Ein 20-Jähriger wurde am Freitag von der Polizei gesucht. Foto: Marijan Murat/dpa

Über Rottweil kreiste ein Polizeihubschrauber nach einer riskanten BMW-Flucht – nun drohen dem 20-Jährigen aus Schramberg mehrere Ermittlungen.

Ein Polizeihubschrauber hatte am Freitagabend im Kreis Rottweil für Aufsehen gesorgt.

 

Der Hubschrauber tauchte über der A81 auf, flog über Sulz und Oberndorf bis nach Rottweil und dann entlang der B462 nach Schramberg, bevor er über Waldmössingen zurück nach Oberndorf wieder Richtung Nordosten flog.

Auf Nachfrage beim Polizeipräsidium in Konstanz hieß es am Freitagabend, dass nach einem Fahrer gesucht werde, der bei einer Kontrolle im Raum Tübingen geflüchtet sei. Es wurde vermutet, dass er über die A81 in Richtung Süden und weiter Richtung Schramberg geflohen sei.

Neue Erkenntnisse

Am Sonntag gab es dann weitere Erkenntnisse. Tatsächlich führte die Spur nach Schramberg: Der gesuchte Fahrer konnte gegen 22.25 Uhr an seiner Wohnanschrift angetroffen werden. Laut Polizeiangaben war der Mann mit seinem BMW gegen 20.50 Uhr einer Streifenbesatzung auf der B28 zwischen Tübingen und Rottenburg auf Höhe von Kiebingen aufgefallen. Als die Beamten ihn kontrollieren wollten, missachtete er alle Anhaltesignale und fuhr mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit weiter in Richtung Rottenburg.

Mit ausgeschalteter Beleuchtung war er weiter auf die A81 in Richtung Singen gefahren. Und das ziemlich schnell: In Höhe der Anschlussstelle Horb verlor die Streifenbesatzung den Sichtkontakt zu dem Fahrzeug. Das half dem Gesuchten nicht. Er wurde in Schramberg angetroffen. Im Gespräch, so die Polizei, ergaben sich Hinweise, dass er unter Drogeneinfluss stehen könnte. Zudem besaß er keine gültige Fahrerlaubnis.

Wie geht es nun weiter?

Und wie geht es nun in der Sache weiter? Wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Reutlingen auf Nachfrage mitteilt, sei für das Verfahren nun die Verkehrsbehörde Tübingen zuständig, da der Tat- beziehungsweise Ereignisort maßgeblich sei, der Wohnort des Fahrers sei in diesem Kontext nicht weiter von Bedeutung. „Der 20-Jährige steht im Mittelpunkt von Ermittlungen der Verkehrspolizei Tübingen wegen mehreren Verkehrsdelikten. Ihm wird unter anderem ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen gemäß Paragraf 315d StGB, Fahren trotz Fahrverbot sowie Fahren unter Drogeneinfluss vorgeworfen“, erklärt die Sprecherin der Polizei.

Nach derzeitigem Stand gibt es keine Hinweise darauf, dass unbeteiligte Verkehrsteilnehmer durch das Verhalten des 20-Jährigen gefährdet oder verletzt wurden. Die Ermittlungen der Polizei sind jedoch noch nicht abgeschlossen.