E-Autos werden im Vergleich zu Verbrennern günstiger. Die Politik sollte Lehren daraus ziehen, meint Hauptstadtkorrespondent Tobias Heimbach.
Über E-Autos gibt es noch immer viele Vorurteile. Etwa die schlechtere Reichweite bei kaltem Wetter (stimmt), oder dass sie klimaschädlicher sind als Verbrenner (stimmt nicht). Ein weiterer Punkt stimmt aktuell, zunehmend aber nicht mehr: der höhere Preis von E-Autos im Vergleich zu Verbrennern. Das zumindest zeigt eine Studie des Center for Automotive Research (CAR) in Duisburg. Die Forscher haben ermittelt, dass sich die Preise von Elektroautos gegenüber vergleichbaren Verbrennern angleichen. Hatte der durchschnittliche Mehrpreises Anfang des Jahres demnach noch bei 7300 Euro gelegen, waren es im Dezember 1340 Euro. Die Autoren berücksichtigten dabei auch Rabatte, nicht nur Listenpreise.
Viel spricht dafür, dass die Preise weiter fallen werden, etwa durch Skaleneffekte und neue Einsteigermodelle. Ein Plus für E-Autos.
Man darf sich jedoch keine Illusionen machen: Damit Deutschland seine Klimaziele im Verkehrssektor einhält, müssten noch viel mehr Elektroautos verkauft werden. Bei der Neuzulassung machen sie etwas mehr als ein Fünftel aus. Der Anstieg der Zulassungszahlen 2025 betrug zwar 60 Prozent, allerdings von einem geringen Vorjahreswert.
Kaufprämie nur bedingt sinnvoll
Die Verkaufszahlen werden vermutlich weiter steigen. Ab Januar gibt es eine neue Kaufprämie, Verbraucher können mit mindestens 3000 Euro rechnen. Solche Instrumente jedoch sind immer schwierig. Sie führen eher zu Mitnahmeeffekten, und wenn die Prämien einmal auslaufen, gibt es einen Aufschrei. Unter dem Strich eher ein teures Geschenk an die Autoindustrie. Sinnvoller wäre es, das Geld in den Netzausbau und die Ladeinfrastruktur zu stecken. Dass die Preise für die Autos sinken, regelt der Markt dann von ganz allein.