Revierleiter Spencer Diringer und Grenzachs Postenführerin Mandy Hanel stellten die Polizeistatistik im Gemeinderat Grenzach-Wyhlen vor. Foto: Rolf Rombach

Betrugsdelikte und Eingriffe in die sexuelle Selbstbestimmung verlagern sich in die digitale Welt, wie die Polizeistatistik zeigt.

Mit 809 Straftaten registrierten das Polizeirevier Rheinfelden und der Polizeiposten Grenzach im vergangenen Jahr 50 Fälle mehr als 2024. Revierleiter Spencer Diringer und die Postenverantwortliche Mandy Hanel präsentierten die Auswertung 2025 am Dienstag im Gemeinderat.

 

Der Fallanstieg um 5,5 Prozent ist vor allem auf zwei Bereiche zurückzuführen. Betrugsdelikte stiegen um 26 Fälle auf 102 Straftaten. Vor allem das Internet und neue technische Möglichkeiten sorgen für „leichtere Möglichkeiten“, an Geld zu kommen. „Dank Künstlicher Intelligenz können sie nicht mehr erkennen, ob das wirklich ihre Tochter ist, die anruft“, warnte Spencer Diringer.

Ungünstige Konstellation

Bei den Rohheitsdelikten gab es eine Steigerung um rund 18 Prozent beziehungsweise 28 Fälle auf insgesamt 184 Delikte. Auffällig war hier vor allem die Geflüchtetenunterkunft in Wyhlen, bei der „ungünstige Konstellationen“ zu dem Anstieg geführt hätten, wie Diringer ausführte. Durch deren Schließung verbinde man nun die Hoffnung, dass dieser Wert deutlich zurückgehe.

„Das war nicht ideal“, attestierte Annette Grether (Grüne). Sie selbst ist in einer ähnlichen Einrichtung in Steinen tätig, die bisher von solchen Vorfällen verschont geblieben sei. Ambivalent sind die Zahlen der Partnergewalt: „35 Fälle sind zu viel“, diagnostizierte der Revierleiter in Anbetracht der Gemeindegröße.

Andererseits habe sich das Anzeigeverhalten in den vergangenen Jahren verändert. „Es stecken tragische Geschichten dahinter, wo Opfer jahrelang einstecken mussten“, machte Diringer deutlich. Fünf Anzeigen mehr im Vergleich zu 2024 wurden registriert. Neben viel Aufklärungsarbeit würden die Beamten die Geschädigten bis hin zur Unterbringung in einem Frauenhaus begleiten.

Einbruchsserie aufgedeckt

19 Eingriffe in die sexuelle Selbstbestimmung kämen einerseits aus Partnergewalt, sind aber auch Belästigungen über digitale Medien. Nach der Aufdeckung einer Einbruchsserie in Fahrzeuge ging im vergangenen Jahr die Diebstahlskriminalität um 41 Anzeigen auf 169 Fälle zurück.

Auch die Straßenkriminalität sank um 61 auf 118 Vorfälle. Durch die Änderung der Cannabisgesetzgebung gab es keinen Anstieg der Rauschgiftdelikte. Ebenfalls erfreulich: In Grenzach-Wyhlen gab es keinen Angriff auf Polizeibeamte. Zum Vergleich: 2025 gab es im Revierbereich 17 Vorfälle. 16 Einbrüche in Wohnhäuser seien nicht gut, da es sich dabei um ein Eindringen in den persönlichsten Lebensbereich handle. „Es klingt nach nicht viel Vorkommnissen, aber für die Betroffenen ist das schlimm“, so Diringer.

Personal aufgestockt

Mit 239 „sonstigen Straftatbeständen“ gab es zwar einen Anstieg um 43 Anzeigen, hier kämen aber verschiedene Faktoren zusammen. So seien durch den Diebstahl von Post durch eine Tat gleich zahlreiche Anzeigen eingereicht worden, beruhigte Spencer Diringer. Im niedrigen zweistelligen Bereich werde in diesem Jahr das Personal des Reviers aufgestockt. Die zusätzlichen Kapazitäten sollen vor allem präventiv genutzt werden. Diringer kündigte an, mehr Präsenz zeigen zu wollen und vor allem in „Brennpunktzeiten“ gezielte Kontrollen durchzuführen. „Wir müssen Stärke zeigen und sehen hoffentlich im kommenden Jahr die Auswirkungen.“

Auf Rückfrage der Fraktionen teilte Spencer Diringer mit, dass die Präventionsarbeit bei Risikogruppen kontinuierlich aufgestockt und aktualisiert werde. Allerdings stießen die Experten mit den derzeitigen Konzepten bei Schulklassen an ihre Grenzen. Ebenso sei die technische Ausstattung der Polizei gut, doch hinke man der kriminellen Weiterentwicklung stetig hinterher.