Die Zahl der Straftaten ist im Jahr 2025 um mehr als 30 Prozent auf 202 gesunken. Gleichzeitig hat sich die Aufklärungsquote verbessert. Sie stieg um 16,2 auf fast 68 Prozent.
In Bad Liebenzell ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Nur 202 Vergehen wurden 2025 von der Polizei aufgenommen. Das sind mehr als 30 Prozent weniger als im Jahr zuvor.
Aufklärungsquote hat sich verbessert
Laut Jasmin Palmer, der Leiterin des Polizeireviers Calw, ist aber nicht nur die geringere Zahl der Straftaten erfreulich. Auch dass deutlich mehr Täter ermittelt werden konnten, die in der Kur- und Badestadt auf die eine oder andere Art Schindluder getrieben und anderen damit Schaden zugefügt haben, erfreut Palmer. Die Aufklärungsquote hat sich 2025 um 16,2 Prozent verbessert, fast 68 Prozent aller Straftaten konnten aufgeklärt werden. Zum Vergleich: Im gesamten Landkreis Calw war die Straftaten im Jahr 2025 lediglich um 0,5 Prozent auf 2025 insgesamt 4905 zurückgegangen. Kreisweit lag die Aufklärungsquote bei 66,1 Prozent, landesweit wurden nur 60,5 Prozent der fast 551.300 Fälle aufgeklärt.
Drei Wohnungseinbrüche Von den 55 Wohnungseinbruchsdelikten, die der Polizei im Jahr 2025 gemeldet worden waren, waren drei in Bad Liebenzell. Im Jahr zuvor hatte es in der Kur- und Badestadt keinen einzigen Einbruch gegeben. Von den im Jahr 2025 kreisweit 893 gemeldeten Vermögens- und Fälschungsdelikten wurden 51 in Bad Liebenzell begangen. Ein Jahr zuvor waren in der Kur- und Badestadt noch 113 Fälle aufgenommen worden.
Die Zahl der Sachbeschädigungen ist von 28 im Jahr 2024 auf 25 im vergangenen Jahr gesunken, auf Kreisebene hatte es einen Anstieg von 599 auf 631 gegeben. Und auch bei den Rauschgiftdelikten ist die Entwicklung nach Einschätzung von Palmer positiv. Nur drei Fälle gab es 2025 in Bad Liebenzell, zwei weniger als im Jahr zuvor. Im Kreis gesamten Landkreis Calw war die Zahl auf 85 gesunken (2024: 121), nicht zuletzt die Legalisierung des Canabis-Anbaus dürfte zu der Verringerung der Zahlen geführt haben, so Palmer. Während kreisweit die Zahl der Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum auf von 264 auf 277 gestiegen sind, gab es auch hier in Bad Liebenzell eine Verringerung von 20 auf 17.
Jünger als 14 Jahre Von den 138 ermittelten Tatverdächtigen haben laut polizeilicher Statistik 88 die deutsche Staatsbürgerschaft, 50 seien nichtdeutsch. Zehn der Tatverdächtigen seien Flüchtlinge oder Asylbewerber gewesen, die übrigen 40 hätten eine sonstige Aufenthaltserlaubnis. 113 der Tatverdächtigen seien 21 Jahre und älter gewesen, ein Heranwachsender wurde ebenfalls als Tatverdächtiger ermittelt sowie 18 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 21 Jahren.
Acht der Tatverdächtigen seien indes jünger als 14 Jahre gewesen. Damit hatte sich die Zahl der Kinder, die mutmaßlich in Bad Liebenzell eine Straftat begangen haben, verachtfacht. In drei Jahren zuvor war jeweils nur ein Tatverdächtiger in dieser Altersgruppe ermittelt worden. Insgesamt, so Palmer, die bei ihrem ersten öffentlich Auftritt vor dem Bad Liebenzeller Gemeinderat von Stefan Sachse, dem Leiter des Polizeipostens Bad Liebenzell, begleitet worden war, sei die Entwicklung bei den Kriminalitätsdelikten positiv zu sehen.
Positive Entwicklung
Auswertung Ob dem wirklich so ist, stellte AFD-Stadtrat Norbert Maier indirekt infrage. Er wollte wissen denn auch wissen, in welcher Form die Auswertung und Darstellung der Vergehen in den vergangenen Jahren verändert worden sei. Grundsätzlich, so Palmer, habe es keine Veränderungen gegeben, es würden alle Delikte wie seither erfasst.
Während sich Dietmar Lehmann-Schaufelberger erkundigte wie es mit den Delikten beim Telefonbetrug aussehe, wollten Ekkehard Häberle (ZBL) und Norbert Maier wissen, was die Polizei beispielsweise bei Dieseldiebstählen unternehme, die in jüngster Zeit zugenommen hätten. Aus Sicht Häberles würden in diesen Fällen die Ermittlungen zu schnell eingestellt. Maier meinte gar, dass manche Unternehmen diese Fälle gar nicht mehr anzeigten.
Palmer erläuterte, daraufhin dass nicht die Polizei die Ermittlungen einstelle, sondern die Staatsanwaltschaft, wenn es keine Hoffnung auf Erfolg mehr gebe.
Bei den Telefonbetrugsdelikten sowie bei Schockanrufen sei das Aufkommen sehr schwankend und auch hier könne die Polizei nur ermitteln, wenn die Delikte angezeigt würden. Da dies mangels Personalkapazitäten beim Polizeiposten in Bad Liebenzell nicht immer möglich sei, riet Jasmin Palmer, sich gegebenenfalls ans Polizeirevier in Calw zu wenden, denn da sei an sieben Tagen die Woche 24 Stunden lang besetzt.