Die zwei Inhaberinnen Jessica Wilding (links) und Aylin Gel (Zweite von rechts) zusammen mit Oberbürgermeister Adrian Sonder und der Wirtschaftsbeauftragten Elke Latscha im neuen Pop-up-Store. Foto: Carolin Schöffler

Diese Kooperation vereint durch das Konzept der Pop-up-Stores in Freudenstadt Lederwaren im Erdgeschoss mit Fitness im Obergeschoss. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklären die Inhaberinnen, wie es dazu kam.

Es ist bereits der 22. Pop-up-Store in Freudenstadt: Ab sofort hat die „Fitte Tasche“ am oberen Marktplatz ihre Türen geöffnet. Durch die Kooperation zwischen zwei verschiedenen Geschäftsmodellen können Kunden hier ab sofort Ledertaschen kaufen und sich gleichzeitig in Fitness- und Ernährungsfragen beraten lassen.

 

Aylin Gel und Jessica Wilding heißen die neuen Ladenbetreiberinnen. Gel verkauft im Erdgeschoss des Ladens eine Auswahl an handgefertigten Lederwaren wie Taschen, Geldbeutel, Reisepasshüllen und Schmucketuis sowie Accessoires. Die Produkte werden in Europa aus italienischem Leder produziert und befinden sich preislich im mittleren bis hohen zweistelligen Segment.

Gel freut sich sehr, dass sie nun neben ihrem Online-Shop noch die Möglichkeit hat, ihre Produkte auch persönlich vor Ort zu verkaufen. Gerade Leder sei ja ein Produkt, das Menschen gerne erstmal anfassen, meint sie. Zudem sei ihr das persönliche Feedback und Anregungen von den Kunden sehr wichtig, was sie so online nicht bekäme. Auch Sonder ist der Meinung, dass man als Einzelhändler besonders erfolgreich sei, durch eine Mischung aus Onlinehandel und Verkauf vor Ort.

Gute Lage

Währenddessen bietet Wilding im ersten Obergeschoss „Personal Training“ und Ernährungsberatung an. Sie hat selbst ganze 25 Kilogramm abgenommen und möchte nun anderen Menschen helfen das auch zu schaffen. 2022 hat sie sich mit ihrem „Personal-Training“ selbstständig gemacht und bezieht seit letztem März auch ein Studio in Wittlensweiler. Den Pop-up-Store in Freudenstadt nutzt sie vor allem zur Beratung, für kleine Übungseinheiten und natürlich, um auf sich und ihr Angebot aufmerksam zu machen.

Dafür ist der Laden direkt am Eck des Marktplatzes natürlich gut gelegen, da ihn auch Autofahrer die vielleicht an der Ampel daneben warten müssen, sehen können, meint Oberbürgermeister Adrian Sonder. Ein weiterer Grund für Wilding in Freudenstadt hauptsächlich Beratungen anzubieten, sind jedoch die fehlenden Parkplätze. Auch wenn es zwar Parkplätze am Marktplatz gibt, so können Kunden sich eben nicht direkt vors Geschäft stellen, bemängelt sie.

Fokus auf der Frau

Allerdings liegt ihr Fokus ohnehin eher auf Online-Beratungen und insbesondere auf Frauen. Denn ihr Training ist bewusst auf Frauen ausgelegt. Zum einen, da sie sich damit selbst wohler fühle bei der Einzelbetreuung, aber auch, weil der Fokus sonst immer auf dem Mann läge. Wird am Menschen geforscht, so beziehe sich das meistens nur auf den Mann. Gerade beim Thema Fitness funktioniere das für Frauen aber nicht, da sie einen ganz anderen Hormonhaushalt und andere Faktoren haben, die die Gewichtszunahme und Gewichtsabnahme bestimmten. So hat sie anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März auch schon das erste Event für die Frau geplant.

Zustande gekommen ist diese ungewöhnliche Kombination von Leder und Fitness durch das Gründerprojekt der Pop-up-Stores. In diesen muss nämlich immer ein Verkauf von Produkten stattfinden. Nur Fitness allein wäre für die „Personal-Trainerin“, die sich vor knapp einem Jahr auf den Pop-up-Store beworben hat, also nicht möglich gewesen. Auch wenn die beiden sich vor Beginn des Projekts noch nicht kannten, sind sie doch schnell zu einem Team verschmolzen, das sich gegenseitig aushilft und voneinander profitiert.

Konzept bewährt sich

Sie sind froh, dass sie durch das Projekt Pop-up-Stores mal die Möglichkeit haben, kostenlos ihre Konzepte auszuprobieren. Ohne dieses wäre es den beiden auf Grund der hohen Mieten am Marktplatz nicht möglich gewesen, ihre Idee zu realisieren, erklärten sie. Auch Sonder freut sich, dass sich das Konzept der Pop-up-Stores in Freudenstadt bisher so gut bewährt. Der Laden hat nun vorerst bis zum 15. März geöffnet, bis sich abzeichnet, wie sich das Konzept für die Beiden Inhaberinnen entwickelt.