Groß war das Interesse an der Versteigerung des Shetlandponyfohlens im Rahmen der baden-württembergischen Meisterschaften im Springreiten in Ichenheim. Am Ende kam ein Käuferpreis für den jungen Schecken raus, mit dem wohl niemand gerechnet hat.
Mit großer Spannung war die amerikanische Versteigerung des charmanten kleinen Scheckens von den zahlreichen Zuschauern erwartet worden. Vor Beginn der Versteigerung zogen einige Gäste mit einer von Alfred Hürster gefahrenen zweispännigen Kutsche mit Freiberger Pferden auf dem Springplatz ein: Bürgermeister Tobias Uhrich, Auktionator Günther Friemel, der Vermarktungsleiter der Deutschen Sportpferde (DSP) Fritz Fleischmann, Klemens Zeil, der (Noch)-Besitzer von „Michel“ und seiner Mutter sowie Werner Kimmig vom Vorstand des Fördervereins für krebskranke Kinder in Freiburg. Diesem Verein kam der Erlös der Versteigerung von „Michel“ zugute: „Da die Kinderklinik in Freiburg umgezogen ist, wurde auch ein neues Elternhaus in unmittelbarer Nähe dieses Krankenhauses benötigt“, so Kimmig. Dieses Elternhaus, das ermöglicht, dass die Eltern in unmittelbarer Nähe zu ihrem kranken Kind unterkommen können, kostete 14,5 Millionen Euro. Hinzu kommen monatliche Kosten zwischen 80 000 und 100 000 Euro. Die Kosten werden durch Spenden finanziert.
Günther Friemel aus Bremen führte humorvoll durch die Auktion
Der Gedanke, dass der Erlös an den Förderverein ging, spielte neben dem Charme des kleinen Herzensbrechers „Michel“ vermutlich eine Rolle bei der regen Beteiligung an der amerikanischen Versteigerung. Dabei müssen die Teilnehmer nicht die Endsumme bezahlen, sondern nur einen überschaubaren Betrag. Begonnen wurde mit jeweils 20 Euro, wobei der Betrag im Verlauf der Versteigerung erhöht wurde. Den Zuschlag erhielt dann der letzte Bieter. Das Geld wurde von fleißigen Helfern während der Versteigerung eingesammelt.
Die Versteigerung, die von Auktionator Günther Friemel professionell und humorvoll vorgenommen wurde, nahm rasch Fahrt auf. Schon zu Beginn bot Uli Collée, der dem Vorstand des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg angehört, 100 Euro. Dann ging es mit Geboten in Höhe von jeweils 20 Euro rasch weiter, bis die Summe von 1000 Euro erreicht war. Der Auktionator, der stets mitzählte, erhöhte dann die Gebote auf jeweils 50 Euro und trotzdem ging es munter weiter und sogar am Telefon wurde geboten. Als die Gesamtsumme 2000 Euro erreicht war, erhöhte Friemel die Gebote auf jeweils 100 Euro und äußerte dabei noch die Hoffnung, dass eine Gesamtsumme von 3000 Euro erreicht werden könnte.
Reinhard Schill ersteigt „Michel“ für seine Enkelkinder
Doch da hatte sich der erfahrene Auktionator aus Bremen getäuscht. Auch die Summe von 4000 Euro wurde erreicht und auch als es dann sogar in 200 Euro-Schritten weiterging, verringerte sich zwar die Zahl der Bieter, aber diese lieferten sich einen spannenden Wettbewerb. Selbst die Erhöhung auf beachtliche 500 Euro pro Gebot hielt zwei eifrige Zuschauer nicht davon ab, sich ein Biete-Duell um „Michel“ zu liefern. „Ichenheim steht Kopf“, staunte der Auktionator, als die enorme Gesamtsumme von 9000 Euro erreicht war. Den Zuschlag erhielt der letzte Bieter, der noch im Rennen war: Reinhard Schill vom Reiterverein Ichenheim. Er ersteigerte das Ponyfohlen für seine Enkelkinder, die siebenjährige Lena und den dreijährigen Max. Im Stall ihres Vaters Alexander Schill wird „Michel“, der vorerst noch bei seiner Mutter bleibt, eine neue Heimat finden.
Großzügig aufgestockt wurde die Spendensumme für den Verein für krebskranke Kinder auf 10 000 Euro durch eine 1000 Euro -Spende der Familie Steurer.
Extra herausgeputzt
Der kleine, acht Wochen alte Shetlandponyhengst war für seinen großen Auftritt sehr schön herausgeputzt worden: Luisa Röderer, die ihn auf dem Klausenhof von der Familie Zeil betreut, hatte sogar seine Mähne eingeflochten. Dafür musste der kleine Wirbelwind stillstehen und das gelang, weil er während des Einflechtens gekrault wurde, was er wohl sehr genießt, wie sie auf Nachfrage unserer Zeitung verriet. Luisa Röderer stellte zusammen mit Anna Lipps und weiteren Helferinnen „Michel“ und seine ebenfalls fein herausgebrachte Mutter Nikita auf dem Springplatz vor.