Berichte aus dem Stadtwald sowie zur Natur und den Biotopen wurden im Lahrer Umweltausschuss vorgestellt.
Revierleiter Matthias Hummel berichtete vom Lahrer Stadtwald. Dabei ging er insbesondere auf invasive Arten ein. Das sind Gruppen von Pflanzen (oder auch Tieren), die Menschen beabsichtigt oder unbeabsichtigt eingeführt haben und als „gebietsfremd“ eingestuft werden. Laut Hummel gibt es inzwischen viele verschiedene invasive Arten: „Die Liste ist sehr lang“. Im Gremium stellte er drei davon im Detail vor. Mit diesen befasse man sich zurzeit im Stadtwald intensiv beziehungsweise müsse dies künftig tun.
Zum einen ist das die Amerikanische Kermesbeere, die im Stadtwald auf fünf bis zehn Hektar auftrete. Die giftige Pflanze sehe man in der Region immer häufiger in Wäldern, auch im freiem Feld und Flur. Sobald irgendwo Licht auf den Boden komme, fange sie mit dem Keimen an. Die Samen können bis zu 30 Jahre im Boden verweilen – wenn dann Licht auf den Boden fällt, keimen sie. Zudem bilde die Amerikanische Kermesbeere ein intensives Wurzelwerk. Im ersten Jahr könne man die Pflanze noch rausziehen, dann werde es extrem schwierig, beschrieb der Revierleiter die Situation. „Die Bekämpfung ist sehr kostenintensiv“ so Hummel. Er setzt aufs „Ausdunkeln“.
Auf Rückfrage von Stadtrat Frank Himmelsbach (Grüne), erklärte der Revierleiter, dass die Pflanze für Spaziergänger im Wald nicht gesundheitsgefährdend sei. Zudem war zu hören, dass Bürgern oftmals nicht bewusst sei, dass die Pflanze invasiv sei – so würden diese zum Teil aktiv gepflegt.
Zudem nannte Hummel den Bambus als invasive Art im Stadtwald. Bisher seien es zum Glück wenige Flächen, auf denen die Pflanze auftritt. Auch der Blauglockenbaum vermehre sich hier und da, bisher aber noch relativ wenig. „Wo wir die Pflanzen sehen, schneiden wir sie ab“, so Hummel.
Außerdem berichtete er vom Wassermanagement. Wichtig sei, dass Wasser schnell von den Wegen herunterkomme, damit diese langfristig stabil bleiben. Nach und nach sollen zudem Dolen ausgetauscht werden. Zudem setze man auch auf Sickermulden. Im Weiteren erklärte Hummel, dass man im Stadtwald gerne ein Alt- und Totholzkonzept einführen würde.
Amphibienschutzzaun wurde fast komplett erneuert
Friedhelm Keil von der Abteilung Grün und Umwelt präsentierte Daten zur Amphibienwanderung im Bereich des Naturbads Sulz. Dabei wurde in diesem Jahr der Amphibienschutzzaun fast vollständig erneuert. Ein gutes Dutzend Ehrenamtlicher habe die Eimer geprüft und die Tiere auf die andere Straßenseite gebracht. Die Helfer stammten zum Teil nicht einmal aus Lahr, so Keil.
Insgesamt wurden in diesem Jahr 556 Erdkröten bei der Hinwanderung zu den Laichgebieten gerettet – das ist der höchste Wert seit 2019, damals waren es 1021. In den Jahren davor waren die Zahlen deutlich höher. Bei der Rückwanderung wurden 281 Tiere registriert. Neben der Erdkröte wurden zudem Grasfrösche (Hinwanderung 21, Rückwanderung 14), Molche (699, zwei) und Feuersalamander (29, 18) gerettet. Bei den Molchen ist die Zahl der Rückwanderung womöglich so gering, da sich die Tiere später bergauf in den Wald bewegen.
Zudem wurden in den Eimern unter anderem auch eine Blindschleiche, eine Ringelnatter und ein Schnurfüßer registriert.
Nächste Sitzung
Der Umweltausschuss tagt in der Regel vier Mal im Jahr. Die nächste Sitzung ist für Mittwoch, 4. März, geplant. Los geht’s um 17.30 Uhr.