Der SPD-Ortsverband hat seinen Bürgerpreis für ehrenamtliches Engagement verliehen. Ausgezeichnet wurden diesmal ein pazifistisches Schülerprojekt und das Team des Subiaco-Kinos.
Es wurde von allen Seite beleuchtet, hochgehalten und vielfach ausgezeichnet: Das ehrenamtliche Engagement als wichtiges Element für den Zusammenhalt in der Demokratie. Zum zwölften Mal vergab der SPD-Ortsverband Freudenstadt/Oberes Wolftal den mit 500 Euro dotierten SPD-Bürgerpreis für ehrenamtliches Engagement.
Preisträger in diesem Jahr sind das Subiaco-Kino und eine Schülergruppe der Luise-Büchner-Schule. Dort hatten Abiturienten in einem fächerübergreifenden Projekt mit den Lehrerinnen Theresa Wolf und Corina Fritsch mit Bildern und Plakaten das Thema Frieden aufgegriffen, in mehrsprachigen Texten die Gemeinsamkeit von Völkern und Staaten beschworen und eindringlich eine friedliche Welt eingefordern.
Beklemmende Aktualität
Das Projekt begann schon 2020 und bekommt durch die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten beklemmende Aktualität. Bei der Präsentation des Projekts durch eine kleine Schülergruppe, die inzwischen längst das Abitur hinter sich hat, rief Projektteilnehmerin Jennifer Chiara Bleibel mit beschwörenden Worten zu aktiven Friedensbemühungen und zum Gewaltverzicht auf.
Der andere Preisträger ist das Subiaco-Kino im ehemaligen Tanzcafé des Kurhauses, das 2024 sein 20-jähriges Bestehen feiert. Seit Beginn wird das kommunale Programmkino von Gerhard Braun mit einem Stamm von Mitarbeitern geleitet. Ihnen bescheinigte Laudator Günter Braun, „mit viel Herzblut einen sehr großen Mehrwert für die Freudenstädter Veranstaltungskultur zu schaffen“. Das mehrfach ausgezeichnete Kino habe sich, so Braun weiter, zu einer „richtigen Erfolgsgeschichte“ entwickelt.
Eine hoch gelobte Erfolgsgeschichte ist inzwischen auch der SPD-Bürgerpreis für ehrenamtliches Engagement. Im festlichen Rahmen im Schweizer-Saal des Stadthauses vor knapp 100 Zuhörern und prominenten Gästen zelebriert, gab es dafür nach den Begrüßungsworten des SPD-Ortsvorsitzendem Sadik Varol und des SPD-Kreisvorsitzenden Marius Thoy hohe Anerkennung.
Oberbürgermeister Julian Osswald (CDU) erklärte mit Blick auf die 210 registrierten Vereine in Freudenstadt, dass „ohne das Ehrenamt die Stadt nicht im Entferntesten das wäre, was sie heute ist“. In einer Videobotschaft gratulierten die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken und Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin des Innern, den Freudenstädter Genossen zur Veranstaltung und den Preisträgern zu ihren wohlverdienten Preisen. „Hier schaffen Sie Demokratie“, sagte die Staatssekretärin.
Nachlassendes Engagement
Die Bedeutung des Ehrenamts in Baden-Württemberg hat die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Melanie Nagel aus Horb wissenschaftlich untersucht. Demnach, so trug sie lebhaft vor, rangiert der Südwesten mit fast 47 Prozent ehrenamtlich engagierten Bürgern an der Spitze unter den Bundesländern. Allerdings scheine derzeit der Trend zum Einsatz für die Allgemeinheit eher zu sinken. Nach wie vor sei das Ehrenamt aber ein wichtiger Treibstoff für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die musikalische Umrahmung der Preisvergabe besorgten Julia-Laura Andrei (Klavier) und Alexander Gorbatschev (Klarinette) von der Musik- und Kunstschule.