Der SPD-Ortsverein mit dem Vorsitzenden Mirko Witkowski (rechts) informierte sich bei Revierleiter Jürgen Lederer (links). Mit auf dem Foto Praktikantin Vievien Haller. Foto: SPD

Einen spannenden Einblick in die Arbeit der Polizei bekamen Mitglieder des SPD-Ortsvereins beim Polizeirevier in Schramberg.

Revierleiter Jürgen Lederer war gerne bereit, auf Fragen einzugehen. Unterstützt wurde er von Praktikantin Vievien Haller, die eine Laufbahn im gehobenen Polizeidienst anstrebt und derzeit im Schramberger Revier einige Arbeitsbereiche durchläuft.

Zu Beginn gab es für die SPD-Mitglieder mit ihrem Vorsitzenden Mirko Witkowski einen Einblick in die örtliche Statistik. Die Kriminalitätsstatistik erfasst zum Beispiel die Zahl der Straftaten, die Verteilung auf die Geschlechter, die Art der Taten und die Aufklärungsquote. Schramberg ist in keinem Bereich besonders auffällig. Lederer verwies auf den allgemein starken Anstieg der Betrugsdelikte im Internet.

Die Frage, ob sich ein hoher Migrationsanteil auf die polizeiliche Arbeit auswirke, bejahte Lederer. „Wenn man zugewanderte Menschen an einem Ort zusammenpfercht, führt das zu Problemen.“ Diese Aussage bestätigte die Haltung des SPD-Ortsvereins zur aktuell angedachten Unterbringung von 200 Geflüchteten im ehemaligen Pfaff & Schlauder-Areal. Eine Verteilung der Menschen auf das gesamte Stadtgebiet wäre eine tragfähige Lösung.

Mehr Einsätze an Schulen

Der Eindruck, dass die Einsätze an Schulen zugenommen hätten, sei richtig. Einerseits habe sich das Anzeigeverhalten verändert, die Polizei werde schneller gerufen. Aber auch die Vorfälle hätten zugenommen. Ein großes Thema sei Respekt. Auch die Polizeibeamten bekämen das Zeit deutlich zu spüren und würden öfter beleidigt und beschimpft.

Ordnungsdienst ein Gewinn

Bei einer weiteren Frage an den Revierleiter ging es um die Abgrenzung der polizeilichen Arbeit vom Aufgabengebiet des Kommunalen Ordnungsdienstes. Lederer sah den Ordnungsdienst als Gewinn für die Stadt und verwies auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Ortspolizeibehörde. Auf Nachfrage bestätigte er, dass er die optische Ähnlichkeit von Ordnungsdienst und Polizei nicht für optimal halte. Eine klare eindeutige Trennung der äußerlichen Erscheinung und auch der Aufgabenbereiche sei wichtig. Die optimale Ausgestaltung müsse noch geregelt werden.

Die Hälfte aufgeklärt

Nach aktuellen Fahndungserfolgen gefragt, nannte Lederer unter anderem die gehäuften Feuervorfälle und Sachbeschädigungen. Von etwa 30 Delikten wurde bereits ungefähr die Hälfte aufgeklärt. Gründe für das Verhalten meist junger Straftäter lägen häufig in der Benachteiligung derjenigen. Keine Geborgenheit in der Familie, Alkohol und Mutproben spielten eine wesentliche Rolle. An die Kommunalpolitik adressierte er: „Schafft für die Jungen Möglichkeiten, wo sie sich treffen können, und stärkt die offene Jugendarbeit, beispielsweise über das Juks³.“

Knappe Personalsituation

Nach besonderen Herausforderungen für die Polizeiarbeit in Schramberg gefragt, nannte der Revierleiter die knappe Personalsituation. Es müssten viele Überstunden erbracht werden.

Einzelne Rechtsextreme

Zum Abschluss nach Rechtsextremismus in Schramberg gefragt, konnte Lederer beruhigen. Es gäbe einzelne Personen, von einer „Szene“ könne man nicht reden.

Die Schokolade, die als kleines Dankeschön von der stellvertretenden Ortsvereinsvorsitzenden Renate Much überreicht wurde, soll ja gut für die Nerven sein und die gilt es in diesem Beruf gut zu pflegen.