Die Bühler Bosch-Mitarbeiter sorgen sich um ihre Zukunft. Hier ist eine Versammlung im Oktober zu sehen. Foto: IG Metall Offenburg

Der Konzern steht unter Druck – in Bühl sollen 1700 Arbeitsplätze wegfallen. Nun appelliert ein Bündnis aus Mitarbeitern, Politik und Gewerkschaft an das Unternehmen.

Der Bosch-Standort steht unter Druck. Von ehemals 4500 Beschäftigten sind nur noch 2900 übrig. Nun plant das Unternehmen, 1700 Arbeitsplätze bis 2030 abzubauen sowie die Schließung den Standortes Bühlertal mit seinen rund 200 Beschäftigten.

 

„Dies ist kein Transformationskonzept, das ist ein Ausbluten eines zentralen industriellen Herzstücks der Region“, kritisieren IG-Metall, der Betriebsrat, Bühls Oberbürgermeister Mathias Bauernfeind und sein Amtskollege Urs Kramer aus Bühlertal sowie die Landtagsabgeordneten Cornelia von Loga (CDU) und Andreas Stoch (SPD) in einem Positionspapier. Dieses soll laut der Mitteilung der IG-Metall-Offenburg am Donnerstag, 11. Dezember, auf dem Bosch-Gelände in Bühl unterzeichnet werden.

Es gehe um die Zukunft des Standorts, die technischen Kompetenzen, sichere Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Stärke der Region.

Verlust von Kompetenzen befürchtet

Ein Vorwurf an den Konzern: Eine „einseitige Belastung der Beschäftigten“. Denn: Seit 2007 würden die Mitarbeiter durch eine Zukunftsvereinbarung jährlich finanzielle Beiträge zur Sicherung des Standorts tragen. Diese seien im Sommer überraschend, einseitig und ohne Verhandlungen von der Firmenseite gekündigt worden, heißt es in dem Papier.

Zudem fürchten Betriebsrat und Co. einen „Kompetenzverlust und irreparablen Schaden“. Bühl sei eines der bedeutendsten Kompetenzzentren – etwa für Elektromotoren.

Zum Standort Bühlertal heißt es in dem Positionspapier: „Ein Standortwechsel darf kein versteckter Personalabbau sein. Arbeitsinhalte,Kompetenzen und Tätigkeiten müssen vollständig nach Bühl mitkommen“.

Man sei bereit, Verantwortung zu übernehmen und Veränderungen mitzugestalten, aber nicht auf Kosten von Menschen, Kompetenzen und Zukunftsfähigkeit, heißt es weiter.