Noch steht der Bauzaun: Der Neubau von der Kaiserstraße aus. Foto: Otto

Jetzt läuft der Endspurt: Nach einigen Verzögerungen geht der Erweiterungsbau der Kriminalpolizei in Rottweil der Fertigstellung entgegen. Der Bau steht für die Stärkung des Polizeistandorts Rottweil – wird allerdings teurer als gedacht.

Kreis Rottweil - Der mächtige Bau, der sich an das bestehende Polizeigebäude an der Kaiserstraße anschließt, sieht von außen schon ziemlich fertig aus. Wer um die Ecke in den Innenhof schaut, sieht allerdings, dass die Handwerker noch kräftig bei der Arbeit sind. 2017 hatte das Land die Pläne bekannt gegeben. Jetzt erfahren wir auf Nachfrage beim Finanzministerium, dass die Einweihung näher rückt.

 

Ein Sprecher des Ministeriums erklärt: "Die Fertigstellung des Erweiterungsbaus ist im April 2023 vorgesehen." Im bestehenden Gebäude fänden allerdings noch Arbeiten bis voraussichtlich Ende des Jahres 2023 statt.

Mehrere Organisationseinheiten zusammengeführt

Hintergrund des Projekts: Im Rahmen der Polizeistrukturreform wurde die Polizeidirektion Rottweil zur Kriminalpolizeidirektion umstrukturiert. Dabei wurden Organisationseinheiten unterschiedlicher Standorte der Kriminalpolizei am Standort Rottweil zentralisiert untergebracht. Und die brauchen Platz sowie adäquate Technik und Räume. Der Altbau wurde saniert und um den viergeschossigen Neubau ergänzt.

Baustart 2020

Planungen und Baustart hatten sich allerdings immer wieder verzögert. 2020 ging es dann tatsächlich los. Und Innenstaatssekretär Wilfried Klenk (CDU) bezeichnete die Baumaßnahme als "wesentlichen Beitrag, um die Zukunftsfähigkeit der Kriminalpolizei in Rottweil zu stärken."

Mit der zunächst anvisierten Einweihung 2022 hat es schließlich jedoch nicht geklappt. Warum? Wie das Finanzministerium erklärt, mussten im Lauf der Zeit Anpassungen in der Planung vorgenommen werden. Dies betraf den Bereich der Sicherheitseinrichtungen des Gebäudes. Zudem seien, wie im Baugewerbe nicht unüblich, bauablaufbedingte Verzögerungen nicht zu vermeiden gewesen.

"Die konstant hohe Auftragslage im Bausektor hat die Maßnahme belastet und stellte eine Herausforderung dar", heißt es. Die beauftragten Firmen stammten überwiegend aus der Region, unter anderem aus Rottweil, Sulz, Villingen-Schwenningen und Löffingen.

1025 Quadratmeter mehr Nutzfläche

Mit dem Bau ist nun ordentlich Platz vorhanden: Die Nutzungsfläche im Neubau beträgt rund 1025 Quadratmeter. Und im Innern liegt viel Aufwand: Die Gebäudetechnik ist speziell auf die Arbeit der im Erweiterungsbau untergebrachten Abteilungen der Kriminalpolizeidirektion abgestimmt worden.

Verzögerungen bei einem Bauprojekt bedeuten meist auch mehr Kosten. Das bewahrheitet sich auch hier. 2017 hatte das Land bekannt gegeben, dass in den zentralen Standort in Rottweil insgesamt rund 4,6 Millionen Euro investiert werden sollen. 2021 hatte unsere Redaktion bereits von einem Kostensprung auf sechs Millionen Euro berichtet. Und jetzt?

Baukosten steigen deutlich

Das Finanzministerium erklärt, dass die Gesamtbaukosten für den Erweiterungsbau und die Anpassungen im Bestand nun mit 7,5 Millionen Euro im Landeshaushalt etatisiert seien. Ein weiteres Plus von 1,5 Millionen Euro also.

Noch steht der Einweihungstermin nicht fest. Für Rottweil wird es auf jeden Fall ein wichtiger Termin sein. Im Ringen um die Standorte bei der Polizeistrukturreform war die Bildung der Kriminalpolizeidirektion in Rottweil sehr begrüßt worden.