zwei Kindertagesstätten, zwei öffentliche Projekte. Die Kindertagesstätte Don Bosco in Schramberg und der katholische Kindergarten Bonaventura hatten die Jury mit ihren Konzepten und der Ausführung überzeugt. „Und die Kinder zeigen jeden Tag, dass sie sich wohlfühlen“, freuten sich die Leitungen der beiden Einrichtungen einhellig. Das Großstadtflair hatte die Jury beim „Gewächshaus“ dem creative & startup:hub von Mike Wutta und Thomas Wenger im Rottweiler Gewerbepark Neckartal begeistert. Die beiden kreativen Köpfe der „trend factory“ hatten das Hochaus, wie es im Gewerbepark bezeichnet wird, aus dem Dornröschenschlaf geweckt und das Projekt innerhalb von nur einem Jahr realisiert.
Begeistert hat auch der Umbau und die Teilaufstockung der „hakademie“ von Marie und Robert Hak in der Flöttlinstorstraße, mitten in der historischen Altstadt. „Die Agentur ist seither eine komplett andere Welt und mit Ausblick ins Grüne ist es ein tolles Arbeiten“, schwärmte Marie Hak.
Modernes Wohnen wurde im historischen Wolfhof in Schramberg realisiert. „Eigentlich wollten wir den Schwarzwald ganz rausräumen, haben ihn aber, dank der Architekten, modern interpretiert wieder eingebaut“, so der Bauherr.
Baulücke geschlossen
Mit seinem Wohnhaus in der Schramberger Straße hat Bauherr und Architekt Mathias Aiple eine innerstädtische Baulücke inmitten der prachtvollen Villen aus der Gründerzeit geschlossen. Und Michael Bauer hat in der Rottweiler Metzgergasse einer historischen Schlosserei neues Leben eingehaucht. Nur soviel Fläche zu bebauen, wie man wirklich benötigt, das ist das Konzept des Suffizienzhauses von Architekt und Bauherr Oliver Müller in Rottweil-Hausen.
Begeistert hat auch ein Ferienhaus in Holzbauweise in Lauterbach-Sulzbach, ebenso weitere Projekte, wie der erste Abschnitt der Umgestaltung des Heilig-Kreuz-Ortes anlässlich der Landesgartenschau in Rottweil, das Feuerwehrhaus in Rottweil, die Neuapostolische Kirche in Oberndorf, die Achertschule in Rottweil, der Neubau der ENRW in Neufra, das katholische Gemeindehaus in Dietingen-Böhringen, das Engelfriedhaus in Rottweil-Altstadt, oder die „Ideenschmiede im Holzgewand“ in Fluorn Winzeln, das Produktions- und Verwaltungsgebäude der Trautwein Präzisionsdrehteile GmbH in Dunningen, die „Verwaltung in der Kiste“ der Bronner Packmittel GmbH in Dornhan, die Mehrzweckhalle in Rottweil-Göllsdorf und die Erweiterung und Umbau der Produktionshalle der Firma Schneider in Schramberg-Tennenbronn.
Eine Wanderausstellung mit allen Projekten
Alle Objekte werden in einer Wanderausstellung gezeigt, die als Erstes im prämierten Betriebsgebäude der ENRW in Rottweil-Neufra Station macht. Zudem sind die Objekte online einsehbar unter unter www.akbw.de/baukultur/beispielhaftes-bauen/datenbank-beispielhaftes-bauen/suchergebnisse.