Ein Giftköder im Bereich der Ehestetter Höfe zwischen Ebingen und Straßberg hat einem Schäferhund höchstwahrscheinlich das Leben gekostet. Das Herrchen berichtet unserer Redaktion nun vom Leiden seines treuen Begleiters – die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.
Eine Mitteilung der Polizei hat Albstadts Hundehalter in Angst und Schrecken versetzt: Ein Giftköder, der in der Nähe der Ehestetter Höfe lag, soll am Osterwochenende dafür gesorgt haben, dass ein Hund eingeschläfert werden musste.
Das Herrchen, das nicht namentlich genannt werden möchte, berichtet unserer Redaktion über die Leiden des neunjährigen Schäferhundes: Am Morgen des Ostersonntags habe sein Tier erstmals gespuckt, doch da das Erbrochene eine bräunliche Färbung hatte und das bei Kraftfutter nicht unüblich sei, habe er sich erst einmal keine Sorgen gemacht.
Doch wenig später überschlagen sich die Ereignisse: Der Hund spuckt immer weiter, und die Farbe des Erbrochenen wechselt nun ins Gelbliche. „Da war ich alarmiert und bin zum tierärztlichen Notdienst gefahren.“ Doch der kann nicht mehr helfen: Der Hund erbricht nur noch Blut; anderntags, am Ostermontag, bleibt nichts mehr zu tun als ihn einzuschläfern.
In Alarmbereitschaft zum Notdienst
Die Indizien sprechen eine eindeutige Sprache: „Der Bauchraum war infolge der inneren Blutungen völlig rot“, berichtet, nach wie vor geschockt, der Halter. Für den Tierarzt ein klares Indiz, dass der Hund vergiftet wurde. Ramona Noller, Pressesprecherin im Polizeipräsidium Reutlingen, kann auf Anfrage allerdings nicht endgültig bestätigen, dass eine Giftattacke vorliegt. Und auch das Herrchen erklärt: „Ich habe nicht gesehen, dass er etwas Verdächtiges gefressen hätte.“ Allerdings hatte er den Hund ohne Leine laufen lassen – und weiß im Nachhinein auch nicht von gesundheitlichen Beschwerden zu berichten. Gewiss, viele Schäferhunde werden nicht älter als zehn bis zwölf Jahre. „Aber meiner war fit.“
Schäferhund noch gesundheitlich fit
Obduziert wurde das Tier nicht – doch laut Noller hat die Polizei sich beim Tierarzt informiert und geht davon aus, das ein Wühlmausgift die inneren Blutungen ausgelöst haben könnte.
Polizei ermittelt gegen Unbekannt
Ernüchternd für den Hundefreund, der regelmäßig seine Gassi-Runde im Bereich Ehestetter Höfe drehte: Dass der oder die Täter gefasst werden, ist nicht sehr wahrscheinlich. Wie so oft in solchen Fällen ermittelt die Polizei gegen Unbekannt – und Noller mag den Hundefreunden und -haltern keine allzu große Hoffnung machen, dass sich an diesem „unbekannt“ etwas ändert. Dabei würde dem Täter eine saftige Strafe blühen. Das Tierschutzgesetz sieht für Personen, die ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund töten, eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren vor.
Giftköder kommen im Zollernalbkreis immer wieder vor
Also kein Kavaliersdelikt – dabei werden im Zollernalbkreis immer wieder Hunde vergiftet: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Polizeipräsidium Reutlingen eine niedrige einstellige Fallzahl. Nie konnte ein Täter gefasst oder die Verwendung von Gift bestätigt werden. Die Polizei schließt auch nicht aus, dass etliche Vorkommnisse nicht gemeldet wurden und die Dunkelziffer wesentlich höher ist.
Für das Herrchen des toten Hundes macht das die Sache nicht besser: „Mir ist es ein Anliegen, andere Hundehalter zu warnen.“ Nein, aus beruflichen Gründen werde er sich vorerst keinen weiteren Hund anschaffen. Allen anderen Hundefreunden rät die Polizei, wachsam zu bleiben. „Wir empfehlen, die Tiere beim Gassi gehen möglichst an die Leine zu nehmen und darauf zu achten, dass sie keine herumliegenden Gegenstände fressen“, sagt Noller. Und bittet, alles Verdächtige zu melden. „Nur so können andere Hundehalter vor Giftködern geschützt und etwaigen Tätern das Handwerk gelegt werden.“