Die evangelische Freikirche Christus-Zentrum hat eine kleine Weihnachtsfeier im Hof des Problemhauses organisiert. Foto: Monika Schwarz

Kurz vor Weihnachten gibt es positive Nachrichten aus der Problemimmobilie in Klosterreichenbach: Die Heizung läuft – und eine kleine Weihnachtsfeier gab es dort jetzt auch.

Die Negativschlagzeilen über das Problemhaus in Klosterreichenbach haben sich jüngst überschlagen. Jetzt gibt es von dort – rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest – aber auch einmal Positives zu berichten: Seit Ende vergangener Woche läuft die Heizung und die dort untergebrachten – fast ausnahmslos ukrainischen – Familien wurden darüber hinaus mit einer kleinen Weihnachtsfeier im Hof erfreut.

 

Zu verdanken ist das in erster Linie Uwe Haering, der mit seiner Partnerin Sonja Heizmann eine der Wohnungen im Gebäude gekauft hat. Haering ist Diplomingenieur und engagiert sich seit geraumer Zeit in der evangelischen Freikirche Christus-Zentrum Klosterreichenbach. Mit seiner Partnerin hat sich Haering entschieden, dem Hickhack um die Heizung ein Ende zu setzen und die Reparatur auf eigene Kosten in Auftrag zu geben. „Was hätte Jesus in dieser Situation getan?“, sei die Frage gewesen, die ihn geleitet habe, sagt Haering.

Ein örtliches Heizungs- und Sanitärgeschäft habe den Auftrag ausgeführt.

Worst Case verhindert

Ob und wie beide die Kosten dafür je wiederbekommen, steht derzeit in den Sternen. Für Haering steht diese Frage aber auch nicht im Vordergrund. Wäre es in dem Mehrfamilienhaus weiterhin kalt geblieben, hätte den Bewohnern – darunter auch zahlreiche Kinder – nämlich schlimmstenfalls sogar die Unterbringung in einer Notunterkunft gedroht. Diese Gefahr ist jetzt erst einmal abgewendet.

Kleine Weihnachtsfeier im Hof

„Beschenkt“ wurden die zahlreichen Bewohner des Gebäudes jetzt aber nicht nur mit einer funktionierenden Heizung, sondern darüber hinaus mit einer kleinen Weihnachtsfeier im Hof, die das Christus-Zentrum organisiert hatte. Die Mitglieder dieser Freikirche beten regelmäßig für die Hausbewohner.

Neben Punsch und Gebäck für alle gab es kleine Geschenke, und gemeinsam wurden Weihnachtslieder gesungen. Bernd Gann vom Leitungskreis des Christis-Zentrums hatte die Gitarre mitgebracht.

Gemeinsam werden Weihnachtslieder gesungen. Foto: Monika Schwarz

Man wolle die Liebe Gottes nach dem Vorbild von Jesus Christus weitergeben – von Herz zu Herz und von Mensch zu Mensch, betont Gann. „Wir brauchen keine perfekten Häuser, sondern ein perfektes Zusammensein“, findet er. Den Familien, insbesondere den Kindern, bereiteten die Mitglieder des Christus-Zentrums damit sichtlich eine große Freude.

Getränke werden ausgeschenkt; auch Gebäck steht bereit. Foto: Monika Schwarz

Uwe Haering selbst ist überzeugt, dass sich die Situation im Haus künftig zum Guten wendet. Jeden Mangel könne man schließlich beheben, es sei halt eine Frage des Geldes.

Haering ist vor dem Hintergrund seines christlichen Glaubens auch der Meinung, dass es kein Zufall ist, dass ausgerechnet er und seine Partnerin eine Wohnung in diesem Gebäude gekauft haben und dort gelandet sind. Er würde dort perspektivisch auch gerne die Position eines Hausmeisters übernehmen.

Lob für die Gemeinde

Die negative Sichtweise der Nachbarn, die das Gebäude teilweise am liebsten abreißen würden, um auch die dortigen Bewohner loszuwerden, teilt er überhaupt nicht. Lobend erwähnt er bei dieser Gelegenheit auch die bisherige Unterstützung durch die Gemeinde und Ordnungsamtsleiter Marko Burkhardt.