Motorradunfälle haben beträchtlichen Anteil an den Unfällen im Polizeirevier Schopfheim (Symbolfoto). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

617 Unfälle ereigneten sich in 2025 im Polizeirevier Schopfheim – ein Höchststand, der zu großen Teilen aufs Konto einer Gruppe geht.

Die sind im Revierbereich Schopfheim zwischen Maulburg und Feldberg im vergangenen Jahr um 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. In absoluten Zahlen bedeutet das 79 Unfälle mehr – 617 in 2025 gegenüber 538 in 2024. Diese Zahl liegt zugleich deutlich über dem Fünf-Jahres-Mittelwert von 531, hält die Polizei in der aktuellen Verkehrsunfallstatistik fest. Auch die Zahl der Unfälle mit Verletzten stieg erneut an (+6,4 Prozent; 11 Unfälle). Besonders augenfällig ist die Zunahme im Revier Schopfheim im Vergleich zum Landkreis Lörrach insgesamt: Dort stieg die Gesamtzahl der Unfälle gegenüber dem Vorjahr nur leicht, um knapp drei Prozent (+82 Fälle).

 

Sachschaden und Verletzte

Im weit überwiegenden Teil der Unfälle (436) blieb es beim Sachschaden, bei 181 Unfällen allerdings gab es Verletzte. Bei etwa einem Drittel der Unfälle (absolut: 52/+24 Prozent) gab es Schwerverletzte, drei Unfälle endeten tödlich. Bei den tödlichen Verkehrsunfällen handelt es sich um zwei Unfälle mit motorisierten Kradfahrern und einen tödlich verunglückten Fußgänger in Zell.

Unfallursachen

Klare Hauptunfallursache ist die Raserei, beziehungsweise ein „nicht-angemessene Geschwindigkeit“, wie es im offiziellen Jargon heißt: 114 Unfälle führt die Polizei hierauf zurück – das sind ein knappes Drittel (+27) mehr als im Vorjahr.

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Unfälle in den vergangen fünf Jahren. Foto: Polizei

Damit löst die Raserei die Kategorie „Abbiegen/Rangieren“ als Hauptursache ab, die mit 112 Fällen (-6) knapp auf Rang zwei landet. Dritthäufigste Ursache sind Vorfahrtsverletzungen (74 Fälle), es folgen ungefähr gleichauf fehlende Verkehrstüchtigkeit (34), riskantes Überholen (22) und fehlender Abstand (31).

Risiko Motorrad

Die neben Autos mit Abstand am meisten an Unfällen beteiligte Risikogruppe sind Motorradfahrer – zugleich die Gruppe mit dem größten Zuwachs: Motorräder waren an 69 Unfällen beteiligt – das sind 50 Prozent (+22) mehr als im Vorjahr. Am zweithäufigsten waren Fahrradfahrer involviert: 48 mal, einmal mehr als im Vorjahr. Mit deutlichem Abstand folgen E-Bikes (20 Unfälle/+3) und Fußgänger (13 Unfälle/+2). Kaum ins Gewicht fallen zumindest von der Anzahl her Unfälle mit E-Scootern: Mit vier Unfällen liegen diese sogar zwei unter den beiden Vorjahren.

Risikogruppen nach Alter

Nach Alter aufgeschlüsselt, erweist sich das Seniorenalter 65 plus als besonders risikobehaftet: Mit 160 liegt die Unfallbeteiligung von Senioren auf einem 5-Jahres-Hoch (+28 Fälle/21,2 Prozent ), hält die Polizei fest. Auch die Unfallbeteiligung bei jungen Fahrer (18 bis 24 Jahre) ist gestiegen, um 15 auf 107. „Diese beiden Risikogruppen sind im Jahr 2025 an insgesamt 267 Unfällen beteiligt.

Eine Steigerung um 43 (19,2 Prozent)“, fasst die Polizei hierzu zusammen. Allerdings werden die Zahlen nicht ins Verhältnis zum Anteil der jeweiligen Alterskategorien an der Bevölkerung beziehungsweise an den Verkehrsteilnehmern insgesamt gesetzt.

Markanter Zuwachs

Einen besonderen Schwerpunkt legt die Polizei in ihrer Auswertung auf die Motorradfahrer („schwere Maschinen“) – mit gutem Grund: Mit insgesamt 59 haben die Motorradunfälle – zumal im Verhältnis zum Aufkommen dieser Fahrzeugkategorie – einen beträchtlichen Anteil am Unfallgeschehen; vor allem aber finden sich hier markante Zuwächse in unterschiedlichen statistischen Kategorien. Zuvorderst in der Zahl von zwei getöteten Motorradfahrern im vergangenen Jahr (2024:0) Auch die Zahl der Motorradunfälle mit Leichtverletzten ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, von 25 auf 40; die Zahl der Schwerverletzten stiegen um neun auf 25. „Hauptunfallursache bleibt in diesem Bereich die nicht angepasste Geschwindigkeit, in 38 Fällen“, hält die Polizei fest.

Unfallschwerpunkte

Als absoluten Unfallschwerpunkt im Revier weist die Statistik seit Jahren die K 6352 Schopfheim – Gersbach – Todtmoos/Au aus, so auch 2025: Allein 13 Unfälle ereigneten sich hier, sechs davon mit Schwerverletzten. Über die vergangenen fünf Jahre hinweg betrachtet, summieren sich die Unfälle hier auf 52. Auch zwei weitere Etappen erweisen sich als besonders unfallträchtig: Die B 317 zwischen Schopfheim und Todtnau sowie die L 149/151 Geschwend-Präg-Bernau/Hochkopf: Hier kam es zu jeweils acht Unfällen; darunter einer der beiden tödlichen (auf L 149/151) Motorradunfälle. Der zweite ereignete sich auf der L131 bei Heubronn.

Eher unauffällig blieben im vergangenen Jahr andere Strecken, die die Polizei aufgrund der Erfahrungswerte unter verschärfter Beobachtung hat. So die L 126 von Todtnau auf den Notschrei, die L 131 zwischen Neuenweg, Böllen und Wembach (jeweils zwei Unfälle) oder die B 518 nach Hasel und die L 123/K 63341 bei Wieden (null Unfälle).

Unfallflucht

Nach stetigem Aufwärtstrend auf einem Fünf-Jahres-Hoch befindet sich auch die Zahl der Unfallfluchten: In 286 Fällen verdrückten sich die Unfallverursacher nach angerichtetem Schaden – eine Zunahme um 15 Prozent/38 Fällen gegenüber den auch schon beachtlichen 248 Fällen aus dem Vorjahr.

Immer häufiger flüchten Unfallverursacher. Foto: Polizei

Sonstige Verkehrsdelikte

Auch jenseits der offenkundigen Verfehlungen bis hin zum Unfall hatte die Polizei im vergangenen Jahr einiges zu kontrollieren und zu beanstanden: Absoluter Spitzenreiter ist die Nutzung des Mobiltelefons während der Fahrt: In 303 Fällen wurden die Beamten darauf aufmerksam. „Die weiterhin hohe Zahl an festgestellten Verstößen der Smartphone-Nutzung während der Fahrt legt nahe, dass sich viele Fahrzeugführende nicht über den hohen Ablenkungsgrad und die damit verbundene Unfallgefahr im Klaren zu sein scheinen“, formuliert die Polizei dazu. Zu schnelles Fahren wurde in 175 Fällen bemerkt. Alkohol am Steuer wurde in 59 Fällen aktenkundig und in weiteren 32 Fällen standen die Fahrer unter Drogen.

Das Polizeirevier Schopfheim

Das Polizeirevier Schopfheim
mit Zuständigkeitsbereich zwischen Maulburg und Feldberg betreut etwa 50 Prozent der Fläche des Landkreises Lörrach mit etwas mehr als 48.000 Menschen (etwa 20 Prozent der Landkreisbevölkerung). Der Zuständigkeitsbereich umfasst die Städte Schopfheim, Zell, Todtnau und Schönau sowie 13 Gemeinden.