Mädchen wurden in Bad Wildbad von einem Mann angesprochen (Symbolbild). Foto: www.imago-images.de

Ein Erwachsener sprach zwei Mädchen in der Bad Wildbader Wilhelmstraße an und berührte sie. Was ist passiert und wie kann man seine Kinder schützen?

Ein erwachsener Mann hat in der Wilhelmstraße in Bad Wildbad zwei Mädchen im Alter von zwölf und 13 Jahren angesprochen, angefasst und sie eingeladen, mit zu ihm nach Hause zu kommen – das veröffentlichte eine Frau in einer Bad Wildbader Facebook-Gruppe.

 

Die Polizei bestätigt den Vorfall auf Nachfrage unserer Redaktion. Am Abend des 9. Mais waren bereits Polizisten in der Wilhelmstraße im Einsatz – wegen Ruhestörung aus einem Ladenlokal. Im Umfeld hielten sich auch die beiden Mädchen auf.

Hand des Mädchens genommen

Nach derzeitigem Stand wurden die beiden Mädchen von einem 46-Jährigen auf diesen Polizeieinsatz angesprochen, sagt Benjamin Koch, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim. Im weiteren Gesprächsverlauf soll der Mann über seine Probleme gesprochen und angefangen zu weinen haben.

Es liegt keine Anzeige vor

„Danach umarmte er die Mädchen und nahm später eine Hand eines Kindes, um mit dieser über seine Wange zu fahren“, teilt Koch mit. Die Mädchen gingen daraufhin zu den Polizisten, die vor Ort waren, und der Mann lief davon. Über aufgenommene Fotos konnten die Beamten den Unbekannten identifizieren. „Es wurde eine sogenannte Gefährderansprache bei dem Betreffenden durchgeführt“, sagt der Pressesprecher.Laut Landesrecht Baden-Württemberg ist eine Gefährderansprache eine gefahrenabwehrende Maßnahme der Polizei, bei der eine Person unter anderem konfrontativ angesprochen wird. Sie dient dazu, potenzielle Straftäter zu warnen, mögliche Konsequenzen aufzuzeigen und sie davon abzuhalten, Straftaten zu begehen.

Eine Straftat lag, so die Ermittlungen der Polizei, nicht vor. Von einer Anzeige gegen den 46-Jährigen ist der Polizei auch nichts bekannt.

Auf Nachfrage gibt die Polizei Hinweise, was Kindern und Jugendlichen bei einem solchen Vorfall helfen kann. „Wenn Kinder auf der Straße angesprochen oder in Bedrängnis gebracht werden, sollten sie laut und deutlich ‚Nein’ sagen und andere Personen um Hilfe bitten“, erklärt der Pressesprecher. Und: „Im Bedarfsfall kann der Notruf gewählt werden.“

Verhält sich eine Person verdächtig, sollten Kinder und Jugendliche umgehend die Eltern, vertraute Personen oder anderweitige erwachsene Personen informieren.

Möglichst in einer kleinen Gruppe unterwegs sein

Wenn das Kind zu Fuß nach Hause geht, dann sollte es möglichst in einer kleinen Gruppe mit anderen Kindern oder Freunden unterwegs sein, so ein weiterer Hinweis des Beamten. Eltern sollten ihrem Kind außerdem erklären, dass es nicht aus Höflichkeit mit fremden Erwachsenen sprechen oder mitkommen muss.

Schon im Alltag können Eltern ihre Kinder dabei unterstützen, persönliche Grenzen zu setzen. „Auch hier sollte ein ‚Nein’ des Kindes bei ungewolltem Körperkontakt respektiert werden“, sagt der Pressesprecher.

„Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“

Und wie sollten Erwachsene reagieren, wenn Sie bemerken, dass Kinder oder Jugendliche belästigt werden? Die verdächtige Person sollte laut Koch direkt angesprochen werden, aber, indem eine gewisse räumliche Distanz bewahrt wird. Auch umstehende Personen können als Unterstützung hinzugezogen werden. „Rufen Sie die Polizei, wenn Ihnen die Situation komisch vorkommt und Sie ein ungutes Bauchgefühl haben. Melden Sie verdächtige Wahrnehmungen lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“, führt Koch aus.

Details über Personen oder Fahrzeuge einprägen

Es ist auch sinnvoll, sich, wenn möglich, viele Details einzuprägen – über Personen, Auffälligkeiten, mitgeführte Gegenstände und Fahrzeuge.

Und noch einen Hinweis hat der Pressesprecher: Es dürfen in den sozialen Netzwerken keine Bilder von vermeintlich verdächtigen Personen oder Fahrzeugen mit Kennzeichen veröffentlicht werden. „Sie machen sich unter Umständen strafbar“, so Koch.