Adrian Lenk und Magdalena Schweizer vom Organisationsteam sind froh, dass das AMS-Camp auf dem Zeltplatz am Stöcklewaldturm stattfinden kann. Foto: Eich

Kultur: AMS-Camp findet nach coronabedingter Pause wieder auf dem Zeltplatz am Stöcklewaldturm statt

Nach einem Jahr coronabedingter Pause ist der Zeltplatz am Stöcklewaldturm dieses Jahr wieder Schauplatz für das AMS-Camp – mit einem umfangreichen Hygienekonzept, halbierter Teilnehmeranzahl aber trotzdem umfangreichem Programm.

Furtwangen. Das Leben auf dem Zeltplatz ist zurückgekehrt: Am kommenden Wochenende steht das Gelände wieder ganz im Zeichen des selbstorganisierten, linken AMS-Camp der Kulturwerkstatt Simmersfeld – "Action, Mond und Sterne" kehren ab Donnerstag nach einem Jahr Pause zurück.

Dass die Veranstaltung, bei der Politik, Kultur und Musik im Mittelpunkt steht, stattfinden kann, stand angesichts der Pandemie lange nicht fest, wie Magdalena Schweizer und Adrian Lenk vom Organisationsteam erklären. Während in der Regel bereits ein Jahr im Voraus die Zusage steht, habe man sich nun erst Mitte Juni dazu entschieden, das Camp stattfinden zu lassen. "Alle waren motiviert und die Inzidenz war unten", erklärt Lenk, was den Ausschlag gegeben hat.

Hygienekonzept erarbeitet

Um das AMS stattfinden zu lassen, bedurfte es jedoch einiger Änderungen in der Organisation – im Mittelpunkt stand dabei das Hygienekonzept, welches von der Stadt Furtwangen genehmigt wurde. Damit einhergehend wurde im Vorfeld ein Ticketverkauf eingerichtet, um die Begrenzung der Teilnehmeranzahl umsetzen zu können. Schweizer: "Auch wenn wir 1000 Leute hier haben dürften, wollten wir nur die Hälfte zulassen."

Mit dem Kauf des Tickets habe man darüber hinaus den Impfstatus abgefragt und erfahren: Über 80 Prozent der Teilnehmer sind bereits geimpft. Die anderen 20 Prozent würden jeden Tag vor Ort getestet, mithilfe von Bändchen werde dabei deutlich gemacht, ob die notwendigen Tests tatsächlich durchgeführt wurden.

"Wir brauchen einfach so ein System, damit sich die Leute nicht drücken können", erklärt Lenk. Zudem herrsche teilweise Maskenpflicht – Sicherheit wolle man großschreiben, betonen die Beiden.

Gleichzeitig spüren die Organisatoren die große Lust am Camp und damit an ein stückweit Normalität. "Die 500 Tickets waren innerhalb von zwei Wochen weg, wir haben eine lange Warteliste", so Schweizer. Auch die Helfer standen sofort parat, "für viele war es eine Erleichterung, dass man wieder etwas machen kann."

Denn einige wären seit einem Jahr nicht mehr groß unter Leuten gewesen. Umso motivierter zeige sich der 120 Personen umfassende Helferkreis, der fleißig dabei ist für die viertägige Veranstaltung alles aufzubauen – denn man liege voll im Zeitplan mit den Vorbereitungen.

Umfangreiches Programm

Und was erwartet die 500 Besucher? Im Mittelpunkt stehen neben Kunst und Kultur wie immer auch Vorträge und Diskussionen zur Kritik am Geschlechterverhältnis, Kapitalismus und Nationalismus. In den Workshops werde die aktuelle Situation in Afghanistan oder der Klimawandel beleuchtet, auch "linke Kritik an den Corona-Verordnungen, ohne in Verschwörungstheorien abzudriften" stehen auf dem Plan.

Auf der Waldbühne gibt es neben Filmvorführungen über Emanzipation auch Lesungen zur kritischen Betrachtung zum Thema Heimat sowie Theater als Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und Frauenrechten als Mittelpunkt.

Und dann wären da noch der Punxpalast, die Stätte der Punker, die aufgrund der Abstandswahrung nun eher zum gemütlichen Programm unter dem Motto "Kaffeeklatsch" übergangen sind und ihre Liebe zu Kreuzworträtseln gefunden haben, wie Schweizer und Lenker mit einem Augenzwinkern erzählen. "So ein Kaffeeklatsch unter Punkern kann auch dann gerne mal in einer Tortenschlacht enden", machen die Organisationen deutlich, dass der Spaß bei "Action, Mond und Sterne" nicht zu kurz kommen soll.