Hauptkommissar Ralf Huck wird den neuen Posten in Bad Bellingen leiten. Der Umzug steht im Dezember an – dann wird das Team des Polizeipostens Kandern aufgeteilt.
Ja, sagt Ralf Huck, mit dem Polizeirevier in Weil am Rhein sei es so eine Sache. Da sei zum einen die doch sehr besondere „kriminalgeografische Lage“ der Stadt als „Quasi-Vor-Ort“ von Basel, die sehr viele Straftaten bedinge. Aufgrund der Grenzlage gebe es dort viele illegale Grenzübertritte. Das Polizeirevier selbst sei nicht optimal konzipiert gewesen – die Büros dort waren sehr beengt. 25 Jahre war Huck Dienstgruppenleiter in Weil am Rhein, hatte als solcher Personalverantwortung für sieben bis neun Polizisten.
Huck ist seit 38 Jahren Polizist
Das erzählt der 55-Jährige an seinem Schreibtisch in Kandern sitzend. Seit August leitet der Hauptkommissar den Polizeiposten an der Bahnhofstraße. Er folgte auf Peter Müller, der im im Sommer in den Ruhestand verabschiedet wurde. In zwei, drei Wochen, wenn der neue Posten in Bad Bellingen eingerichtet ist, wird er den Umzug dorthin begleiten.
Huck ist seit 38 Jahren Polizist. Zunächst im mittleren Dienst im Schopfheim, später, nach der Zulassung zum gehobenen Dienst, wurde er Dienstgruppenleiter. Gefragt nach gefährlichen Einsätzen antwortet der Vater zweier erwachsener Kinder lachend, dass er mit einem spektakulären Raubüberfall nicht dienen könne. Heikel aber sei es gewesen, als vor etwa zehn Jahren in Friedlingen eine Schießerei die Menschen in Angst und Schrecken versetzte – er und seine Kollegen rückten in Komplettausrüstung an. Lange sei nicht klar gewesen, wo sich der Täter versteckt. „Das war sehr gefährlich“, erinnert sich Huck - trotz der Unterstützung durch die Sondereinsatzkräfte. „Stehen wir in der Schusslinie?“ war eine Frage, die sich alle stellten. Bis der flüchtige Täter auf einem Dach festgenommen werden konnte.
Die meisten Einsätze finden an der Rheinschiene statt
Jetzt steht der Umzug in den neuen Posten in Bad Bellingen an. Der Hintergrund: Vor der Verwaltungsreform gab es in drei Polizeiposten – in Efringen-Kirchen, in Schliengen und in Kandern. Die Polizeistruktur wurde angepasst, die drei Posten wurden in Kandern zum Polizeiposten Markgräflerland zusammengelegt. Seine Zuständigkeit: 28 Gemeinden und Dörfer im Rebland und Kandertal mit 35 000 Einwohnern. Die Räumlichkeiten im alten Gebäude hinter der Feuerwache waren nicht ideal, im Mai 2022 zog der Posten in die Bahnhofstraße um.
Nach 15 Jahren, erzählt Huck, wurde der Standort evaluiert. Das Ergebnis: Zwei Drittel der Arbeit findet „vorne“, an der Rheinschiene, statt. Viele Fahrten waren nötig, die Zeit kosteten. Und von Kandern nach Bad Bellingen zu fahren, sei auch nicht der geradlinigste Weg.
Vor zwei Monaten wurden Akten digitalisiert
Nun also der Umzug nach Bad Bellingen. Der findet Anfang Dezember statt. Das liegt laut Huck daran, dass Polizeiposten technisch hohen Ansprüchen genügen müssen – die Firma, die dort im Auftrag des Landes die Alarmanlagen einbaue, habe eben erst dann Zeit. Der Umzug ist gut vorbereitet: In Weil plant ihn eine Projektgruppe seit einem Jahr. Huck ist entsprechend überzeugt, dass dieser reibungslos über die Bühne gehen wird. Weil vor zwei Monaten die E-Akte eingeführt wurde, müssten keine Aktenberge geschleppt werden.
Huck und sein junges Team freuen sich auf den neuen Posten. Natürlich gab es, was die Einrichtung betrifft, Vorgaben. Aber bei Fragen wie: Wer sitzt wo, welche Fronten bekommt die neue Küche, seien er und seine Kollegen miteinbezogen worden. Die Ausstattungsqualität des Postens in Kandern ist hoch – in Bad Bellingen sei sie sogar noch höher. Die Garage ist direkt vom Inneren des Gebäudes zugänglich.
Die beiden Posten werden eng zusammenarbeiten
Huck ist sicher: Die beiden Posten in Bad Bellingen und Kandern werden eng miteinander kooperieren und sich bei Einsätzen wie der Fasnacht oder dem Winzerfest gegenseitig unterstützen. Ihm mache die Arbeit „immer noch Spaß“.