Ulrike Lerner, Stefan Bleckmann, Patrick Rapp, Werner Brugger und Markus Hügel (von links) bei der Tour durch Kandern, hier am Bahnhof Foto: Gudrun Gehr

Ulrike Lerner als Gemeinderätin und stellvertretende Fraktionssprecherin hatte den CDU-Landtagskandidaten und Staatssekretär, Patrick Rapp, nach Kandern eingeladen

Der in Oberried wohnende politische Staatssekretär Patrick Rapp ist bei der Landesregierung für die Ressorts Wirtschaft, Arbeit und Tourismus zuständig. Er hatte mit seinem Mitarbeiter Wolfgang Mieske die Anregung gerne wahrgenommen, um sich ein aktuelles Bild über die Bedürfnisse und Besorgnisse in Kandern zu verschaffen. Diese wolle er gerne „in seinem Rucksack“ mit nach Stuttgart nehmen, sagte er.

 

Bei der Tour durch Kanderns Innenstadt waren ferner Werner Brugger, CDU-Gemeinderat und Ortsvorsteher von Wollbach, Markus Hügel als stellvertretender Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Kandertal und Vorstandsmitglied Stefan Bleckmann dabei.

Der Staatssekretär nahm sich in seinem engen Terminkalender auch noch Zeit für einen Besuch von Bürgermeisterin Simone Penner und für die Besichtigung des sanierten Rathauses, bevor er am Abend einen Termin in Stuttgart wahrnehmen musste.

Anschluss nicht verlieren

Ulrike Lerner zeigte vor Ort am Museumsbahnhof zunächst einmal das größte Anliegen vieler Bewohner von Kandern mit der Reaktivierung der Kandertalbahn auf. Sie sagte zu ihrem Gast: „Vielleicht haben Sie noch eine ergänzende Idee, die S-Bahn nach Kandern zu bringen.“

Der Staatssekretär war begeistert vom Projekt, auch viele CDU-Landesabgeordnete seien hier wohlwollend. „Wenn wir hier diese Gelegenheit des S-Bahn-Anschlusses nicht wahrnehmen, verlieren wir einen wichtigen Anschluss in vielen Bereichen. Überall wird der öffentliche Nahverkehr ausgebaut. Warum sollte der Ausbau nicht ausgerechnet auch hier gelingen?“, fragte er sich. Für die Weiterentwicklung des Kandertals sei es vielmehr sehr nachteilig, hier nicht „anzudocken“. Auch müsse man in die Zukunft und an die Auswirkungen denken, wenn diese vorliegende – wohl einmalige – Chance nicht genutzt werden sollte, meinte Rapp. „Hier geht es nicht nur um Kanderns Zukunft, sondern auch um das Vordere Kandertal“, sagte er.

Kompromisse schaffen

Möglicherweise sei die Bahn für manche Anwohner nicht „gerade attraktiv“, aber die moderne Zugtechnik sei oft leiser als ein Bus. Hügel erwähnte die Planungskosten in Höhe von rund 700 000 Euro, die nur ein Teil der Gemeinden mittragen will. Rapp zeigte sich überzeugt, dass hier Kompromisse geschaffen werden können.

Lerner berichtete von einem Besuch im Kreistag und ärgerte sich: „Im Kreistag schwätzt jeder über die S-Bahn-Anbindung, aber oft fehlen die Erkenntnisse vor Ort.“ Brugger erkundigte sich nach der Kompensation von eventuell höheren Zahlungen von denjenigen Gemeinden, die die Planungskosten finanzieren würden. Rapp versicherte, dass es auch hier Lösungen gebe.

In die autofreie Zone

Die Stadtbesichtigung führte über die neue autofreie Zone beim Notariat und zur Fahrrad-Reparaturstation. Weiter ging es zum Touristikbüro, wo Claudia Röder als zuständige und langjährige Sachbearbeiterin angetroffen wurde. Der Staatssekretär berichtete, dass im Land 374 000 Personen im Bereich des Tourismus arbeiten und hier knapp 30 Milliarden Euro erwirtschaftet werden.

Röder berichtete von einem guten Aufkommen an Tagestouristen, die zur Naherholung unterwegs seien, darunter viele Nutzer der Westweg-Wanderroute. Kandern könne hier mit Attraktionen wie dem August-Macke-Rundweg und als Töpferstadt punkten. Auch in Sachen Übernachtungsmöglichkeiten sei die Stadt mit dem Umfeld bestens vernetzt.

„Mini-Konzertmuschel“ angeregt

Die Tour führte weiter zum Forsthausgarten, wo ein angenehmer Aufenthalt möglich sei. Eine Bürgerin regte den Bau einer „Mini-Konzertmuschel“ für musikalische Kleinbesetzungen an. Rapp bestätigte, dass auch hierfür ein Fördertopf aus Infrastrukturmitteln vorhanden sei.