Die Planabweichung ist wohl auf den witterungsbedingten Verbrauchsrückgang zurückzuführen. (Symbolfoto) Foto: Brebca – stock.adobe.com

Eine wenig erfreuliche Nachricht gibt es in Dornhan: Der Wärmebezugspreis musste neu kalkuliert werden. Das bedeutet Erhöhungen für die Kunden.

Die Wärmeversorgung weist im zweiten aufeinanderfolgenden Jahr ein Defizit auf. Der Gemeinderat hat deshalb bei seiner Sitzung am Montag den Bezugspreis erhöht.

 

Bei Aufwendungen von rund 243 000 Euro und Erträgen in Höhe von 195 000 Euro entstand bei der Wärmeversorgung des städtischen Eigenbetriebs ein Verlust in Höhe von knapp 48 000 Euro.

Die Planabweichung um rund 20 000 Euro ist nach Auskunft von Kämmerer Benjamin Gramlich auf den witterungsbedingten Verbrauchsrückgang von rund sieben Prozent zurückzuführen. Zudem waren Abnahmemengen für Neuanschlüsse in den Bereichen Teckstraße und Fürnsaler Straße einkalkuliert, die wegen zeitlicher Verschiebung der Hausanschluss-Herstellung jedoch nicht im Jahr 2024 realisiert wurden.

Vom Kündigungsrecht Gebrauch gemacht

Gramlich geht davon aus, dass auch 2025 mit einem Verlust zu rechnen ist. Diesen bezifferte er mit 59 000 Euro aufgrund gestiegener Kosten im Wärmebezug und rückläufigen Abnahmemengen.

Die Stadt habe deshalb bei den Verträgen mit einer Mindestvertragslaufzeit bis 31. Dezember 2025 vom eingeräumten Kündigungsrecht Gebrauch gemacht. Das betrifft 31 Kunden, davon sind 20 privat, elf städtisch.

Im Jahr 2024 wurde ein Verbrauchspreis in Höhe von 9,1 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) netto abgerechnet. Wie Gramlich anhand der Aufwendungen, unter anderem für den Wärmebezug, und die Erträge aufzeigte, liegt der kostendeckende Verkaufspreis jedoch bei 13,38 ct/kWh netto, brutto bei 15,92 Euro.

Weitere private Kunden möglich?

Im Gremium wurde darüber diskutiert, ob es möglich wäre, weitere private Kunden mit Wärme zu versorgen. Bürgermeister Markus Huber schloss das nicht aus, machte aber deutlich, dass nicht jedes angeschlossene Haus einen Nutzen für das Wärmenetz bringt. „Wir wägen bei künftigen Maßnahmen ab, ob sie wirtschaftlich sind und sich lohnen“, erklärte er.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig Folgendes: Die Wärmepreise für die 31 gekündigten Wärmelieferungsverträge werden zum 1. Januar 2026 auf 13 ct/kWh netto erhöht. Außerdem wird ein jährlicher Grundpreis pro Abnahmestelle in Höhe von 200 Euro netto erhoben.

Auch städtische Liegenschaften betroffen

Die Erhöhung trifft auch die städtischen Liegenschaften. Huber: „Erfreulich ist das nicht, aber mit Verlust darf man nicht kalkulieren.“ Der Gemeinderat hat zuvor dem Jahresabschluss 2024 für die Wärmeversorgung zugestimmt.

Bei der Wasserversorgung konnte der städtische Eigenbetrieb 2024 einen Gewinn verzeichnen. Bei Aufwendungen in Höhe von 851 369 Euro und Erträgen in Höhe von rund 877 600 Euro entstand bei der Wasserversorgung ein Plus von mehr als 26 000 Euro (geplant waren 20 100 Euro).