Tanzen statt Sitzen: In Schramberg zeigte Accoustic Breeze, warum ihre Konzerte echte Publikumsmagneten sind.
Die Schramberger Band „Accoustic Breeze“ weiß, was ihre Fans mögen: Überraschungen. Eine davon schickte sie gleich zu Beginn ihres Konzerts am Freitagabend auf die Szene-64-Bühne: Mit Elektroklavier und Gesang bestritten die Trossinger Musikstudentinnen auf Lehramt Laura Flaig und Patricia Wahl ihren ersten gemeinsamen Vorband-Auftritt mit Bravur. Sie hatten Pop-Klassiker ganz nach Manier von „Accoustic Breeze“ auf ihre eigene Art in Takt und Arrangement zugeschnitten und gewannen damit begeisterte Zuhörer vor der Bühne. Mit „You Drive Me Crazy“ (Shakin’ Stevens), „Dream On“ (Aerosmith) und weiteren Hits war das Publikum eingestimmt auf Kommendes und das „Feeling Good“ (James Brown), das die beiden Künstlerinnen entzündeten.
Nach sieben Jahren zurück
Doch von würdevollem Schreiten über den musikalisch ausgerollten roten Teppich auf die Bühne konnte bei den Musikern von „Accoustic Breeze“ nicht die Rede sein. Energiegeladen und mitreißend hüpften sie auf die Bretter, und Sänger mit Akustikgitarre Daniel Sprich schlug mit „Maneater“ (Hall & Oates) gleich mal den Pflock für einen Gute-Laune-Abend ein.
Er war Gründungsmitglied der im Ursprung Schramberger Band und rief das Musikprojekt, so Sprich, vor gut 20 Jahren im Probenraum in der Athletenhalle ins Leben. Die „Accoustic Breeze“-Musiker frönen ihrer Leidenschaft als Bandmitglieder neben Normalo-Jobs, die mit professionellem Musikmachen außerhalb von Musikvereinen und Co. eher weniger zu tun haben. Seit vielen Jahren sieht man Sprich auch als Schlagzeuger mit den Schramberger Kollegen von „Old News“, die diesmal im Publikum mitfeierten.
Unterstützung durch Töchterchen
Schramberg als Auftrittsort des „Accoustic-Breeze“-Projekts hatte sich bisher eher selten ergeben. Und so freute sich der Bandchef, nach sieben Jahren Fünf-Täler-Stadt-Abstinenz wieder dort zu Gast zu sein.
Eine gehörige Portion Dreck in der Stimme steuerte Sänger Fabian Häckel bei. Unterstützt von Töchterchen Emma im Grundschulalter war „Price Tag“ (Jessie J.) der erste Beweis des Abends dafür. Bei Hits wie „Englishman in New York“ (Sting), „Ain’t No Sunshine“ (Bill Withers), „Hit Me Baby One More Time“ (Britney Spears), „All Summer Long“ (Kid Rock) und – wie selbstverständlich – „Sexy and I Know It“ (LMFAO) kamen alle Musiker irgendwann in den Vordergrund und konnten ihr Können mit diversen Soli gekonnt beweisen: Florian Hermann mit der E-Gitarre, Sven Erchinger am Bass, Leon Rink mit den Drums aus der Mitte der Bühne ebenso wie Percussionist Christian Eberhardt. Letzterer war erst im vergangenen Jahr zur Band hinzugekommen.
Und dann war da noch Sebastian Hofer, der mit seinem Saxofon eigentlich die linke Flanke der Band halten sollte, dort aber selten zu sehen war. Ihn hielt nichts auf Position. Er wirbelte, vom Beat getrieben, spielend über die Bühne und auch mal durchs Publikum, das wegen der Tuchfühlung einmal mehr mit dem Spaß-an-der-Musik-Virus angesteckt wurde.
Platz zum Tanzen
Sitzplätze waren bei diesem Konzert unnötig, denn so gut wie niemand blieb dort, weil es zum Tanzen und Mitsingen einfach Platz braucht – spätestens beim Deutschblock des Abends mit „Wenn du tanzt“ (Wegen Lisbeth), „Kompliment“ (Sportfreunde Stiller), „Baby, du siehst gut aus“ (Bakkushan), „Alles aus Liebe“ (Die Toten Hosen) und „Ausgehen“ (AnnenMayKantereit). Mit „What’s Up“ (4 Non Blondes) sollte der Abend nach rund 30 Hits mit „Accoustic Breeze“-Pop-Arrangements eigentlich enden. Doch da hatten die Vollblutmusiker die Rechnung ohne ihre Fans gemacht, die Zugaben forderten und diese auch erhielten.