Die Postbank-Filiale im Villinger Modepark Röther bleibt – in der zukünftigen Beratungsfiliale werden aber schon bald keine Post-Dienstleistungen mehr angeboten. Foto: Marc Eich

Dass die Villinger Postbank zukünftig keine Post-Dienstleistungen mehr anbietet sorgt für Kritik. Auch OB Jürgen Roth schaltet sich ein – und kämpft an oberster Stelle für Lösungen.

Im Oktober fällt eine zentrale Anlaufstelle in Villingen für die Post-Dienstleistungen weg: Die Postbank-Filiale im Modepark Röther bleibt zwar weiter bestehen, Pakete oder Briefe können dort aber dann keine mehr abgegeben werden.

 

Wie ein Sprecher der Postbank erklärte, wird die Filiale ab dem 7. Oktober nur noch als „Beratungsfiliale“ weiterbetrieben. Heißt: Kein klassischer Schalter mehr, sondern eine Konzentration auf Beratung rund um das Thema Geld. Für die täglichen Bankgeschäfte stehen schließlich die Selbstbedienungsterminals zur Verfügung. Über diese kann unter anderem Geld ein- und ausgezahlt, und es können Kontoauszüge gedruckt werden.

Nachdem die Postbank-Filiale in der Friedrich-Ebert-Straße in Schwenningen im vergangenen Oktober geschlossen wurde, handelt es sich um die einzige Anlaufstelle für Postbankkunden im Schwarzwald-Baar-Kreis. Lediglich in Rottweil und Tuttlingen gibt es noch Filialen. Das sorgte zeitweise auch für Ärger bei den Kunden, die sich über lange Warteschlangen im Modepark Röther beschwerten.

Dass zukünftig die Post-Dienstleistungen gestrichen werden, sorgt derweil für einen Aufschrei – auch in der Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Jürgen Roth zeigt sich verärgert über das Vorhaben und sieht dieses „äußerst kritisch“. „Der Verlust einer innenstadtnahen Postfiliale greift unmittelbar in die wohnortnahe Daseinsvorsorge ein – insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen – und schwächt zugleich die Attraktivität unserer Innenstadt“, lässt Roth auf Anfrage über die Pressestelle verkünden.

Citymanager kümmern sich seit April

Bereits im April hatten sich die Citymanager der Sache angenommen, um nach Lösungen zu suchen, erklärt Pressesprecherin Madlen Falke. Dabei seien der Post diverse Vorschläge für strategisch sinnvolle Orte in beiden Stadtbezirken unterbreitet, um eine innerstädtische Ansiedlung zu erhalten. Die Reaktion seitens der Post: null.

„Oberbürgermeister Jürgen Roth hat sich nun persönlich eingeschaltet und ein Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der Post AG entsendet, in dem er nochmals auf die tatkräftige Unterstützung durch die Stadt aufmerksam macht und für eine zentrale Lösung in den beiden Innenstädten wirbt“, so Falke. Man habe großes Interesse daran, ins Gespräch zu kommen.

Filiale im Erbsenlachen zieht um

Aber: Die Stadtverwaltung ist diesbezüglich auf die Bereitschaft der Post an einer Lösungsfindung angewiesen. Man könne auf unternehmerische Entscheidungen nur Einfluss nehmen, wenn die Post ihrem Versorgungsauftrag nicht mehr nachkäme. „Dies ist hier aufgrund einer bestehenden Postagentur im Erbsenlachen jedoch nicht gegeben“, so die Pressesprecherin.

Etwa einen Kilometer von der Postbank entfernt werden dort im Bogenshop die entsprechenden Post-Dienstleistungen angeboten. Allerdings zieht die Postfiliale im Dezember um, wie die dortigen Betreiber auf Anfrage bestätigen. Dann geht es etwa 300 Meter in die Schertlestraße – weiterhin als Postfiliale. Klar ist damit aber auch, dass der Standort weiter von der Innenstadt wegrückt.

In der Villinger Innenstadt gibt es ab Oktober dann lediglich noch eine Anlaufstelle in der Paradiesgasse. Im dortigen Kiosk können die Post-Geschäfte dann erledigt werden. Direkte Parkmöglichkeiten gibt es dort aber nicht.