Der Plan für den Rottenburger Pop-Up-Store hat sich in der Vorweihnachtszeit kurzfristig geändert. Foto: WTG Rottenburg

Die Belegung des Rottenburger Pop-Up-Stores in der Marktstraße ist kurzfristig vakant geworden – ausgerechnet in den traditionelle umsatzstarken Monaten November und Dezember. Zum Glück konnte schnell Ersatz gefunden werden.

Mit überschaubarem Risiko eine Geschäftsidee oder ein neues Gebiet testen – das Konzept des Pop-Up-Stores hat auch in Rottenburg bereits einige selbstständige Unternehmer, Künstler und einen nicht geringen Teil der städtischen Bürgerschaft begeistert. Vor einigen Wochen gab die Stadt bekannt, dass der Store ausgerechnet im November und Dezember kurzfristig frei werde.

 

In den umsatzstarken Monaten vor dem Weihnachtsfest soll der Pop-Up-Store nicht belegt sein? Es klingt fatal. Dazu kommt noch, dass das Konzept des Stores darauf angelegt ist, Leerstand in der Stadt zu bekämpfen. Auch was die Lage des Stores angeht, verspricht man sich etwas vonseiten der Stadt. „Der Straße soll wieder Leben eingehaucht werden“, sagt Annette Weinstein von der WTG Rottenburg.

Für die Monate November und Dezember sollte sich ein Stoffladen in den Pop-Up-Store einmieten. Ein Vorteil für Rottenburg, sagt Weinstein, denn etwas Derartiges fehle gegenwärtig der Stadt noch. Auch Nähmaschinen hätten angeboten werden sollen. Das Angebot hätte gut in die Vorweihnachtszeit gepasst.

Ein Ersatz war schnell zur Stelle

Der Grund, weshalb es nun doch nicht dazu kommen wird, lässt so manch einen schon verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammen schlagen – Personalmangel. Der Mieter, der bereits in Reutlingen und Tübingen Läden betreibt, könne keine personellen Ressourcen für den Betrieb des Pop-Up-Stores abstellen, in dieser wichtigen Zeit des Jahres. Und Stoffe und Nähzubehör sei darüber hinaus relativ anspruchsvoll, das könne nicht jeder einfach so verkaufen und Kunden dazu beraten.

Leerstand soll vermieden werden

Doch nun die gute Nachricht: Der WTG ist es bereits gelungen, Ersatz zu finden. An Interessenten habe es nicht gemangelt, so Weinstein. Ab dem ersten November sollen in dem Rottenburger Pop-Up-Store Ledertaschen, Kaschmir-Pullover und Socken angeboten werden. Außerdem soll es von KI designte Mode geben. „Das hört sich richtig gut an“, äußert sich Weinstein. Der Vorteil mit Blick auf die Personalfrage sei dabei, dass es sich bei den neuen Mietern quasi um einen Familienbetrieb handle.

Die Verantwortlichen können nun aufatmen. Generell verzeichne man bei dem Pop-Up-Store eine durchweg positive Bilanz, sagt Weinstein. Die jeweiligen Betreiber hätten in der Vergangenheit viel bewegt. Die Stadt und vor allem die Marktstraße sei dadurch neu belebt worden. Und auch wenn die Mietdauer auf maximal drei Monate begrenzt sei, habe der Store durchaus nachhaltige Effekte. Eine ehemalige Mieterin habe sich mit ihrem Geschäft schließlich in Nachbarschaft zum Pop-Up-Store niedergelassen. Außerdem hätten Künstlerinnen den Store mit wechselnden Ausstellungen belegt und so ein kulturelles Angebot geschaffen.

„Alles, was belebt, ist ein Vorteil für die Stadt“, sagt Weinstein. Leerstand sei in jedem Fall das, was man zu vermeiden suche.

Aus der Bevölkerung erfahre der Pop-Up-Store viel Zuspruch. Und manchmal höre man Bedauern, dass die Mieter nach maximal drei Monaten wieder ausziehen müssten.