Seit 30 Jahren ist er Mitglied der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und führt mittlerweile die Ortsgruppe Villingen-Schwenningen an. Felix Kremelić ist aber nicht nur Funktionär, sondern auch aktiver Wasserretter und Tauchlehrer.
Der 36-Jährige ist Vorsitzender der 2016 zur Ortsgruppe VS fusionierten DLRG-Vereine Schwenningens und Villingens.
Nur wenige Monate zuvor hatte er nach drei Jahren als Stellvertreter den Chefposten in Schwenningen übernommen. Auf einen Schlag war er von zuvor rund 600 für knapp über 1000 Mitglieder verantwortlich.
Beirat zum Zentralbad
Im vergangenen Jahr wurde er nach dem Bürgerentscheid für ein Zentralbad als fachkundiger Bürger in den neu gegründeten Beirat berufen. Gerade habe er die ersten fünf Tagungstermine erhalten, „es geht also was voran“, sagt er erfreut.
Im Vorfeld hatte er mit der DLRG und anderen Wassersport treibenden Vereinen vehement für eine größere Wasserfläche als bisher im Villinger Hallen- und dem Neckarbad geworben. Davon verspreche er sich nicht nur mehr, sagt er, sondern für seinen Verein vor allem kompaktere Wasserzeiten.
Zum einen sei die Nachfrage nach Mitgliedschaften sowie Schwimm- und Rettungsschwimmkursen bei der DLRG groß, zum anderen die Personaldecke von Übungs- und Kursleitern durchaus ausbaufähig. Schwer zu gewinnen seien ehrenamtliche Übungsleiter für vielen kurze, weil zerstückelte Trainingszeiten in den Bädern.
Nach Schwenningen
Felix Kremelić ist ein gebürtiger Geislinger, zog im Alter von drei Jahren mit seiner Familie nach Schwenningen und lebt inzwischen seit zwölf Jahren mit Frau und Sohn in St. Georgen. Mit Schwenningen verbindet ihn eine glückliche Kindheit, in der er „auf Bäume kletterte und viel im Wald gespielt hat“, in der er Fußball und Gitarre spielte, später den Beruf des Industriekaufmannes und mit sechs Jahren das Schwimmen lernte.
Seine Schwimmlehrerin Beate Riesterer, in Schwenningen diesbezüglich bekannt wie ein bunter Hund, holte ihn zur DLRG. Dort stand er schon als Zwölfjähriger mit am Beckenrand, kümmerte sich mit 14 um kleine Nichtschwimmer. Mit 18 leistete er seinen damals noch obligatorischen Ersatzdienst – natürlich beim Wasserrettungsdienst. Parallel dazu übernahm er schon in jungen Jahren Verwaltungsaufgaben und wurde 2013 schließlich Mitglied des Vorstandes.
Schwimmen lernen
„Kinder müssen schwimmen können“ – diese Forderung versucht die DLRG nach Kräften zu erfüllen, allein der Andrang ist, verschärft durch die Pandemiezeit, in der keine Kurse stattfinden konnten, immens. Angefangen wird mit dem „Seepferdchen“, das bescheinigt, dass sich ein kleiner Mensch lebensrettend über Wasser halten kann. Mit einem von der Ortsgruppe selbst erdachten „Aufbauschwimmkurs“ wird die Zeit bis zu den Kursen für die Leistungsabzeichen überbrückt, die man – je nach Anspruch – in Bronze, Silber und Gold ablegen kann. Dann kommt der Juniorretter und schließlich – ebenfalls in den drei Edelmetall-Kategorien – der von vielen Menschen auch beruflich benötigte Rettungsschwimmer.
Ausbildung zum Taucher
Diese Karriere durchmaß auch Felix Kremelić, setzte als begeisterter Schnorcheltaucher ab noch einen drauf: 2015 begann er mit der Tauchausbildung und ist nach entsprechender Weiterbildung seit 2023 auch Tauchlehrer. Den „zweiten Stern“ darin will er noch in diesem Sommer schaffen.
Satzungsgemäß rettet die DLRG in Not geratene Menschen aus Gewässern, sorgt für Sicherheit am und im Wasser und leistet im Rahmen des Katastrophenschutzes technische Hilfe bei Schadensereignissen und Naturkatastrophen. Im Kopf bleiben einem immer die Rettungen von Kindern, erzählt Kremelić.
Schon einige Male wurden die Wasserretter diesbezüglich an den Vorderen See in Schwenningen gerufen. Bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal war man Teil einer überregionalen Bereitschaft, zum Einsatz kam es indes nicht.
Auch bei der Überschwemmung von Mühlhausen und Weigheim im vergangenen Jahr war man vor Ort, wurde – „zum Glück“ – aber nicht gebraucht. Regelmäßig tun DLRG-Mitglieder Wachdienst am Kirnbergsee. Das früher übliche Aufpassen in den Freibädern musste dagegen aus personellen Gründen eingestellt werden.
Verein gibt ihm viel
Auch wenn man zum Belegen eines Schwimm- oder Rettungsschwimmkurses nicht zwingend zum Vereinsmitglied werden muss, lohnt sich aus Kremelićs Sicht ein Beitritt. Die Jugendarbeit sieht nämlich neben dem Schwimmtraining und dem Erlernen von Rettungsmaßnahmen und Erster Hilfe auch Zeltlager und Nikolausfeiern vor.
Ihm selbst habe der Verein stets viel gegeben, erzählt der Tauchlehrer. Hier habe er seinen Freundeskreis, in dem man sich gegenseitig Halt gebe. Ein in unsicherer Zeit nicht zu unterschätzender Umstand. Die Arbeit, die das Führen eines solch großen Vereines mit sich bringt, sei für ihn „positiver Stress“, sagt Felix Kremelić.
Erholung findet der IT-Fachwirt, der als Projektleiter für den Rechenzentrumsbaus im süddeutschen Raum jährlich bis zu 60 000 Kilometer unterwegs ist, bei seiner Familie.