Fachkundige Beamten nehmen am „Car-Friday“ aufgemotzte Autos ganz genau unter die Lupe und überprüfen sie auf illegale Umbauten oder nicht-genehmigte Veränderungen. Foto: / Kästle

Röhrende Motoren, quietschende Reifen – die Poser- und Tuningszene wird es in der Ortenau am „Car-Friday“ wohl wieder krachen lassen. Manchen könnten Umbauten am Auto dabei teuer zu stehen kommen.

Der Karfreitag hat sich in der Tuner- und Poserszene als Startschuss in die Saison etabliert. Unter dem Titel „Car-Friday“ – also dem Kunstwort aus den englischen Begriffen für Auto und Freitag – fand beispielsweise vergangenes Jahr in Offenburg ein Treffen mit rund 250 Fahrzeugen statt.

 

Auch dieses Jahr rechnet die Polizei wieder mit Treffen in der Region. Dort führen sich die Fans aufgemotzter Autos ihre Umbauten vor – und können sich auch der besonderen Aufmerksamkeit der Polizei sicher sein.

„Mit den Veranstaltungen selbst bestehen in der Regel keine Probleme, da sich sowohl die Anmelder als auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Normalfall regelkonform verhalten“, verrät André Rerat vom Verkehrsdienst Offenburg auf Anfrage unserer Redaktion.

Illegale Rennen und Raser sorgen jährlich für Ärger

Problematischer seien eher die Verkehrsteilnehmer in der Peripherie der Veranstaltung, die durch ihr „posen“ auf sich und ihr Fahrzeug aufmerksam machen wollten. In der Vergangenheit war es rund um den „Car-Friday“ immer wieder zu Ruhestörungen, Geschwindigkeitsüberschreitungen oder gar illegalen Autorennen gekommen. Häufig bekommt es die Polizei mit unzulässigen technischen Veränderungen an Fahrzeugen zu tun.

Tieferlegen, windschnittige Spoiler oder sonstige Veränderungen sind dabei an für sich nicht problematisch, „wenn man die Veränderungen vom TÜV oder Dekra genehmigen lässt“, erläutert Polizeisprecher Wolfgang Kramer im Gespräch mit unserer Redaktion. Allerdings sind nicht alle Veränderungen legal oder Fahrzeughalter versäumen, sie genehmigen zu lassen. Lassen sich Fahrzeughalter mit technischen Mängeln, die dazu führen, dass die Betriebserlaubnis erlischt, erwischen, werden 100 bis 200 Euro Bußgeld fällig.

Richtig teuer wird es, wenn die Veränderungen am Auto so schwerwiegend sind, dass die Polizei den Wagen sicherstellt, um ihn selbst einem Sachverständigen vorzuführen. Die Kosten für das Abschleppen und den Gutachter tragen die Fahrzeughalter. Mit 500 bis 1000 Euro sei in solchen Fällen zu rechnen, verrät Kramer.

Illegale Umbauten können viele tausend Euro kosten

Und damit ist noch nicht Schluss: Werde das Auto aufgrund der Veränderungen außer Betrieb genommen, folgen weitere Kosten – etwa für die Neu-Zulassung. „Das ist alles mit viel Arbeit und Kosten verbunden“, konstatiert Kramer. Dennoch komme es immer wieder vor, dass seine Kollegen am „Car-Friday“ Fahrzeuge sicherstellen. Verganges Jahr etwa wurden ein Auto sowie ein Motorrad sichergestellt.

Die Polizei werde, wie auch in den zurückliegenden Jahren, verstärkt Kontrollen mit fachkundigen Beamten durchführen, kündigt Rerat an. „Eine dauerhafte Präsenz auf dem Gelände der Treffen ist derzeit nicht vorgesehen, eine Kontaktaufnahme mit den Verantwortlichen vor Ort wird jedoch angestrebt.“

Dabei stünden der Großteil der Fahrzeugführer Kontrollmaßnahmen positiv gegenüber, „weil sie im Regelfall nichts zu befürchten haben oder bereits vorher wissen, welche Sanktionen auf sie zukommen können“, so der Polizeioberkommissar.

Illegale Autorennen

Rund um den Karfreitag 2022 hat eine Gruppe junger Niederländer in hochmotorisierten Fahrzeugen in der Region für Wirbel gesorgt. Sie sollen sich etwa im Kinzigtal zwischen Wolfach und Gutach ein illegales Autorennen mit riskanten Überholmanövern geliefert haben. Die gleiche Gruppe – zwischenzeitlich 30 bis 40 Fahrzeuge – hatten durch ihr lautstarkes Schaulaufen in der Nacht von Freitag auf Samstag in Ringsheim und Rust die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich gezogen. Anzeigen, Fahrverbote in Deutschland und Beschlagnahmen waren die Konsequenzen.