Moritz Rieckmann (links) und Christian Rodriguez erläutern eine „rollende Intensivstation“. Foto: Stephan Hübner

Einen Einblick in die Gesundheitsangebote des Roten Kreuzes in St. Georgen erhielten Besucher bei einem Präsentationstag anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Ortsgruppe.

Dazu zählen neben Hausnotruf und Krankentransporten auch Erste-Hilfe-Kurse an Hunden oder Säuglingen.

 

Beeindruckend war die präsentierte Fahrzeugflotte. So übernimmt die Ortsgruppe mit einem Krankentransportwagen an Wochenenden, Feiertagen und nachts Fahrten für den Kreisverband Villingen-Schwenningen. Patienten können darin sitzend und liegend transportiert werden, so Florian Kratt.

Eine Besonderheit sind die „Helfer vor Ort“, die laut Vedat Simsek im Einsatzfall die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrücken. In Kooperation mit der Feuerwehr nehmen Ehrenamtliche ein kleineres Fahrzeug mit nach Hause, um schnell vor Ort zu sein. Den Service lässt sich das DRK viel kosten, der Preis des Fahrzeugs liegt bei 60.000 bis 80.000 Euro.

Feldbetten und ein aufblasbares Zelt

Gar 140.000 Euro kostet ein Einsatzgruppenfahrzeug, das laut Domic Weißbrodt acht Helfer aufnehmen kann und neben üblichem Einsatzgerät auch Feldbetten, ein aufblasbares Zelt sowie Notfall- und Sauerstoffrucksäcke enthält.

Eine Hüpfburg wartet auf dem Marktplatz in St. Georgen auf junge Gäste. Foto: Stephan Hübner

Der stellvertretende Vorsitzende Willi Hils betonte, dass das DRK all dies fast ausschließlich durch Beiträge der Fördermitglieder finanziert, zu einem kleinen Teil auch aus Beiträgen für Sanitätseinsätze bei Veranstaltungen.

Eine rollende Intensivstation

Ein vom Kreisverband gezeigter Rettungswagen kann laut Moritz Rieckmann und Christian Rodiguez als rollende Intensivstation jeden gängigen Notfall behandeln. Präsentiert wurde auch die „Region der Lebensretter“. Wie Johannes Kohler erläuterte, richtet sich das Angebot an qualifizierte Personen in der Nähe eines an die Leitstelle gemeldeten Herzstillstands, die automatisch über die Leitstelle per Handy-App alarmiert werden. Im Schwarzwald-Baar-Kreis gebe es inzwischen 656 Aktive, so Kohler.

So steigt Überlebensrate deutlich an

Dazu passt, dass die Überlebensrate laut Michael Müller deutlich ansteigt, wenn bei Herzstillstand eine Druckmassage in den ersten Minuten erfolgt. Nach 15 Minuten dagegen überlebe kaum jemand. St. Georgen sei zudem in der glücklichen Lage, über viele öffentlich zugängliche Defibrillatoren zu verfügen, die per Sprachanweisungen durch die Bedienung führen. Besucher konnten das an einem Vorführgerät ausprobieren und sich mittels Puppen an Druckmassagen versuchen. Wie das funktioniert zeigten Lya, Lena und Sophia von den Juniorrettern. Kurse im Bereich erster Hilfe bietet das DRK ebenfalls an. Dabei können Teilnehmer zum Beispiel auch Maßnahmen an Säuglingen oder Hunden erlernen. Ein weiterer Kurs richtet sich an Landwirte und Forstmitarbeiter.

Ganz modern präsentierte sich das DRK mit seinem Hausnotrufsystem. Das gibt es neben der bekannten Variante auch mit einem Mobilteil, das per GPS überall in Deutschland geortet werden kann. Die neueste Entwicklung ist eine Smartwatch, die sämtliche Funktionalitäten der Hausstation in sich vereint.

Johannes Kohler wirbt für die Beteiligung qualifizierter Personen an der „Region der Lebensretter“. Foto: Stephan Hübner

Für junge Besucher gab es beim Präsentationstag eine Hüpfburg und Kinderschminken. Für das leibliche Wohl sorgten die Weiherhexen.