Der Generalsekretär der Bundes-CDU kommt nach Bisingen in die Hohenzollernhalle. Er gilt als einer der profiliertesten Christdemokraten bundesweit.
Deutschland steht vor einem Superwahljahr. In fünf Bundesländern wird 2026 gewählt: Im März in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, im September in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
Die Wahlen sind auch eine Abstimmung über die Politik der Bundesregierung, und der Kampf um die Stimmen der Wähler wird auch in Bisingen ausgetragen: Zum Politischen Aschermittwoch, 18. Februar, wird Carsten Linnemann, Generalsekretär der Bundes-CDU, in der Hohenzollernhalle sprechen. Das bestätigt Anne Heller, Vorsitzende der CDU Bisingen, auf Anfrage. Dem Ortsverband kommt dieses Jahr turnusmäßig die Organisation der traditionsreichen Veranstaltung zu. Linnemanns Zusage lag demnach bereits im Mai 2025 vor. Heller dazu: „Das hat uns natürlich sehr gefreut.“
Tatsächlich ist es mit der frühzeitigen Anfrage gelungen, einen der profiliertesten CDU-Politiker bundesweit zum Auftakt des Superwahljahres nach Bisingen zu holen. Linnemann hatte in den vergangenen Jahren mehrfach Schlagzeilen gemacht. Im Februar 2025 lehnte er die Berufung ins Kabinett Friedrich Merz ab; er vertritt wirtschaftsliberale Positionen; während der Währungskrise brachte er eine Insolvenzordnung für Staaten ins Gespräch und warnte bereits 2015 vor der Migrationspolitik der Merkel-Regierung. Zuletzt zeigte er sich offen für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche.
Keine „sichere Bank“ mehr
Linnemanns Auftritt in Bisingen wird einer seiner ersten vor großem Live-Publikum im Jahr 2026 sein, aber der Termin steht auch kurz vor dem Bundesparteitag der CDU. Dieser findet am 20. und 21. Februar in Stuttgart statt. Doch schon wenige Tage zuvor wird er in Bisingen liefern müssen. Zum einen, weil der Politische Aschermittwoch unmittelbar vor der Landtagswahl am 8. März liegt, zum anderen, weil die Zeiten vorbei sind, in denen einzelne Wahlkreise für eine Partei erfahrungsgemäß als „sichere Bank“ gelten konnten.
Bei der Bundestagswahl 2025 zeigte sich, dass die Alternative für Deutschland (AfD) der CDU auch im Kirchspiel auf den Versen ist. Bei den Zweitstimmen kam die AfD aus dem Stand auf 26,37 Prozent in Bisingen, die CDU auf 32,29 Prozent. Auch bei den Erststimmen ist die AfD zweitstärkste Kraft mit 26,27 Prozent geworden (CDU: 35,87 Prozent). Und bei der Landtagswahl 2021 freuten sich die Grünen über den ersten Platz: Sie erhielten mit 29,17 Prozent die meisten Stimmen (CDU: 28,23 Prozent) in Bisingen.
Der Politische Aschermittwoch wird 2026 wird von der ausgerichtet. Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 18. Februar, um 19 Uhr; der Saal öffnet bereits um 18 Uhr – so der Plan.
Erwartet wird dabei auch die Wirtschaftsministerin des Landes und Abgeordnete des Wahlkreises Balingen (zu dem auch Bisingen gehört), Nicole Hoffmeister-Kraut.
Eine traditionsreiche Veranstaltungsreihe
Biografie
Carsten Linnemann ist am 10. August 1977 in Paderborn geboren (Nordrhein-Westfalen). Im Verlaufe seines Werdegangs war er Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Makroökonomie der TU Chemnitz; Volkswirt bei Deutsche Bank Research in Frankfurt am Main und bei der Deutschen Industriebank in Düsseldorf. Seit 2009 ist der Bundestagsabgeordneter, seit Juli 2023 Generalsekretär der CDU Deutschlands und seit Mai 2025 stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Beißender Spott
Der Politische Aschermittwoch in Bisingen hat Tradition im Kirchspiel und darüber hinaus. Sozial- und Christdemokraten richten die Veranstaltung im jährlichen Wechsel aus. Schon in der Vergangenheit ist es gelungen, hochkarätige Politiker nach Bisingen zu holen. So sprach im Jahr 2024 Nina Warken – damals Generalsekretärin der Südwest-CDU, heute Bundesgesundheitsministerin. Mit beißendem Spott teilte sie gegen die ehemalige Ampelkoalition aus.
Für EU kämpfen
In der Reihe sticht sicher der Auftritt des ehemaligen SPD-Bundesvorsitzenden Martin Schulz (SPD) im Jahr 2019 heraus. Er hat in Bisingen eine glühende Rede für den Zusammenhalt in Europa gehalten, bei der die Besucher mitfieberten – und den Redner mit stehendem Applaus verabschiedeten. Kurz vor der Wahl zum Europäischen Parlament im Mai 2019 sagte Schulz in Bisingen, dass er für die Europäische Union kämpfen werde, bis er „nicht mehr atmet“.
Am Rande erwähnt
2020 trat Susanne Eisenmann auf. Die damalige Spitzenkandidatin der Südwest-CDU hielt eine Rede, in der sie sich programmatisch von den Grünen abgrenzte und den Amtsinhaber Winfried Kretschmann allenfalls am Rande erwähnte.