Dirigent Willi Dreher, Jubilar Adolf Gärtner und Walter Röhm blicken auf viele gemeinsame Jahre zurück. Foto: Birgit Menzler

Musizieren in der Umkleidekabine, tausende Chorproben oder 70 000 Fahrt-Kilometer. Beim Posaunenchor in Sulz kann man jede Menge erleben. So wie Adolf Gärtner, Walter Röhm und Willi Dreher, die jahrzehntelang ihre musikalischer Leidenschaft folgten.

 
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Für den Posaunenchor Sulz am Eck war dies ein ganz besonderes Wochenende: 75 Jahre Mitgliedschaft, eine Verabschiedung nach 62 Jahren und Dank für drei Jahrzehnte Leitung.

Mit zwölf Jahren ist Adolf Gärtner als Jungbläser in den Posaunenchor eingetreten. Er erzählt: „Otto Köhler hat gesagt, er soll anfangen zu spielen, ´komm` doch mit, dann bin ich nicht allein“, erinnert sich Gärtner. Er ging mit und ist geblieben.

Die Jungbläserausbildung war jede Woche ein- bis zweimal in der Küche von Helmut Niethammer. Die wöchentlichen Übungsstunden fanden zuerst in der Umkleidekabine der Gemeindehalle und dann im Gemeinschaftshaus am Bach statt.

Ulmer Posaunentage als Höhepunkt

In 75 Jahren habe der treue Bläser Adolf Gärtner an circa 3400 Chorproben teilgenommen – unzählige Male an Geburtstagen, Übungstagen, Spielen im Altersheim oder Krankenhaus. Besondere Höhepunkte waren auch die Landesposaunentage in Ulm. 1950 war der erste für ihn.

“Beim ersten Lied hab ich erst gar keinen Ton rausbekommen“, erzählt Gärtner. Denn so überwältigend sei für ihn gewesen, mit so vielen Leuten zusammen zu spielen. „Einmal hatte ich nicht mal einen Stuhl, sondern saß auf einer Kiste“, untermalt er lächelnd.

In Gemeinschaft Musik leben

Dirigent Willi Dreher würdigte die langjährige Treue von Adolf Gärtner voller Staunen und Hochachtung: „Ich bin wirklich überwältigt und stolz.“ Auf seine Frage, was denn die schönsten Momente waren, sagte Adolf Gärtner: „Die Gemeinschaft, dass man miteinander unterwegs war und die Musik, die ist mein Leben.“

Beim Posaunenchor Sulz am Eck kann man viel erleben. Foto: Birgit Menzler

Walter Röhm war ebenfalls Jungbläser im Posaunenchor Sulz am Eck. Nachdem er 1976 heiratete, haben seine Frau Hanna und er beschlossen, dass er nach dem Umzug nach Nufringen, im Posaunenchor Sulz am Eck weiterspielen will.

Aktiv beim Campinggottesdienst

In den 47 Jahren ist er zuverlässig zu den Chorproben und Einsätzen nach Sulz am Eck gefahren, betont Günther Röhm. Schätzungsweise circa 70 000 Kilometer ist er dabei mit seinem Pkw gefahren.

Für ihn gab es auch viele Höhepunkte, wie zum Beispiel die Campinggottesdienste in Altensteig. Nach 62 aktiven Jahren im Posaunenchor wurde er nun unter großem Beifall des Posaunenchores verabschiedet.

Helmut Röhm ließ es sich nicht nehmen, an diesem „denkwürdigen Tag“ – wer kann schon auf eine 75-jährige aktive Zeit in einem Chor zurückblicken – auch dem Dirigenten des Chores, Willi Dreher, seine Dankbarkeit auszusprechen.

Tausende Stunden Ehrenamt

Als Chorleiter habe er unzählig viele Stunden für den Posaunenchor gearbeitet, die Übungsstunden und das Geburtstagsblasen sind vorzubereiten, die Monatsprogramme zu schreiben, die Probenwochenenden und Einsätze im Altersheim oder Krankenhaus vorzubereiten.

Das seien mehrere tausend Stunden gewesen, in 30 Jahren wohl mindestens fünf Stunden pro Woche. „Nahezu jeden Tag gibt es was für den Posaunenchor was zu tun - und sei es mal nur ein Telefonat“, meinte Dreher mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Mit lautem Beifall bedankte sich auch die Kirchengemeinde für den Dienst der drei Männer und des gesamten Posaunenchores. Dieser ließ den Tag mit einem Mittagessen im Gemeinschaftshaus ausklingen.