Auf der Bösinger Überwachungskamera ist zu sehen, wie das Ladegerät entfernt wird. Foto: privat

Zwei Männer nähern sich in der Nacht mit Taschenlampen einem Wohnhaus. Einer schleicht um das Haus herum, will eine Garagentür öffnen. Als er merkt, dass sie verschlossen ist, treten beide den Rückzug an. Das hat eine Überwachungskamera in Bösingen-Herrenzimmern aufgezeichnet. Wir fragen bei der Polizei nach.

Dieses Überwachungsvideo eines Herrenzimmerners, das zwischen 2 und 3 Uhr nachts aufgenommen wurde, bleibt nicht der einzige Hinweis darauf, dass in der Nacht auf Montag, 3. Februar, offenbar potenzielle Einbrecher in der Gemeinde Bösingen unterwegs waren.

 

Ein weiteres Überwachungsvideo, diesmal in Bösingen, zeigt, wie zwei junge Männer – Kleidung und Gangart erwecken den Eindruck, dass es sich um dieselben wie in Herrenzimmern handelt – gegen 4.12 Uhr einen Hof betreten, auf dem zwei E-Autos stehen. Eines wird gerade bei offener Motorhaube geladen.

Männer sind vermummt

Die Männer – beide haben sich ein Tuch über die untere Hälfte des Gesichts gezogen – gehen zielsicher auf das Auto zu und entfernen die tragbare Ladestation.

Tags darauf wird im Whatsapp-Status eines Bösingers gewarnt: „Heute Nacht wurde so gegen 4 Uhr im Forchenweg ein Ladegerät geklaut.“

Einer der Männer versucht, eine Garagentür in Herrenzimmern zu öffnen. Foto: privat

Wir wollen bei der Polizei wissen: Treibt eine Einbrecherbande ihr Unwesen? Und wo überall ist sie gegebenenfalls fündig geworden?

Ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz antwortet auf unsere Anfrage, die Redaktion wisse scheinbar mehr als die Polizei. Deren Stand sei nämlich, dass es in der Nacht auf Montag allenfalls einen versuchten Einbruch gegeben haben soll – „und der auch eher vage“.

„Verdächtige Wahrnehmung“

Von einem Geschehnis im Bösinger Forchenweg habe die Polizei keine Kenntnis, ebenfalls nicht von Überwachungskameravideos. Im Dreifaltigkeitsbergweg (Herrenzimmern) liege derweil aktuell nur eine „verdächtige Wahrnehmung vor“, heißt es am Dienstagmorgen. Weitere Fälle, auch im Umkreis, seien nicht bekannt.

Generell lasse sich sagen: Erfahrungsgemäß würden sich Täter das Leben gerne leicht machen. „Unverschlossene Garagen, offen stehende Fenster, Gartenhütten, Carports sind immer einfache Ziele“, teilt der Polizeisprecher mit.

Wir wollen wissen, ob derzeit nach Kenntnis der Polizei eine professionell organisierte Bande ihr Unwesen im Kreis Rottweil treibt. Dazu heißt es, entsprechende Diebesbanden seien mittlerweile sehr mobil und selten ortsfest. „Es kann also nicht ausgeschlossen werden, dass sich eine entsprechende Gruppierung in der Gegend aufhält“.