Ein Mitarbeiter soll auf dem Freiburger Friedhof über Jahre Tote bestohlen haben. Foto: Patrick Seeger/Stadt Freiburg

Der Vorwurf über den Mitarbeiter der Stadt Freiburg ist über einen anonymen Brief an die Verwaltung gekommen.

Ein Mann, der auf dem städtischen Friedhof in Freiburg angestellt ist, steht unter dem Verdacht, dass er Goldzähne und andere Schmuckgegenstände von Toten gestohlen haben soll. Diese habe er im Anschluss verkauft.

 

Der Vorwurf ist durch einen anonymen Brief an die Stadt Freiburg herangetragen worden. Diese hat daraufhin „sofort reagiert und die Polizei und Staatsanwaltschaft informiert“, teilt die Stadt mit. Die Stadtverwaltung arbeite dabei vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Alle notwendigen arbeitsrechtlichen Konsequenzen wurden bereits eingeleitet. Auf Grund der laufenden Ermittlungen und aus Gründen des Datenschutzes könne die Stadt zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine weiteren Angaben machen. „Diese Vorwürfe erschüttern die Stadtverwaltung und den Eigenbetrieb Friedhöfe zutiefst“, heißt es dazu in der Pressemitteilung der Stadt.

Höhe des Schadens ist noch unbekannt

Auch Polizei und Staatsanwaltschaft haben bestätigt, dass sie in diesem Fall Ermittlungen aufgenommen haben. Die Polizei ermittle wegen des Verdachts auf einen besonders schweren Fall des Diebstahls, auf Verwahrbruch und Störung der Totenruhe, wie sie auf Nachfrage mitteilt. Am Mittwoch hat die Polizei das Haus und den Arbeitsplatz des Verdächtigen untersucht. Dabei wurden verschiedene Gegenstände und Aufzeichnungen sichergestellt, die nun von einer eingerichteten Ermittlungsgruppe ausgewertet werden.

„Das Verfahren ist noch frisch“, sagt Polizeisprecher Michael Schorr. Viele Fragen seien noch offen. Zum Beispiel wisse man nicht, wie hoch der Schaden in dem Fall sei, seit wann die Wertgegenstände angesammelt wurden und ob der Verdächtige alleine gehandelt habe oder ob es Komplizen gebe. Auch zu möglichen Verkäufen oder Käufern können die Polizei noch keine Angaben machen. Ob der Verdächtige selbst Angaben zu den Vorwürfen macht, sagte die Polizei am Freitag nicht.

Uhren, Ringe und Goldzähne gestohlen

Bei den gestohlenen Gegenständen soll es sich laut Angaben der Polizei vornehmlich um Uhren, Ringe und Zahngold handeln. Diese wurden den Verstorbenen mutmaßlich vor der Kremierung entnommen.

Bundesweit soll es in der Vergangenheit ähnliche Fälle gegeben haben, bestätigt die Sprecherin des Bundesverbandes der Bestatter Elke Herrnberger auf Nachfrage unserer Redaktion. Wertgegenstände würden bei Toten zwar akribisch dokumentiert, es könne in der Branche aber auch schwarze Schafe geben.