Telefonbetrüger haben es meist auf das Geld von Senioren abgesehen– auch in Ettenheim. (Symbolfoto) Foto: Hildebrand

In Ettenheim wurden im vergangenen Jahr 358 Straftaten gemeldet. Angestiegen ist die Zahl der Vergehen, bei denen Senioren um ihr Erspartes gebracht werden.

„In Ettenheim lebt man sicher. Es gibt keine Punkte, die Sorge bereiten müssten.“ Diese Einschätzung von Jochen Brehm, Leiter des Polizeipostens Ettenheim, zu Beginn seiner Erläuterung der Kriminalstatistik des Jahres 2025 hörte sich beruhigend an und zog sich durch seine 20-minütigen Bericht vor der Ettenheimer Gemeinderat.

 

Die Zahl der Straftaten insgesamt reduzierte sich von 394 im Jahr 2024 auf 358 im vergangenen Jahr und stellt den niedrigsten Wert der vergangenen fünf Jahre dar. Dass die Aufklärungsquote mit 52 Prozent deutlich unter der des Vorjahres lag (86 Prozent), erkläre sich damit, dass in 2024 eine Vielzahl von Straftaten von einem einzigen Täter begangen wurde, dem man dann eben eine Vielzahl von Vergehen nachweisen konnte. Bei den Deliktbereichen liegt Diebstahl deutlich an erster Stelle. Es folgen Rohheitsdelikte und Vermögens-/Fälschungsdelikte.

Immer wieder kommt es zu Sachbeschädigungen

Sachbeschädigungen seien immer wieder beispielsweise an der Skateranlage auf den Espen zu beklagen, insgesamt aber hat sich ihre Zahl von 50 im Vorjahr in 2025 auf 44 verringert. Bei den Diebstahlsdelikten liegen Fahrraddiebstähle (21) vor Ladendiebstahl (20) und Wohnungseinbrüchen (18). Auffallend ist hier vor allem die Verdreifachung der Wohnungseinbrüche gegenüber dem Vorjahr. Haus- und Wohnungseigentümer sollten daraus ihre Konsequenzen ziehen.

Deutlich zugenommen hat in 2025 auch in Ettenheim die Zahl an Betrugsdelikten. Sie sind von 26 in 2024 auf 47 in 2025 gestiegen. Täter bedienen sich nach Brehms Worten – Gemeinderäte berichteten von eigenen diesbezüglichen Erfahrungen – vor allem des Telefons oder Sozialen Medien, um die Leute reinzulegen. „Wenn’s zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es in der Regel auch nicht wahr“, warnte Brehm, beispielsweise wenn hohe Renditen aus dieser oder jener Geldanlage versprochen werden. Auch in diesem Bereich stelle man Wellenbewegungen fest, wonach sich Betrüger offensichtlich verstärkt bestimmte Gebiete für ihre jeweiligen Delikte aussuchen. In diesen Bereich fällt auch „der Enkeltrick“, dem immer wieder Angerufene auf den Leim gehen.

Im Blick auf die Statistik der Tatverdächtigen und ihrem Alter nehmen Erwachsene ab 21 Jahren mit 150 die „Spitzenposition“ ein (ein Drittel davon nichtdeutsche). Es folgen Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren (22), Kinder unter 14 Jahren (zwölf) und Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren (neun). Für Heranwachsende und Jugendliche gebe es beim Polizeiposten Ettenheim zwei Sachbearbeiter. Erfreulich findet Brehm, dass sich die Zahl der Tatverdächtigen, deren Tat unter Alkoholeinfluss erfolgte, sehr in Grenzen hält (elf).

Bürgermeister Bruno Metz dankte Postenleiter Jochen Brehm und seinem Team für die geleistete Polizeiarbeit, dank derer man sich in Ettenheim weitestgehend sicher fühlen dürfe.