Die Veranstaltung fand in die Bildungsakademie Rottweil statt: statt: Präsident der Handwerkskammer Konstanz Werner Rottler (von links), Daniel Karrais (FDP), Emil Sänze (AfD), Marius Dettki (Volt), Stefan Teufel (CDU), Artur Eichin (Grüne), Daniel Hettich (Die Linke), Ali Zarabi (SPD) und Georg Hiltner (Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Konstanz). Foto: Handwerkskammer

Klimaschutz und Fachkräftemangel, aber auch Bürokratie waren wichtige Themen bei der Diskussion der Landtagskandidaten. Der Austausch fand in Rottweil statt.

Ausbildung, Energiewende und Wirtschaftspolitik – die Kandidaten für die Landtagswahl haben sich in der Bildungsakademie Rottweil den Fragen des Handwerks gestellt. Die Kreishandwerkerschaft Donau-Neckar hatte die sieben Kandidaten des Wahlkreises Rottweil zum Austausch eingeladen.

 

Die Politiker positionierten sich zu den verschiedenen Themen und machten ihren Standpunkt deutlich. Anwesend waren Stefan Teufel (CDU), Ali Zarabi (SPD), Artur Eichin (Grüne), Daniel Karrais (FDP), Daniel Hettich (Die Linke), Marius Dettki (Volt) und Emil Sänze (AfD).

Wunsch nach Entlastung

Begrüßt wurden Teilnehmer und Gäste durch den Präsidenten der Handwerkskammer Konstanz, Werner Rottler. Er machte deutlich, dass die Zukunft Baden-Württembergs auch vom Handwerk abhänge. „Das Handwerk ist keine Randgruppe, sondern Rückgrat unseres Landes: Es steht für regionale Wertschöpfung, für Ausbildung und Beschäftigung, für Innovation, Versorgungssicherheit und sozialen Zusammenhalt vor Ort.“ Wer Politik fürs Handwerk mache, treffe damit jeden zehnten Wahlberechtigten, sagte er.

Die Diskussionsrunde moderierte Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz. Ebenfalls anwesend war Kreishandwerksmeister und Vizepräsident Ralf Rapp. „Handwerk und Mittelstand brauchen wieder mehr Luft zum Atmen“, sagte Hiltner. „Das Handwerk wünscht sich mehr Entlastung.“ Anschließend bat er die anwesenden Kandidaten um ihre Vorschläge. Für Entlastung im Bereich Bürokratie – auch durch die Digitalisierung der Behörden – wollen alle Kandidaten sorgen, um bestimmte Prozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Master und Meister

Auch das Thema Ausbildung nahm einen großen Teil der Diskussion ein. „Gute Aus- und Weiterbildung kostet Geld. „Wir benötigen deutlich mehr Mittel, um die Bildungsstätten auf einem hohen Niveau zu halten“, sagte Hiltner. Er fragte die Kandidaten, was sie tun würden, um weiterhin eine gute Ausbildung zu garantieren.

Gegen den Fachkräftemangel gab es mehrere Ideen, wie etwa ein höheres Azubigehalt und eine intensivere Berufsorientierung – vor allem an Gymnasien. Ebenso sollte die duale Ausbildung mit der akademischen gleichgesetzt werden. Investitionen in die Bildung seien Investitionen in die Zukunft.

ÖPNV oder Individualverkehr?

Zum Thema Klimaschutz und Energie warf Hiltner in die Runde, dass das Handwerk Planungssicherheit brauche und die Politik bei Verbrauchern und Betrieben für mehr Sicherheit sorgen müsse. Das wollten die meisten Kandidaten durch einen Netzausbau unterstützen sowie die geforderten Planungssicherheiten schaffen. Auch die Unabhängigkeit von Energie aus dem Ausland war ein wichtiges Thema.

Fragen der Teilnehmer machten deutlich, dass sich das Handwerk unter anderem um fehlende Auszubildende sorgt. „Wo sollen die ganzen Azubis herkommen?“, fragte ein Betriebsleiter. Außerdem sei die Anbindung der ländlichen Gegenden an den öffentlichen Nahverkehr oft unzuverlässig. „Wenn wir Azubis haben, ist es nicht unbedingt selbstverständlich, dass sie morgens rechtzeitig im Betrieb sein können, weil kein Bus fährt.“

Uneins waren sich die Kandidaten, ob es dafür einen flächendeckenden Ausbau des ÖPNV geben müsse und wie dieser finanziert werden könne oder ob man um den Individualverkehr nicht herumkomme.