Auch in diesem Jahr sorgten Narren – hier in Ettenheim – für bunte Spektakel. In diesem Fall lief der Umzug friedlich, in anderen Gemeinden sah das allerdings anders aus. Foto: Decoux

Nicht alle Umzüge und Feste liefen in diesem Jahr friedlich ab: Vielerorts kam es zu Streitigkeiten und Körperverletzungen – vor allem ein Vorfall beschäftigt die Beamten.

Das Polizeipräsidium Offenburg zieht für die diesjährige Fastnacht eine insgesamt positive, jedoch arbeitsintensive Bilanz. Obwohl demnach „keine gravierenden Zwischenfälle“ im strafrechtlichen Sinne zu verzeichnen waren, mussten die Beamten der einzelnen Polizeireviere – mit Unterstützung der Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Einsatz – durchgehend eine Vielzahl an Einsätzen bewältigen, heißt es in einer Mitteilung.

 

Im Verlauf der närrischen Tage kam es vermehrt zu Körperverletzungen, Streitigkeiten sowie weiteren Auseinandersetzungen im öffentlichen Raum. Viele dieser Vorfälle standen im Zusammenhang mit übermäßigem Alkoholkonsum.

Ein Fall, dessen Hintergrund derzeit noch gänzlich unklar ist, sticht dabei besonders heraus: Offenbar wurde ein Mann bei der Fastnacht im Ortenberger Ortsteil Käfersberg – beim „Freien Montenegro“ – schwer verletzt und orientierungslos vom Rettungsdienst aufgefunden.

Schwerverletzter erinnert sich an nichts mehr

Im Netz kursieren Aufrufe, die mögliche Zeugen bitten, sich zu melden. Demnach erlitt der als Astronaut Verkleidete schwere Verletzungen am Kopf und im Gesicht. Laut des privaten Aufrufs soll der Mann keinerlei Erinnerung an die Geschehnisse haben, die zu seinen Verletzungen führten.

Die Polizei bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion, dass am Sonntagabend in Ortenberg ein schwer verletzter 37 Jahre alter Mann aufgefunden worden sei. „Er befindet sich – Standt jetzt – nicht in lebensgefährlichem Zustand“, berichtete Polizeisprecher Wolfgang Kramer am Mittwochnachmittag. Aktuell würden der Polizei keine Erkenntnisse vorliegen, dass die Verletzungen mit einer Straftat in Verbindung stünden.

Konkreter – etwa ob die Verletzungen auch das Ergebnis eines schweren Sturzes sein könnten – äußerte sich die Polizei nicht. „Die Untersuchungen zu dem Vorfall laufen“, so Kramer. In diesem Zusammenhang bittet die Polizei Zeugen, sich unter Telefon 07803/9 66 20 beim Polizeiposten Gengenbach oder aber unter Telefon 0781/ 21 22 00 beim Polizeirevier Offenburg zu melden.

Auch andernorts trüben Fälle von Gewalt die Stimmung

Zudem gab es eine ganze Reihe weiterer Vorfälle, die die Fastnachtsfreude trübten. Bei der Straßenfastnacht am Schmutzigen Donnerstag in Reichenbach kam es beispielsweise zu insgesamt fünf Streitigkeiten, die geschlichtet werden mussten, so die Polizei. Außerdem kam es im Rahmen der Schlichtung eines Streits zu einem tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte.

Zudem wurden vier Platzverweise ausgesprochen. Ein 29-jähriger Mann geriet am Samstagabend in Biberach in eine derart emotionale Ausnahmesituation, dass er letztendlich zu seinem Schutz und zur Verhinderung von Ordnungsstörungen eine Nacht in polizeilicher Gewahrsam verbrachte. Anlass des Gefühlschaos war mutmaßlich unter anderem, dass nicht nur Männer ihre Notdurft auf der Herrentoilette verrichteten, heißt es weiter.

Zahlreiche Autofahrer unter Drogeneinfluss gestoppt

Für einen 17-Jährigen war die Fastnachtsveranstaltung in Bühl-Weitenung am Donnerstagabend schon gegen 22 Uhr beendet. Weil der Jugendliche das Rauchverbot in der Halle missachtete und sich wenig einsichtig zeigte, kam es nach einem ausgesprochenen Hausverbot zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit dem Sicherheitsdienst, wobei ein Mitarbeiter leicht verletzt wurde. Den 17-Jährigen erwarten nun Anzeigen unter anderem wegen Körperverletzung, so die Polizei. Darüber hinaus wurden zahlreiche Fahrzeugführer kontrolliert, die teilweise unter Alkohol- und Drogeneinfluss am Straßenverkehr teilnahmen.

Polizeipräsident Jürgen Rieger betonte, dass trotz der hohen Einsatzbelastung die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern, den Sicherheitsdiensten und den Rettungskräften reibungslos verlaufen sei. Dank des professionellen Vorgehens aller Beteiligten hätten größere Eskalationen verhindert und die Sicherheit der Feiernden gewährleistet werden können, lobt das Präsidium. Durch die polizeiliche Präsenz konnten zudem viele Konflikte bereits im Vorfeld beobachtet und im Anschluss geschlichtet werden.

Neben den strafverfolgenden Aufgaben waren viele der eingesetzten Polizeibeamten aber auch Anlaufstellen für Rückfragen der Feiernden, für das Abgeben von Fundsachen und das Suchen verloren gegangener Kinder, die glücklicherweise alle wieder mit ihren Eltern zusammengeführt werden konnten.

So nahm die glückselige Fastnacht einen zufriedenstellenden und größtenteils störungsfreien Verlauf, so die Polizei abschließend.

Bilanz 2025

Im vergangenen Jahr fiel das Fazit der Polizei zur Fastnacht deutlich positiver aus: „Vielerorts Kaiserwetter, gute Laune und größtenteils störungsfrei; mit diesen Attributen bleibt die Fastnacht 2025 polizeilich in guter Erinnerung. So positiv wie das Wetter verhielten sich zu meist auch die vielen Närrinnen, Narren und Besucher“, hieß es damals.