Gerade in der Winterzeit haben Einbrüche Hochsaison – Täter nutzen die frühe Dunkelheit aus. (Symbolfoto) Foto: Stein

Fenster gekippt, Terrasse nicht einsehbar – und schon wird das eigene Zuhause zur Einladung. Die Polizei erklärt, worauf es beim Einbruchschutz wirklich ankommt.

Wenn es draußen früher dunkel wird, steigt das Risiko für Wohnungseinbrüche deutlich. Erst in Deisslingen oder auch Bisingen kam es kürzlich zu Vorfällen.

 

„Im Grundsatz wird die im Winterhalbjahr früher einsetzende Dunkelheit gerne von den Tätern genutzt, um möglichst unerkannt vorgehen zu können“, sagt Lutz Jaksche vom Polizeipräsidium Reutlingen. Vor allem dann, wenn niemand zuhause ist. Denn Einbrecher scheuen in der Regel den Kontakt mit Bewohnern.

Schwachstellen an Fenstern und Türen

Ob Einfamilienhaus am Stadtrand oder Wohnung in der Innenstadt – grundsätzlich kann jedes Gebäude zum Ziel werden. Besonders gefährdet sind jedoch Bereiche, die schlecht einsehbar sind und eine schnelle Flucht ermöglichen.

Einbrecher suchen stets den einfachsten und schnellsten Zugang. „Die Täter gehen für gewöhnlich den Weg des geringsten Widerstands. Für sie ist es wichtig, dass alles möglichst schnell geht“, erklärt Jaksche.

Deshalb gilt: Gekippte oder gar geöffnete Fenster und Türen sind zu vermeiden. Sie seien „regelrechte Einladungen“ – und das auch in höheren Stockwerken. Mit einfachen Aufstiegshilfen wie Gartenmöbeln, Mülltonnen oder Regenfässern können Täter schnell und unbemerkt nach oben gelangen.

Mechanische Sicherung ist entscheidend

Die Polizei rät, vor allem auf geprüfte mechanische Sicherungen zu setzen – denn leisten Türen und Fenster ausreichend Widerstand, geben Täter ihr Vorhaben meist schnell auf. Empfehlenswert sind etwa einbruchhemmende Fensterbeschläge, Zusatzschlösser, stabile Scharnierseitensicherungen oder moderne Schließsysteme an Haus- und Wohnungstüren.

Auch Keller- und Nebeneingänge sollten nicht unterschätzt werden. Laut den Sicherheitshinweisen der Polizei werden gerade abgeschiedene Zugänge häufig genutzt. Wer zusätzlich die Außenbereiche – Einfahrten, Terrassen, Zugangswege – gut beleuchtet, reduziert weitere Tatgelegenheiten.

Verhalten im Alltag: Kleiner Aufwand, großer Nutzen

Viele wirksame Maßnahmen sind kostenlos oder kostengünstig umzusetzen. Die Polizei empfiehlt daher auf ihrer Website „Polizei Dein Partner“, Türen und Fenster beim Verlassen des Hauses stets zu verschließen – auch bei nur kurzer Abwesenheit. Rollläden sollten nur zur Nachtzeit geschlossen werden und nicht als Schutz während des Tages dienen. Aufstiegshilfen wie Mülltonnen oder Gartenmöbel sollten weggestellt oder gesichert werden, Wertgegenstände nicht offen sichtbar liegen bleiben, und die Nachbarschaft sollte aufmerksam einbezogen werden.

Wer längere Zeit abwesend ist, kann zusätzlich den Eindruck eines bewohnten Hauses vermitteln, etwa durch Zeitschaltuhren für Licht oder die Unterstützung von Nachbarn.

Prävention lohnt sich

Jaksche bringt es auf den Punkt: Mechanische Hindernisse und richtiges Verhalten sind die größte Abschreckung. Sobald es für Täter zu lange dauert oder zu riskant erscheint, brechen sie ihr Vorhaben meist ab.

Weitere Infos
Weitere Empfehlungen, Checklisten und technische Tipps bietet die Polizei online an.