Schaffen und erschaffen in ihrem neuen Pop-Up-Store in der Schaffneigasse 2 in Villingen ab Samstag für die nächsten sechs Wochen (von links): Christiane Oldach, Sandra Tröltzsch, Hugo Senn und Sladjana Gak. Foto: Eva-Maria Huber

Hier ein Eyecatcher-Stuhl, dort eine geschwungene Bank aus Nussbaum, dazwischen stylishe Wickelröcke und filigrane Herbstdeko aus Filz: Für sechs Wochen werden die leeren Schaufenster in der Schaffneigasse 2 in Villingen passé sein. Wenn die Sache richtig gut läuft für die Initiatoren von KultUrGut, dann könnte sogar mehr daraus werden. Start ist am 28. September.

Was spielt sich seit Tagen hinter den großen Glasfenstern in einem seit Jahren leerstehenden Ladenraum in der Schaffneigasse ab?

 

Was früher ein Schuhgeschäft war und lange vor sich hindämmerte, soll nun zu einer ganz besonderen Plattform werden für eine Reihe von kreativen Schaffenden aus VS und Umgebung.

KultuUrGut nennt sich die Initiative, die sich den verschiedensten Handwerksformen verschrieben hat, ob es sich nun um Holzskulpturen handelt, Vintage-Bekleidung, außergewöhnliche Möbelstücke, Dekoration aus Holz und Filz oder selbst designte und bedruckte Röcke oder auch Pop-Art.

Weg von Massenware

KultUrGut, das sind in allererster Linie die beiden Initiatorinnen Sldjana Gak (bedruckte Kleidung und Vintage-Motive) und Christiane Sonja Oldach (Polster-Werkstatt „die-lederey), die sich vor einigen Monaten Gedanken gemacht haben, wie sich kreatives Handwerk, Nachhaltigkeit und Gemeinschaftsgedanke zu einem Ganzen verbinden lassen, das sich an geeigneter Villinger Innenstadt-Stelle auch noch chic präsentieren lässt. Zudem wollte die Gruppe in Zeiten von Massenware das Auge dafür schärfen, wie viel Zeit es für handgefertigte Stücke braucht, die nicht nur für ein paar Jahre in den Kleiderschränken hängen oder in den Wohnzimmern stehen sollen. „Uns geht es auch um die Wertschätzung für solche Arbeiten“, ergänzt Sandra Tröltzsch (Zendra Artwear).

Gemeinschaftsgefühl

Gak, Oldach und Tröltzsch sind nur drei von mindestens zehn Namen, für die die Räume in der Schaffneigasse 2 vom 28. September bis einschließlich 9. November zur Drehscheibe ihres Schaffens werden. Die einen leben von ihrem Handwerk und ihrer Kunst, die anderen gehen tagsüber anderen Berufen nach. Die einen haben die Ateliers in ihre Wohnungen integriert, andere Ladenräume angemietet. „Mag sein, dass im Laufe der nächsten Tage noch ein paar mehr Leute dazukommen“, definiert Oldach und nicht nur sie, ihren Gedanken von Gemeinschaft und Gemeinschaftsgefühl.

Workshops inklusive

Ein Gefühl, das auch den Besuchern vermittelt werden soll, wenn sie die gut 100 Quadratmeter großen Räume betreten. Denn in den nächsten Wochen sollen nicht nur verschiedene Objekte dargestellt, sondern auch Workshops angeboten werden. Einige möchten auch live zeigen, wie sie Stühle polstern, Holz drechseln oder auch Röcke schneidern und bedrucken. Kurzum: Wie schöne Dinge entstehen, die sich von der Massenware abheben sollen.

Individuelle Handschrift

Noch sind die KultUrGut-Macher am Einrichten. Doch jetzt schon ziehen sanft geschwungene Bänke aus Massivholz von Hugo Senn („nur aus heimischem Holz, das ist mir wichtig“) oder filigrane Herbstdekoration von Andrea Oldach die Blicke auf sich. Ganz zu schweigen von den Möbelstücken von Christiane Oldach, die zwar unterschiedlich im Stil, aber stets ihre individuelle Handschrift zeigen. Nach und nach werden dann auch Holzarbeiten von Peter Wolf, Vintage-Bekleidung, Taschen , T-Shirts und Kleider von Sladjana Gak, hochwertige Duftkerzen von Jolanta Hettich und Honigprodukte von Jörg Obergfell sowie Kunstkarten von Nina Wessely die Palette ergänzen.

Nur noch wenige Tage und der Ladenraum wird komplett zum KultUrGut. Mit freundlicher Unterstützung der Stadt VS und Citymanager Thomas Herr. Denn ohne sie wäre das Projekt nicht zustande gekommen, so Gak und Oldach. Die Miete werde übernommen, nur die Nebenkosten seien zu bezahlen. Was nach dem 9. November passiert, wenn der Pop-up-Store offiziell wieder schließen wird? „Vielleicht machen wir ja weiter, wenn es gut läuft“, sprechen die Initiatorinnen ihre Gedanken laut aus. „Dann wäre wenigstens ein Leerstand in der Stadt beseitigt.“

Eröffnung des Pop-up-Stores in der Schaffneigasse 2 in Villingen ist am Samstag, 28. September, ab 13 Uhr. Wer Interesse an einem Workshop hat, schaut einfach im Laden vorbei.