Mit 505 Tatverdächtigen hatte es die Polizei im vergangenen Jahr in Nagold zu tun. Auffällig: Meist sind die Täter männlich. Foto: Bits and Splits – stock.adobe

1035 Straftaten haben sich im vergangenen Jahr in Nagold ereignet. Ein Blick auf die Statistik verrät, wer Nagolds Straftäter sind.

Rein statistisch gesehen ist der Kreis Calw der drittsicherste in Baden-Württemberg. Und Nagold ist zwar die Kommune mit der höchsten Häufigkeitszahl im Kreisgebiet. Dennoch liegt der Wert mit 4438 unter dem Landesdurchschnitt (5180).

 

Doch wer sind eigentlich die Tatverdächtigen? Und wie haben sich die einzelnen Kriminalitätsfelder entwickelt? Auch darüber gibt die Polizeistatistik 2024 Auskunft.

Demnach haben 505 Tatverdächtige die 1035 Straftaten in Nagold begangen. Vor allem Männer fallen in der Kriminalitätsstatistik auf. 391 Tatverdächtige waren 2024 männlich, in Prozent ausgedrückt sind das 77,4 Prozent.

75,6 Prozent der Tatverdächtigen sind Erwachsene

Der Anteil der Nichtdeutschen liegt bei 44,6 Prozent (225 Tatverdächtige). Und die meisten Tatverdächtigen sind Erwachsene mit 75,6 Prozent.

Der Anteil der Heranwachsenden liegt bei nur 6,5 Prozent. Und tatverdächtige Jugendliche schlagen 2024 mit fast zwölf Prozent zu Buche.

Auch Kinder fließen übrigens in die Statistik mit ein. Sie machen sechs Prozent der Tatverdächtigen aus, in Zahlen sind das dann doch immerhin 30 Kinder, die 2024 für Straftaten zur Verantwortung gezogen werden sollten.

Weniger Körperverletzungen, mehr Raubüberfälle

137-mal ermittelte die Polizei in Nagold zu Körperverletzungen – das sind 15 weniger als 2023. Dafür gab es 2024 doppelt so viele Raubüberfälle wie 2023 – die Zahl ist mit acht dennoch statistisch gesehen kaum bedeutend.

Zum Thema Diebstahl: Sieben Fahrrad-Diebstähle wurden 2024 angezeigt – wie im Jahr davor auch. Auffallend hoch ist die Zahl der Ladendiebstähle mit 105. Dennoch zeigt die Tendenz auch hier nach unten, 2022 waren es 123 Ladendiebstähle, 2023 sogar 140.

„Sie glauben gar nicht, wie viele Menschen, ihre Autos nicht abschließen“

Leicht angestiegen ist der Diebstahl aus Fahrzeugen von 50 auf 56. Wobei der Leiter des Ermittlungsdienstes am Polizeirevier Nagold, Polizeihauptkommissar Jens Weber, dazu in einer Sitzung des Sozialausschusses der Stadt Nagold anmerkte: „Sie glauben gar nicht, wie viele Menschen, ihre Autos nicht abschließen.“

Beim Diebstahl unter erschwerenden Umständen waren 2024 16-mal Büros oder Werkstätten die Tatorte – zehn waren es im Jahr davor und null 2022.

Mehr Beleidigungen, mehr Betrugsfälle

Große Zahlen liefert auch die Sparte Betrug: Hier stieg die Zahl der Fälle in Nagold von 113 auf 123. Auch die angezeigten Beleidigungen steigen von 38 auf 50 Fälle. Immer ein Punkt sind Sachbeschädigungen: von 99 ging es auf 109 Fälle hoch, Sachbeschädigungen an Autos gab es 46 (40 im Vorjahr) und auf Wegen und Plätzen 15 (im Vorjahr sieben).

Immer interessant ist der Blick auf die Rauschgiftdelikte. Dort zeigt das Cannabisgesetz Wirkung: Die Zahl sank von 92 auf 28. Gleiches gilt für allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz: Von 82 ging es auf 17 Fälle runter.