Mehr Verkehrsunfälle, mehr Tote – das ist die Bilanz des Polizeipräsidiums Pforzheim für das Jahr 2025. Eine Gruppe ist dabei besonders betroffen.
Die Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Pforzheim zeigt für das Jahr 2025 ein uneinheitliches Bild, teilt das Präsidium mit.
Die Gesamtzahl der registrierten Verkehrsunfälle sei gegenüber dem Vorjahr nur leicht um 0,6 Prozent gestiegen. Demgegenüber stünden jedoch deutliche Zuwächse bei Unfällen mit sogenannten „vulnerablen Verkehrsteilnehmern“ wie Fußgängern, Radfahrern und Pedelec-Nutzern.
Die Polizei will auf diese Entwicklung mit verstärkten Präventions- und Kontrollmaßnahmen reagieren. Ziel bleibe es, die Verkehrssicherheit nachhaltig zu erhöhen und die Zahl schwerer Verkehrsunfälle weiter zu senken, heißt es in der Mitteilung weiter.
Personenschäden und Verkehrstote
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden nahm laut Polizeistatisik im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent zu. Besonders deutlich fiel der Anstieg im Stadtkreis Pforzheim mit plus 20 Prozent aus. In den Landkreisen Calw und Freudenstadt war hingegen ein Rückgang festzustellen. Im Mehrjahresvergleich bewegt sich die Entwicklung weiterhin im Bereich des langfristigen Durchschnitts.
Im Jahr 2025 verloren im Präsidiumsbereich 27 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Das sind acht Verkehrstote mehr als im Vorjahr und entspricht einem Anstieg um 42,1 Prozent.
Während die Zahl der tödlich Verletzten im Stadtgebiet Pforzheim leicht zurück ging und in den Landkreisen Calw und Freudenstadt unverändert blieb, war im Enzkreis ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Auf dem im Zuständigkeitsbereich liegenden Abschnitt der Autobahn gab es 2025 keine tödlich verletzten Personen. Überdurchschnittlich häufig Opfer von tödlichen Verkehrsunfällen waren ältere Menschen sowie junge Erwachsene. Mehr als die Hälfte der tödlich Verunglückten entfällt auf diese beiden Altersgruppen. Rund zwei Drittel der Getöteten gehörten zudem zur Gruppe der vulnerablen Verkehrsteilnehmer.
Unfallursachen und Hauptfaktoren
Als häufigste Unfallursachen erwiesen sich erneut ungenügender Sicherheitsabstand sowie nicht angepasste Geschwindigkeit. Auf dem zum Präsidium Pforzheim gehörenden Abschnitt der Autobahn A 8 stellte mangelnder Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug den „dominierenden Faktor“ dar, heißt es weiter.
Im Stadtkreis Pforzheim waren Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren die häufigste Unfallursache. Auf allen anderen Straßen war bei den tödlichen Verkehrsunfällen in rund einem Viertel der Fälle überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit unfallursächlich.
Entwicklung bei Zweirädern
Die Zahl der Motorradunfälle erhöhte sich leicht um 1,8 Prozent. Deutlich angestiegen ist hingegen die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer von drei auf acht Fälle.
Die registrierten Fahrradunfälle nahmen um 10,8 Prozent zu. Die Zahl der dabei verletzten Radfahrer stieg um 12,3 Prozent. In etwa sieben von zehn Fällen waren die Radfahrer selbst Hauptverursacher des Unfalls. Auch bei Pedelecs wurde ein Anstieg der Unfallzahlen um 10,5 Prozent festgestellt. Auffällig dabei: Alle tödlich verunglückten Radfahrer waren mit einem Pedelec unterwegs. Unfälle unter Beteiligung von Elektrokleinstfahrzeugen (eKF) wie E-Scooter stiegen um 13,3 Prozent, die Zahl der verletzten eKF-Nutzer nahm um 16,1 Prozent zu.
Auch mehr Unfälle mit Kindern
Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern erhöhte sich um 7,1 Prozent. Unfälle mit Personenschaden in dieser Altersgruppe stiegen um 12,2 Prozent. Diese Entwicklung werde von der Polizei besonders aufmerksam beobachtet und bilde für 2026 einen Handlungsschwerpunkt, ist in der Mitteilung des Polizeipräsidium weiter zu lesen.
Unfälle mit Alkohol und Drogen
Sowohl alkohol- als auch drogenbeeinflusste Verkehrsunfälle nahmen weiter zu. Die Zahl der Alkoholunfälle stieg um 7,3 Prozent, drogenbedingte Unfälle um 9,7 Prozent.
Besonders betroffen waren der Enzkreis, der Landkreis Calw sowie die A 8.
Prävention und Kontrolle für Verkehrssicherheit
Die Erhöhung der Verkehrssicherheit bleibe ein zentraler Schwerpunkt des Polizeipräsidiums Pforzheim. Zur Umsetzung der Ziele der „Vision Zero“ sollen die Präventions- und Kontrollmaßnahmen im Jahr 2026 weiter intensiviert werden.
Der Fokus liege dabei insbesondere auf dem Schutz vulnerabler Verkehrsteilnehmer sowie auf der Bekämpfung der Hauptunfallursachen Geschwindigkeit, Abstand und Fehlverhalten beim Abbiegen.
Im Bereich der Prävention will die Polizei weiterhin eng mit Schulen, Kindergärten und weiteren Partnern zusammenarbeiten, um die Kompetenzen zur Teilnahme am Straßenverkehr frühzeitig zu stärken. Zusätzliche Schwerpunkte bilden Informationsangebote zum sicheren Umgang mit Pedelecs und Elektrokleinstfahrzeugen sowie die Sensibilisierung für die Gefahren von Alkohol- und Drogenfahrten.
Die Polizei Pforzheim will auch 2026 ihre Aktivitäten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit fortsetzen, um Unfälle zu vermeiden und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, heißt es abschließend.