Wo in St. Georgen ist Freifächen-Photovoltaik theoretisch denkbar? Darüber gibt die Potenzialanalyse Aufschluss. (Symbolfoto) Foto: © Björn Wylezich - stock.adobe.com

Bei erneuerbaren Energien – auch bei Freiflächen-Photovoltaik – kochen die Emotionen bisweilen hoch. So auch in Bezug auf die Potenzialanalyse, die dazu in St. Georgen erstellt wurde. Und das, obwohl die bislang noch gar keine konkreten Folgen hat.

Das Thema hatte in St. Georgen offenbar für einige Beunruhigung gesorgt, die sich bereits in einer Sitzung aller Ortschaftsräte entlud. Nun war die Potenzialanalyse für Freiflächen-Photovoltaik (PV) Thema im Gemeinderat – und veranlasste die Stadtverwaltung wie auch Lena Reidl vom Büro HHP Raumentwicklung, welche den Erstellungsprozess begleitet hatte und nun das Endergebnis präsentierte, einige Punkte klarzustellen.

 

Die Potenzialanalyse sei ausschließlich eine Entscheidungshilfe für die Stadtverwaltung, „ein politisch abgestimmtes Abwägungsmaterial“, wie es in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat heißt – für den Fall, dass im Rathaus ein entsprechender Bauantrag eingehe. Das sei aber aktuell noch nicht der Fall, sagte Bürgermeister Michael Rieger.

Und was steht nun drin in der Potenzialanalyse? Potenzielle Freiflächen auf der Gesamtgemarkung der Stadt hat das Büro HHP Raumentwicklung dafür auf Grundlage von Natur und Landschaft in drei Kategorien eingeteilt: grüne Flächen, für die keine Einschränkungen bezüglich der Eignung festgestellt wurden, gelbe Flächen, bei denen es eines oder mehrere Restriktionskriterien gibt, und rote Flächen, die – etwa wegen rechtlicher Vorgaben – überhaupt nicht geeignet sind.

30 Prozent der Flächen mit Restriktionen

Letztere machen mit einem Anteil von rund 11,1 Prozent an der gesamten Gemarkungsfläche einen nicht unerheblichen Teil aus.

Noch mehr als Rot zeigt die zur Potenzialanalyse gehörige Karte aber Gelb: Auf rund 30,1 Prozent der Gesamtfläche spricht mindestens ein Grund gegen die Errichtung einer Freiflächen-PV-Anlage. Im Gegensatz zu den Ausschlusskriterien, die zu einer roten Färbung führen, bedeuten diese Restriktionskriterien aber nicht per se, dass die Fläche gänzlich ungeeignet ist. „Den ganz super top geeigneten Standort wird es wahrscheinlich nie geben“, kommentierte Riedl – da müsse dann im Einzelfall abgewogen werden.

1,7 Prozent der Fläche sind grün

Den kleinsten Teil machen grüne Flächen aus: Auf 1,7 Prozent der gesamten Gemarkungsfläche spricht nichts gegen Freiflächen-PV – zumindest aus Sicht der Potenzialanalyse. Das bedeute aber nicht zwingend, „dass auf diesen Flächen mal eine Freiflächen-Solaranlage stehen wird“, betonte Reidl. Immerhin brauche es auch jemanden, der eine solche Anlage bauen wolle – und der auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen prüfen müsse. Die Potenzialanalyse soll der Verwaltung helfen, zu reagieren, betonte sie – es gehe nicht darum, zu agieren und sich aktiv für Freiflächen-PV auf diesen Flächen einzusetzen.